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Zeit für Altenburgs leere Kleingärten läuft ab – Fördermittel für Abriss

Pilotprojekt Zeit für Altenburgs leere Kleingärten läuft ab – Fördermittel für Abriss

Kleingartenparks mit mehreren beieinanderliegenden Sparten, eine gezieltere Förderung von Anlagen mit einer Perspektive und eine detailliertere Bestandsaufnahme bis hin zur letzten Parzelle. Das sind die Hauptaufgaben, denen sich der zuständige Regionalverband und dessen Mitgliedssparten in nächster Zeit stellen müssen.

Ein leerer Garten in einer Altenburger Anlage.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Das wurde auf der Mitgliederversammlung des Verbandes am Sonnabend in der Destille nochmals nicht nur vom Chef Wolfgang Preuß unterstrichen. "Nur so kann der von uns eingeschlagene Weg, das Kleingartenwesen gesund zu entwickeln, weitergeführt werden", sagte er. Denn trotz des seit Jahren umgesetzten städtischen Entwicklungskonzeptes nebst Förderprogramm für Anlagen mit Zukunft wachse der Leerstand weiter. "Aktuell stehen rund acht Prozent aller Kleingärten in Altenburg leer und manche Anlagen sind auf dem Weg dazu, zu Flickenteppichen auszulaufen", so der Verbandschef deutlich.

Damit aufgrund der immer weniger und älter werdenden Bevölkerung und angesichts des noch großen Überangebots an Kleingärten ein einigermaßen geordneter Prozess bleibt, sollen nun die Stellschrauben für eine Förderung weiter angezogen werden. "Dazu gehört eben auch ein Rückbau nicht mehr benötigter Sparten oder deren Verkleinerung", so Preuß.

Deshalb sei der Landesverband der Kleingärtner mit der Landesregierung übereingekommen, dass im Förderprogramm Städteumbau Ost auch Gelder für den Abriss von Kleingärten fließen können. Ein bundesweit bislang einmaliger Vorgang, der ab 2016 im Freistaat greifen soll. Den Funktionstest soll der Regionalverband Altenburger Land der Kleingärtner im Rahmen eines Pilotprojektes erbringen. "Fördersummen in Höhe von bis zu 80 Prozent für Sparten in der Stadt sowie von bis zu 60 Prozent für den ländlichen Raum sind dafür vorgesehen", erklärte Preuß.

Um allerdings detailliert zu wissen, wo die Not, sprich der Leerstand am größten ist, oder einfach Bestandsperspektiven unzureichend sind, wurden alle am Sonnabend anwesenden Spartenchefs dazu aufgerufen, entsprechende Prüfungsformulare bis zum Jahresende für ihre Anlage auszufüllen. Mitsamt einer kurzen Vorstellung eines ganz konkreten Konzepts für die Zukunft einer jeden einzelnen Sparte. "Mit ist dabei ziemlich schnuppe, wie diese Entwicklungskonzepte im Einzelnen aussehen, wichtig ist, was drin steht", sagte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), der dem Regionalvorstand angehört.

Denn nicht nur das Land, sondern auch die Stadt interessieren diese jeweiligen Perspektiven brennend. Immerhin gibt die Jahr für Jahr rund 55.000 Euro freiwillig als Fördermittel aus Pachteinnahmen, um Anlagen mit einer Zukunft attraktiver zu gestalten. "Bei den Rahmenbedingungen ist das auch ein Prozess, der ständig fortgeschrieben werden muss, um den aktuellen Anforderungen zu genügen. Denn wir wollen und dürfen ja kein Geld am Bedarf vorbei verpulvern", so das Stadtoberhaupt. "Die Nichtabgabe dieser Erhebungen ist auf jeden Fall ein Ausschlussgrund für mögliche Fördermittel", legte Preuß unmissverständlich nach.

Zwei entscheidende Neuerungen in den aktuellen Förderrichtlinien des städtischen Programms schlug Wolf ebenso vor: "Beispielsweise könnte man den Rückbau von Parzellen in die Richtlinie aufnehmen, wie auch Neubauten von Begegnungszentren in Anlagen, die nachweislich eine Zukunft haben", so Wolf. Bislang darf der städtische Geldhahn nur bei Projekten geöffnet werden, in denen bereits bestehende Gemeinschaftsbauten, wie Gartengaststätten, verschönert und erneuert werden sollen. Entsprechende Vorlagen an den Stadtrat will Wolf in Bälde zur Beschlussfassung einbringen.

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