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Altenburg Zipsendorfer feiern 850 Jahre mit buntem Programm
Region Altenburg Zipsendorfer feiern 850 Jahre mit buntem Programm
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17:30 11.06.2018
Max Klinger, seine Enkelin Josephine, Evelyn Bergner und Dagmar Geneit (v.l.) lebten im Biwak wie vor 200 Jahren. Quelle: Bastian Fischer
Meuselwitz

So mancher Zipsendorfer dürfte übers Wochenende beim Gang durch die Straßen des Meuselwitzer Ortsteils zwei Mal hingeschaut haben. Immer mal wieder zogen französische Truppen und preußische Landwehr durch die Straßen, hinter der Kultzeche „Z III“ war auf freiem Feld ein historisches Biwak aufgeschlagen, gleich mehrfach wurde am Sonnabend zum Gefecht geblasen.

Viel Abwechslung im Ortsteil

Das aufwendige Rollenspiel war Teil der seit dem Wochenende laufenden Festwoche anlässlich des 850. Jubiläums der Zipsendorfer Ersterwähnung. Da das Schnaudertal im Zuge des Krieges gegen Napoleon 1813 Schlachtenschauplatz war, habe sich eine entsprechende Darbietung angeboten, so Klaus Spindler von der IG Bergbau- und Heimatfreunde Zipsendorf, die das Fest in den vergangenen Monaten organisiert hatte.

Und dabei, das wurde schnell beim Rundgang über den Vorplatz der Kulturhalle klar, hatten die Mitglieder ganze Arbeit geleistet. So hatte neben einigen Händlern auch die Geleitritterschaft des Peter- und Paulswegs ihr Lager im Herzen des Ortsteils aufgeschlagen, präsentierte neben imposanten Kostümen auch allerlei Handwerkskunst aus der Zeit der Ritter und Fräulein.

Ein paar Meter weiter konnten Freunde historischer Fahrzeuge einen Blick auf einige Oldtimer werfen und mit anderen Enthusiasten ins Fachsimpeln kommen. In der Kulturhalle bot eine eigens erstellte Ausstellung anhand zahlreicher Fotos und alter Postkarten Einblicke in die lange Ortsgeschichte. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Stadtkapelle, die ein buntes Programm bot.

Harte Arbeit fürs Jubiläum

Mit einem harten Kern aus etwa 15 Personen habe man in den zurückliegenden Monaten die Organisation gestemmt, konnte IG-Mitglied Spindler mitteilen. „Dazu kamen zahlreichen Unterstützer aus dem Ortsteil und viele Spenden von Unternehmen und Privatpersonen“, freute er sich. Natürlich sei man mit dem nun gebotenen ein gutes Stück von den großen Feierlichkeiten zum 800. Ortsgeburtstag entfernt, als etwa ein großer Festumzug durchs Dorf zog. Dennoch könne sich das Ergebnis sehen lassen, befand Spindler.

Zufriedene Besucher

Eine Sichtweise, die von den Besuchern geteilt wurde. „Ich finde es richtig gut, dass sich hier jemand eingesetzt hat, um so ein Fest zu realisieren“, betonte etwa Rita Wittmann. Die Ur-Zipsendorferin war gemeinsam mit Andrea Plociennik und Margitta Espenhayn zum Festgelände gekommen. Besonders großen Anklang fand bei dem Trio auch die seit kurzem in neuem Glanz erstrahlende Kulturhalle. „Mit der Feier können wir diese auch endgültig wach küssen“, war sich Plociennik sicher.

Für Axel Brumme war es dagegen vor allem der historische Aspekt, der seinen Besuch in Zipsendorf lohnenswert machte. „Das Fest ist richtig gut geworden, gerade das Biwak macht richtig Eindruck“, befand der Wintersdorfer, ehe er mit Tochter Dora weiter über den Festplatz schlenderte.

Leben wie vor 200 Jahren

Im Biwak am „Z III“ war er da an der genau richtigen Stelle. Wie vor 200 Jahren lebte dort übers Wochenende unter anderem Max Klinger aus Großbeeren bei Berlin. „Wir möchten möglichst nahe an die tatsächlichen Lebensverhältnisse der damaligen Zeit herankommen“, erklärte er den Hintergrund des Spektakels. Entsprechend rustikal ging es zwischen den Zelten auf der Wiese zu. Geschlafen wurde, ganz klassisch, auf Decken auf dem Boden. Daneben konnten Besucher Einblick ins historische Handwerk nehmen, etwa Stick- oder Webarbeiten bestaunen – alles authentisch, wie Klinger betonte. Ein Angebot, dass viele Besucher gerne annahmen.

Noch bis zum Donnerstag dauert die Festwoche in Zipsendorf. Die nächste Veranstaltung steigt Dienstagabend auf dem Parkplatz der bluechip-Arena. Dort findet um 18 Uhr eine Stuntshow statt.

Von Bastian Fischer

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