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Zu wenig Stimmberechtigte: Wahl des Feuerwehrchefs muss wiederholt werden

Feuerwehr Zu wenig Stimmberechtigte: Wahl des Feuerwehrchefs muss wiederholt werden

Die wichtige Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes am Sonnabend ist mit einem Eklat zu Ende gegangen. Bei der Wahl von Andreas Hofmann zum neuen Vorsitzenden wurde die nötige Anzahl der Stimmberechtigten unterschritten. Der Urnengang muss nun wiederholt werden.


Quelle: Roland Halkasch

Nobitz. Die 23. Verbandsversammlung vom Kreisfeuerwehrverband Altenburger Land endete mit einem handfesten Eklat. Denn die Wahl des neuen Vorsitzenden Andreas Hofmann musste nachträglich rückgängig gemacht werden, weil zum Zeitpunkt des Urnengangs nicht mehr die satzungsmäßig vorgeschriebenen mindestens 50 Prozent der Delegierten in der Nobitzer Mehrzweckhalle anwesend waren.

Chronologie einer denkwürdigen Sitzung: Mit 24 Punkten war an diesem Samstagmorgen die Tagesordnung der wichtigsten Versammlung des Verbandes voll gepackt, der die wichtigste Interessenvertretung aller Feuerwehrvereine des Kreises darstellt. Erst gegen Ende der Liste stand die Neuwahl des Vorsitzenden an, der dem 68-jährigen Uwe Kaphahn nachfolgen sollte. Kaphahn war nach zehnjähriger Amtszeit zum Jahreswechsel vorzeitig zurückgetreten. Einerseits aus gesundheitlichen Gründen, vor allem aber aus Protest wegen des ewigen Gezerres um die personelle Besetzung der Brandschutzerziehung durch den Verband. Das sagte Kaphahn auch in seinem Rechenschaftsbericht klar und deutlich.

Als designierter Nachfolger stand der 54-jährige Ziegelheimer Andreas Hofmann in den Startlöchern, der als langjähriger Verbandsvize auch die Geschäfte des Dachverbandes nach Kaphahns Rücktritt kommissarisch geführt hatte.

Es dauerte gut drei Stunden, ehe unter anderem Grußworte, Rechenschaftsberichte sowie Auszeichnungen abgearbeitet waren und die Wahl anstand. Die schon zuvor bekanntgegebene Zahl der anwesenden Delegierten ließ aufhorchen: von 148 eingeladenen Stimmberechtigten waren nur 78 erschienen. Gerade vier mehr als die Hälfte.

Gegen 12 Uhr die erste Überraschung: Obwohl bislang kein Gegenkandidat für Hofmann bekannt war, brachte der Starkenberger Ortsbrandmeister Steffen Kühn Ex-Kreisbrandinspektor Frank Schmiedel ins Spiel, was aber nach kurzer Diskussion ad Acta gelegt werden konnte. Vor allem, weil der Ziegelheimer gar nicht anwesend war und nicht geklärt werden konnte, ob und, wenn ja, welchem Feuerwehrverein Schmiedel angehört.

12.10 Uhr war die geheime Wahl per Urnengang beendet, und der als Leiter fungierende Ehrenvorsitzende Gerhard Schreiber verkündete den Ausgang: „Ausgegeben wurden 72 Wahlzettel. 51 stimmten für Hofmann, 21 mit Nein. Andreas Hofmann, nimmst du die Wahl an“, fragte Schreiber und erhielt ein „Ja.“

Da hatte der Dobitschener Wehrleiter Björn Steinicke allerdings schon genauer nachgerechnet und die Diskrepanz bei den Zahlen bemerkt: „Mit 72 Stimmen bei 148 Delegierten kommen wir nicht auf mindestens 50 Prozent für eine gültige Wahl“, ließ er die Bombe platzen. Nein, er wolle beileibe hier nicht gegen irgendeine Person schießen, sondern er wolle nur, dass die Wahl gültig sei und es im Nachgang keine Beanstandungen gibt, fügte Steinicke an.

Und tatsächlich: Wahrscheinlich waren während des der Wahl vorangegangenen dreistündigen Sitzungsmarathons sechs Stimmberechtigte vorzeitig verschwunden, womit nicht einmal mehr die Hälfte aller Delegierten in der Halle saß.

Was folgte, war erneut hektisches Krisenmanagement mit neuerlicher Suche in er Satzung und teilweise schon abenteuerlich anmutenden Lösungsvorschlägen, um die Kuh noch vom Eis zu bekommen. Beispielsweise kam die Anregung, die sechs offensichtlich abtrünnigen Delegierten als noch anwesend zu betrachten, die aber von ihrem Wahlrecht einfach nicht Gebrauch gemacht hätten, womit die Wahl gültig wäre. Andere Wahlverteidiger argumentierten, dass bei einem Ausgang von 51:21 auch sechs weitere mögliche Nein-Stimmen das Ergebnis nicht gedreht hätten und damit zu vernachlässigen wären. Am Ende setzten sich die Befürworter von Neuwahlen durch, deren Termin noch nicht feststeht.

Andreas Hofmann hatten die unerwarteten Probleme sichtlich zugesetzt. „Zum jetzigen Zeitpunkt stehe ich als Kandidat nicht mehr zur Verfügung“, sagte er, revidierte sich dann aber und will nun nochmals darüber nachdenken. „Aber ich werde nicht mehr antreten, wenn die Beteiligung an einer so wichtigen Versammlung weiter so schlecht ist.“

Von Jörg Wolf

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