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Zebra-Auftritt endet im Eklat – Altenburg kündigt Zirkus Aeros

Wildtierverbot Zebra-Auftritt endet im Eklat – Altenburg kündigt Zirkus Aeros

Das Wildtierverbot in Altenburg schlägt weiter hohe Wellen. Entgegen der Anordnung der Stadt ließ der Zirkus Aeros seine Zebras nun doch auftreten – und bekam umgehend die Quittung dafür. Wie Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) am Freitag erklärte, habe man dem Unternehmen „die fristlose Kündigung ausgesprochen“.

Trotz Wildtierverbots sind die Zebras des Zirkus Aeros in Altenburg aufgetreten. Das sorgte für einen Eklat mit der Stadtverwaltung.

Quelle: Christian Neffe

Altenburg. Das Wildtierverbot in Altenburg schlägt weiter hohe Wellen. Entgegen der Anordnung der Stadt ließ der derzeit auf dem Großen Festplatz gastierende Zirkus Aeros seine Zebras nun doch auftreten – und bekam umgehend die Quittung dafür. Wie Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) am Freitag auf OVZ-Nachfrage erklärte, habe man dem Unternehmen sofort nach Kenntnis des Verstoßes am Donnerstagnachmittag mündlich „die fristlose Kündigung ausgesprochen“.

Damit müsste das Unternehmen das Gelände eigentlich verlassen, so Wolf weiter. Auf eine mögliche Zwangsräumung habe die Stadt aber verzichtet, weil es unverhältnismäßig gewesen wäre, die Aeros-Familie mit einem Polizei-Aufgebot zu vertreiben. Nun wird aber ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Bei der Höhe der Strafe, die laut Thüringer Kommunalordnung bis 5000 Euro betragen kann, werde man sich an der Schwere des Verstoßes orientieren, erklärte der OB. Heißt: Bleibt der Zirkus trotz Kündigung, fällt das Bußgeld geringer aus, als wenn man weitere Vorstellungen gibt oder man dabei sogar erneut die Zebras auftreten lässt.

Allerdings kündigte Zirkus-Direktor Bernhard Schmidt am Freitag an, den Festplatz weder verlassen, noch Vorstellungen absagen zu wollen. Einzig die Zebras werden wohl nicht mehr in der Manage zu sehen sein. „Es ist nicht die Lösung, die wir angestrebt haben“, sagte Schmidt in Reaktion auf die Kündigung, die nun schriftlich zugestellt wird, und das Bußgeldverfahren. „Aber wir sind froh, dass wir unser Gastspiel fortsetzen können und die Stadt nicht so erzürnt haben, dass wir wiederkommen dürfen.“

Letzteres ist jedoch fraglich. Denn OB Wolf wirft dem Zirkuschef vor, ihn und seine Mitarbeiter „quasi am Nasenring vorgeführt“ zu haben. Ein Eindruck, den der Rathauschef darauf stützt, dass Schmidt auf Nachfrage im Vorfeld versichert hatte, keine Wildtiere zu haben. Kurzfristig hatte er jedoch mitgeteilt, dass er zwei Zebras mitbringe, für die er keine andere Unterstellmöglichkeit habe. Das wiederum erlaubte die Stadt ausnahmsweise, obwohl die schwarz-weiß gestreiften Tiere laut Festplatzbenutzungssatzung weder mitgeführt noch öffentlich gezeigt werden dürfen (die OVZ berichtete).

Aus der aktuellen Erfahrung will Wolf nun jedoch Konsequenzen ziehen. „Wenn unser Ermessensspielraum, den wir im Sinne des Zirkus’ und des Tierwohls genutzt haben, nach dem Motto kleiner Finger, ganzer Arm missbraucht wird, werden wir künftig Dienst nach Vorschrift machen“, so der OB. Das bedeute, dass es Ausnahmen nicht mehr geben werde. „Wir werden die Verträge so eineindeutig wie möglich formulieren und die Einhaltung streng überwachen. Und wenn ein Zirkus Tiere hat, die auf der Liste stehen, dann darf er eben nicht nach Altenburg kommen.“

Auslöser des Eklats war der Auftritt der Zebras zur Premierenvorstellung am Mittwoch vor gut 100 Gästen. Diesen hatte die Stadt trotz der Erlaubnis zum Versorgen der gestreiften Pferde als Auflage untersagt. Schmidt setzte sich nach Rücksprache mit der Amtstierärztin jedoch darüber hinweg. Nicht zuletzt, „weil die Tiere zur Stressvermeidung ihrem gewohnten Arbeitsgang“ folgen sollten. Außerdem sind die Zebras fester Bestandteil der Tierdressur-Nummer des Zirkus Aeros. Ohne die Zebras hätte diese mindestens umgestaltet werden oder ganz entfallen müssen.

Von Thomas Haegeler und Christian Neffe

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