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Zu spät oder rechtzeitig alarmiert?

Zu spät oder rechtzeitig alarmiert?

Dramatisch steigende Fluten seit Sonnabend, ein rund um die Uhr arbeitenden Katastrophenschutzstab im Landratsamt seit Sonntag, schließlich seit Montagfrüh Katastrophen-Alarm.

Zu spät, kritisieren einige Bürgermeister betroffener Kommunen. Genau zum richtigen Zeitpunkt, entgegnet Landrätin Michaele Sojka.

 

 

 

Der Gößnitzer Rathauschef Wolfgang Scholz (55, Initiative Städtebund) hatte schon beim Ministerbesuch am Montag seinem Unmut Luft gemacht und der Landrätin seine Meinung gesagt. "Ich hätte mir gewünscht, diese Entscheidung wäre schon am Sonntagabend und nicht erst Montagfrüh gefallen", bekräftigte er gestern auf OVZ-Nachfrage. "Wir waren doch mehr oder weniger auf uns allein gestellt."

 

"Man hätte es sicher auch eher machen können", kritisiert Uwe Melzer (52, CDU). Im benachbarten Gera beispielsweise sei die Entscheidung, den Katastrophen-Fall auszurufen, deutlich früher gefallen. Und als Chef der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue war er rund um die Uhr mit im Einsatz und erlebte die Probleme zwischen Windischleuba, Treben und Serbitz hautnah. Er ist aber auch ehrenamtlicher Vize-Landrat und kennt Abläufe und Zwänge von Verwaltungsentscheidungen. Und aus dieser Sicht räumt er ein: "Ein Nachteil ist dadurch nicht entstanden. Denn der Katastrophenschutzstab des Landratsamtes hat gute Arbeit geleistet, die Abläufe koordiniert und immer schnell entschieden."

 

Katastrophen-Alarm jetzt ausrufen oder noch nicht? Darüber sei im Stab immer wieder diskutiert worden, intensiv und auch emotional, so Landrätin Michaele Sojka (50, Linke). Doch für diese Entscheidung gebe es klare Regeln. "Bis in den Montagmorgen hinein hatten wir es mit zwar schweren, aber örtlich begrenzten Notsituationen zu tun. Dafür sind die örtlichen Kräfte, die Bürgermeister mit ihren Feuerwehren, zuständig. Da helfen wir gern, können aber nicht die Verantwortung abnehmen."

 

Diese Situation sei erst am Montagmorgen anders geworden. Praktisch alle Städte und Gemeinden entlang der Pleiße seien durch die Fluten in Mitleidenschaft gezogen worden. Außerdem mussten Hilfskräfte von außerhalb angefordert werden - Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr. Und deren Einsatz kann nur zentral gesteuert und verantwortet werden.

 

"Ab Montagfrüh hörten dann alle nur noch auf ein Kommando", beschreibt Sojka die durch die Ausrufung des Katastrophen-Falls veränderte Rechtslage. "Alles, was ab 7.18 Uhr ins Lage-Tagebuch eingetragen wird, liegt jetzt in der Verantwortung des Landkreises."

 

Übrigens auch die Kosten, doch das ist kein Grund zum Zögern. Einen Großteil der jetzt veranschlagten rund 400 000 Euro wird sich der Kreis aus dem Katastrophenschutz-Fonds des Landes erstatten lassen.

Günter Neumann

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