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Altenburg Zu viele streunende Katzen: Kastrations-Erlass im Altenburger Land
Region Altenburg Zu viele streunende Katzen: Kastrations-Erlass im Altenburger Land
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05:00 09.11.2016
Das Katzen-Domizil im Altenburger Tierheim ist übervoll. Gerade im Herbst kommen viele neue Bewohner hinzu. Quelle: Foto: Mario Jahn
Altenburg/Pahna

Die Nachricht sorgt für Gesprächsstoff: Das Veterinäramt erlässt mit Wirkung zum 1. Dezember eine Verordnung, die sämtliche Kleingartenanlagen im Landkreis sowie den Erholungspark Pahna zu Schutzgebieten erklärt. Geschützt werden sollen frei lebende Katzen vor Leid und Schädigungen – indem ihre mutmaßlichen Halter in die Pflicht genommen werden. Alle Samtpfoten in den Gebieten müssen zum Beispiel per Mikrochip gekennzeichnet und in einem Haustierregister erfasst werden. Außerdem verhängt das Landratsamt ein Auslaufverbot für fortpflanzungsfähige Katzen. Wer seinen Liebling frei ziehen lassen will, muss ihn kastrieren, sterilisieren oder hormonell behandeln lassen.

„Bereits seit Jahren gibt es im Bereich des Seecampingplatzes und in mehreren Gartenanlagen Probleme mit Katzen“, erklärt Amtstierarzt Matthias Thurau. Es handele sich meist um mitgebrachte oder vor Ort angefütterte Vierbeiner, die nach dem Ende der Camping- oder Gartensaison zurückgelassen werden. Die Folge seien gesundheitliche Probleme bei den Tieren, die sie leiden oder sterben lassen. Deshalb reagiere die Behörde nun mit dieser Verordnung.

„Das ist ganz in unserem Sinn“, erklärt Ute Weigel, Werkleiterin des Seecamping Pahna, auf Nachfrage. Im Vorfeld habe sie mit dem Veterinäramt über die Situation gesprochen. „In der Campingplatz-Ordnung steht zwar, dass im Winter keine Haustiere auf dem Gelände zurückgelassen werden dürfen, doch das wird seit Jahren von einigen Dauercampern einfach ignoriert“, erzählt Weigel.

Die streunenden Katzen seien noch keine Plage, aber ein Problem. „Im Sommer werden sie jeden Tag gefüttert“ – eine Hand voll Camper lasse sich davon bislang nicht abbringen. „Im Winter irren die Tiere dann über den Platz, haben sich an die Fütterungen gewöhnt. Manche sind in einem jämmerlichen Zustand. Wir hatten keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Jetzt haben wir eine Handhabe“, zeigt sich die Werkleiterin zufrieden.

Mit der neuen Verordnung könnte sich auch ein weiteres Ärgernis eindämmen lassen: Da den Katzen oft Trockenfutter hingestellt werde, seien zu allem Überdruss noch Füchse und Waschbären angelockt worden.

Auch Wolfgang Preuß, Chef des hiesigen Regionalverbandes der Kleingärtner, begrüßt den Erlass, der am Samstag offiziell im Amtsblatt veröffentlicht wird. „Zwar liegen uns derzeit keine Beschwerden über streunende Katzen in Gartenanlagen vor. Doch es ist richtig vorzubeugen.“

Der Tierschutzverein Altenburg und Umgebung erlebt die Folgen unkontrollierter Populationen jährlich aufs Neue: „Uns trifft jeden Herbst eine regelrechte Flut von Katzen, wenn sich bei den wildlebenden Tieren der Nachwuchs eingestellt hat. Auch in diesem Jahr sind wir wieder voll bis unters Dach“, sagt Vereinschefin Sibylle Börngen. Zwischen 80 und 90 Samtpfoten brauchen Obdach. Der Verein reagiert mit Kastrationen und Sterilisationen. „Doch wir laufen der Entwicklung hinterher und geben Tausende Euro für die Eingriffe aus. Solange wilde Katzen gefüttert werden, treten wir auf der Stelle.“

Von Kay Würker, Jörg Wolf und Marlies Neumann

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