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Altenburg Zecken: Altenburgs Nachbarkreis gehört zu den Risiko-Gebieten
Region Altenburg Zecken: Altenburgs Nachbarkreis gehört zu den Risiko-Gebieten
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11:22 10.05.2017
 Eine Zecke: Sie kann gefährliche Erreger in sich tragen.  Quelle: dpa
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Altenburg

 Sobald die Temperaturen wärmer werden, werden auch die Zecken aktiv. Und die gefährlichsten der kleinen Biester rücken dem Altenburger Land immer näher...

Von Frühjahr bis Herbst sind die kleinen Blutsauger vor allem in Wäldern und hohen Gräsern zu finden. „Der letzte Winter war sehr mild und galt daher als besonders zeckenfreundlich. Die Folge ist, dass Zecken nicht nur im Sommer, sondern zunehmend ganzjährig aktiv sind“, erklärt Stefan Dhein, Amtsarzt im Landkreis Altenburger Land. Sind Zecken schon so ärgerlich genug, können mit den Tierchen auch Krankheiten einher gehen, die für den Menschen gefährlich sind. Denn Zecken können Krankheitserreger in sich haben und mit ihrem Speichel übertragen. Vor allem sind das Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis). FSME ist besonders gefährlich und führt zu einer Hirnhautentzündung. „In etwa einem Prozent der Krankheitsfälle bleiben Lähmungserscheinungen zurück“, weiß Amtsarzt Dhein.

Der Landkreis Greiz, der im Westen an das Altenburger Land grenzt, gehört seit dem vergangenen Jahr zu den 146 Landkreisen in Deutschland, die als Risikogebiet für FSME gelten. „Durch die räumliche Nähe zu einem Endemie-Gebiet ist es natürlich auch bei uns möglich, dass FSME-Erkrankungen auftreten. Aber eine Tendenz für den Landkreis Altenburger Land ist nicht auszumachen“, erklärt der Mediziner.

Er rät vor allem zu richtigen Schutzmaßnahmen in der Zeckenzeit. „Der beste Schutz ist lange, dichte Kleidung. Die handelsüblichen Schutzmittel haben nur eine eingeschränkte Schutzwirkung gegenüber Zecken. Meistens hält diese Wirkung auch nur wenige Stunden an“, gibt Dhein zu Protokoll.

Hat sich die Zecke dann doch festgebissen, gilt es schnell zu handeln. Mit einer Zeckenzange muss das Tier vorsichtig entfernt werden. Wichtig dabei: Der Kopf und dessen Speichel, in dem die infektiösen Erreger sitzen, muss mit entfernt werden.

Sollte es doch zu einer Ansteckung mit Borreliose oder FSME kommen, sind folgende Symptome zu beachten: „Bei einer Borreliose tritt die Infektion zuerst an der Bissstelle auf und verbreitet sich von dort über die Haut. Die Bissstelle schwillt an und verfärbt sich blaurot“, weiß Dhein. „Später kann sie auch das Nervensystem befallen. Allerdings lässt sich diese Krankheit sehr gut mit Antibiotika behandeln.“ Nach zwei bis zwölf Monaten können Spätsymptome auftreten, etwa, dass die Haut sich pergamentartig verfärbt. Außerdem können Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. In der Spätphase gehören Gelenk- und Nervenerkrankungen mit Taubheitsgefühlen zu den Symptomen.

FSME wird, anders als Borreliose, über Viren übertragen. Diese gelangen in das Blut und von dort ins Gehirn. Dies führt dann zu einer Hirnhautentzündung mit Fieber und starken Kopfschmerzen. Die gute Nachricht an dieser Stelle: „Gegen FSME kann man sich – anders als gegen Borreliose – mit einer Impfung schützen“, sagt Dhein.

FSME-Fälle traten in den vergangenen Jahren im Landkreis keine auf. Borreliose wurde im Jahr 2014 elf Mal gemeldet, wobei sich sieben Patienten sicher waren, im Altenburger Land von einer Zecke gebissen worden zu sein. 2015 waren es acht Erkrankungsfälle, sechs der Betroffenen wurden im Landkreis gebissen.

Tipps gegen Zecken finden Sie in unserem Artikel.

Von Tatjana Kulpa

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