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Altenburg Zukunft der Sensenmeisterschaft in Rositz derzeit unklar
Region Altenburg Zukunft der Sensenmeisterschaft in Rositz derzeit unklar
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05:00 21.04.2016
Der Cheforganisator der Sensenmeisterschaft in Rositz, Karl Heymann, denkt ans Aufhören. Quelle: Jörg Reuter
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Rositz

„Es könnte die letzte Thüringer Sensenmeisterschaft in Rositz werden“, sagt Cheforganisator Karl Heymann. Am 8. Mai wird diese zum 13. Mal ausgetragen. Heymann, der den Ausscheid seinerzeit ins Leben rief, feierte vor kurzem seinen 70. Geburtstag und fühlt sich langsam zu alt für die Organisation. Demgegenüber möchte der Rositzer Bürgermeister die Veranstaltungstradition gern weiterhin erhalten. „Wir als Kommune und auch der Karnevalclub unterstützen Karli ja schon in diesem Jahr sehr stark. Und ich denke, in zwei Jahren, sollte es uns dann als Gemeinde noch geben, können wir ihn soweit entlasten, dass er nicht nein sagt“, erklärt Steffen Stange (parteilos) auf OVZ-Anfrage.

Dem Bürgermeister ist die Veranstaltung, die alle zwei Jahre in Rositz stattfindet, offensichtlich sehr wichtig. Zum einen, weil sie regelmäßig viele Besucher anlockt. Vor allem aber, weil so eine alte dörfliche Tradition bewahrt wird. „Wer weiß denn von den jüngeren Leuten heute noch, wie mit der Sense eine Schwa­de gehauen wird“, meint Stange. Deshalb möchte er den rührigen Tausendsassa Heymann, der auch im Altenburger Folkloreensemble Mitglied ist, als Clown Karli auftritt oder mit dem Leierkasten Familienferien und Dorffeste bereichert, überzeugen, weiterzumachen. „Wir brauchen dafür aber Karl Heymanns jahrelange Erfahrung“, betont Stange.

Die Futterschroter aus dem Altenburger Land, wie sich die Interessengemeinschaft der Mäh-Sportler nennt, ist immerhin seit 20 Jahren aktiv. 1996 stolperte Heymann über einen Aufruf zur ersten deutschen Sensenmeisterschaft. „Ich hatte schon damals die Vision, Thüringen und das Altenburger Land bekannter zu machen, und wollte mit Westlern in einen friedlichen Wettstreit treten“, erinnert sich Heymann. Dazu passte die Teilnahme bei der offenen deutschen Meisterschaft im Mähen mit der Sense perfekt. Er fragte im Folkloreensemble sowie im Dorf, wer Lust hätte mitzukommen, und hatte bald eine Mannschaft zusammen. In der Tracht der Malcher und mit Mitbringseln wie Altenburger Ziegenkäse ging’s ins baden-württembergische Enzklösterle. „Wir sind zwar beim Wettkampf ganz hinten gelandet, aber wir waren mit den Tracht die Schönsten“, erzählt Karl Heymann lächelnd.

Seitdem hat sich viel getan. 2004 initiierte er die Thüringer Sensenmeisterschaft, und die Futterschrote sind in ihren historischen Trachten auf zahlreichen Volksfesten oft- und gerngesehne Gäste. Dort mähen sie aber weniger, vielmehr zeigen sie, wie Sensen gedengelt werden. Bis zu 15 größere Auftritte kommen pro Saison zusammen. Doch die auf sechs Leute geschrumpfte Gruppe befinde sich nun in Auflösung, sagt Heymann hörbar traurig. Seine Mitstreiter werden wie er immer älter oder hatten in der Vergangenheit schwere Schicksalsschläge zu verkraften.

Der Chef-Futterschroter möchte zwar so weit wie möglich das Dengeln bei Volksfesten erhalten, doch eine Sensen-Sportmannschaft wird es wohl nach dem 8. Mai nicht mehr geben. „Das kostet ja auch Zeit. Von nichts kommt nichts. Bei den Sensenmeisterschaften geht es um Bestzeiten, und dafür muss trainiert werden“, begründet Heymann und ergänzt, dass eine Verjüngung der Mannschaft nicht funktioniert hat. Betroffen davon ist auch die Vorbereitung der Meisterschaft. Für eine weitere 2018 fehlen bei den Futterschrotern einfach die Leute.

Dies kann aber bestimmt gemeinsam in der Gemeinde gelöst werden, ist sich der Bürgermeister sicher. Stange: „Deshalb gehe ich auch nicht davon aus, dass in diesem Jahr die letzte Sensenmeisterschaft in Rositz stattfindet.“

Von Jörg Reuter

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