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Altenburg Ziegelheim bietet sich Nobitz als Braut an und drückt aufs Tempo
Region Altenburg Ziegelheim bietet sich Nobitz als Braut an und drückt aufs Tempo
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10:07 03.05.2016
Gebietsreform in Thüringen: Wer geht mit wem zusammen?  Quelle: Archiv
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Nobitz/Ziegelheim

 
 

Am 20. April trafen sich Ziegelheimer und Nobitzer Gemeinderäte in der Ziegelheimer Sporthalle. „Es ging darum, die Probleme kennen zu lernen und Fragen zu beantworten“, so der Ziegelheimer Bürgermeister Mario Rohr (CDU), der Donnerstagabend im Nobitzer Gemeinderat auf den Besucherplätzen saß. Denn im letzten Tagesordnungspunkt „Informationen/Sonstiges“ kam der Nobitzer Gemeindechef Hendrik Läbe (SPD) wie beiläufig auf die Fusionspläne zu sprechen und gab auch Rohr das Wort. Das Treffen sei im Wieratal nicht geheim geblieben und habe bereits „hohe Wellen geschlagen“, meint Rohr.

Er hoffe, dass auch die anderen Gemeinden der VG diesen Weg einschlagen. Ziegelheim jedenfalls macht Nägel mit Köpfen, kaum dass der Entwurf des Vorschaltgesetzes dem Landtag vorliegt. Bereits am 12. Mai will der Gemeinderat den Beschluss fassen, sich der Gemeinde Nobitz anzuschließen und die notwendigen Schritte vorzubereiten.

Stück für Stück sei alles miteinander zu verschmelzen, meint der Ziegelheimer Gemeindechef, „die Bürger müssen mitgenommen werden“. Aus seiner Sicht ist der Schritt alternativlos. „Wir haben finanziellen Druck“, sagt Rohr über seine angeschlagene Gemeinde. Nun wolle man die Freiwilligkeitsphase der Reform nutzen, denn Ziegelheim habe schon lange das Bestreben, sich mit Nobitz zu vereinen.

In Nobitz, das seit der Fusion mit Saara 6100 Einwohner zählt, wird die 850-Seelen-Gemeinde mit offenen Armen empfangen. Ziegelheim wolle die Chance nutzen und sich schnell einem wirtschaftlich starken Partner anschließen, sagt Bürgermeister Läbe, der seinen Nachbar als „vitale und ländlich geprägte Gemeinde“ bezeichnet. „Wir heiraten nicht wegen des Geldes, sondern aus Vernunft“, so Läbe. Wenn es dazu noch Geld gebe, sei das ein schöner Bonus, blickt er auf die aus Erfurt zu erwartende Hochzeitsprämie.

Als Fusionszeitpunkt bringt Läbe den 1. Januar 2018 ins Spiel, „wir müssen aber abwarten, was der Gesetzgeber vorgibt“. Andere Gemeinden des Wieratals seien noch nicht auf Nobitz zugekommen, erklärt Läbe auf OVZ-Nachfrage. „Es gibt keine Signale und auch keine Gespräche.“

Das ist vermutlich kein Wunder. „Die Ziegelheimer sind Traumtänzer“, wählt der Bürgermeister von Langenleuba-Niederhain und amtierende VG-Vorsitzende Jürgen Schneider (parteilos) drastische Worte. Seit fünf Jahren kämpfe man im Wieratal um die Einheitsgemeinde, doch „Ziegelheim hat sich gesperrt“. Laut Schneider wollte Ziegelheim die Auflösung der fünf VG-Gemeinden und die Bildung einer neuen Großgemeinde statt einen Beitritt zu Langenleuba-Niederhain, wo der VG-Sitz ist. „Das geht doch gar nicht, alles aufzulösen, wäre eine riesen Arbeit“, schimpft Schneider. Doch auch er glaubt, dass im Zuge der Gebietsreform das jetzige Wieratal zu Nobitz kommen wird. „Mir graut es vor dem Gebilde mit 57 Ortsteilen.“

Für Schneider selbst wird das aber kein Arbeitsthema mehr sein. Zur Bürgermeisterwahl am 5. Juni tritt er nicht wieder an, auch seine Tage als amtierender VG-Chef sind gezählt. „Das muss mein Nachfolger machen“, meint er.

Von Frank Prenzel

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