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Zeitschrift mit Fragezeichen, aber neue Ziele

Zeitschrift mit Fragezeichen, aber neue Ziele

Wolfgang Böhm heißt der alte und neue Vorsitzende des Altenburger Geschichtsvereines. Auf einer vorgezogenen Wahlversammlung wurde er einstimmig wiedergewählt.

Außerdem wurde der Vorstand von vier auf sechs Personen erweitert. Die wird es brauchen. Denn der derzeit 27 Mitglieder zählende Verein hat sich einiges vorgenommen.

 

Von Jörg Wolf

 

Eigentlich war die zweijährige Wahlperiode noch lange nicht abgelaufen. Aber die Neuwahlen waren notwendig geworden, weil einige Vorständler vor allem aus beruflichen Gründen vorfristig ausgeschieden waren. "Mit so einem geschrumpften Vorstand kann man so einen Verein mit so vielen Zielen nicht ordentlich leiten", sagt Wolfgang Böhm. Einstimmig wurden jetzt neben ihm als Chef Heinz-Dieter Plöthner als Stellvertreter, Astrid Bethke als Schatzmeisterin, Gerda Berthold als Schriftführerin sowie Sigrid Richert und Dieter Stasiak als weitere Vorstandsmitglieder gewählt. "Das ist eine gute Mischung aus jung und älter sowie der einzelnen Bereiche, der für Kommendes gewappnet ist", sagt Böhm. Aktuell ist es die Debatte um die Errichtung einer Dokumentations- und Gedenkstätte in Altenburg, in der an die Nazizeit mitsamt den von den damaligen Machthabern eingerichteten KZ-Außenlagern erinnert werden soll (OVZ berichtete).

 

Dass der Geschichtsverein auch mit Hilfe prominenter Politiker, wie der Grünen Anja Siegesmund darüber eine Debatte ins Laufen gebracht hat, die gar in einem Richtung weisenden Stadtratsbeschluss münden soll, darüber ist Böhm stolz. "Keineswegs soll dieser Prozess ein Alleingang von uns werden. Vielmehr müssen hier alle Interessierten einschließlich der lokalen Politik mit ins Boot und sich aktiv einbringen", betont der 66-Jährige. Ein entsprechendes, vom Geschichtsverein erarbeitetes Konzept, das das große Forschungsfeld in diverse Segmente unterteilt, sei eine von hoffentlich vielen Lösungsansätzen. "Auch weil es dadurch den Raum lässt, dass sich andere an die verschiedenen Felder andocken können", sagt Böhm. Ein weiteres Projekt würde der alte und neue Vorsitzende zwar gerne fortführen, aber nicht mehr unter den derzeitigen Bedingungen: Die regelmäßige Herausgabe des Altenburger Zeitzeugen, einer in 250er Auflage erscheinenden Broschüre, die sich vor allem mit zeitgeschichtlichen Themen befasst. "Das hat mittlerweile eine große Anhängerschar gefunden. Aber wir haben damals vor rund zwei Jahren einen Riesenakt gemacht, der unsere Kraft beinahe überstieg", sagt der Vereinschef. Immerhin musste Neu-Pensionär Böhm damals praktisch in die Rolle eines Arbeitgebers für zwei Angestellte schlüpfen. "Mit allen Anforderungen, denn dies schrieb das auf drei Jahre befristete EU-Förderprogramm zwingend vor, unter dessen Dach die Broschüremacher angesiedelt sind. Auf einmal war ich Unternehmer. Da fehlte auch die Zeit, sich anderen Themen zu widmen, die unseren Verein ausmachen könnten. Beispielsweise Vorträge zu den unterschiedlichsten historischen Themen oder Ausstellungen und andere Veranstaltungen", sagt Böhm fast entschuldigend.

 

Noch bis Ende April 2014 läuft das EU-Projekt. Einfach sterben lassen will Wolfgang Böhm den Zeitzeugen aber auch nicht. "Wir bräuchten einen Sponsor für die Löhne der beiden Angestellten, vielleicht auch sogar eine Stiftung, die unser Projekt auffängt."

 

Dass es so wie bislang weitergehe, hält er aber für unwahrscheinlich. Denn der Verein will sich den unterschiedlichsten historischen Themen widmen und künftig mit mehr Veranstaltungen auf sich aufmerksam machen. "Dafür planen wir die Gründung von Interessengruppen zu den einzelnen Themen. Da wäre der 100-jährige Flugplatz in Nobitz beispielsweise ein Themenfeld und die Entwicklung der Eisenbahn", nennt Böhm nur zwei Felder.

 

Verstärkt will man auch mit diversen Ausstellungen in Eigenregie auf sich aufmerksam machen. Die erste steht bereits fest: Vom 7. bis 11. Oktober wollen die Mitglieder des Geschichtsvereines in der Sparkasse Wettiner Straße in einer Schau über die Völkerschlacht 1813 informieren.

 

© Kommentar

Jörg Wolf

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