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Altenburg Zukunft des MBZ bleibt ungewiss
Region Altenburg Zukunft des MBZ bleibt ungewiss
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00:21 15.06.2018
Das MBZ hat Insolvenz angemeldet. Quelle: Jens Rosenkranz
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Altenburg

Mit den finanziellen Schwierigkeiten des Mitteldeutschen Bildungszentrum (MBZ) Meuselwitz hat sich auch der Jugendhilfeausschuss des Kreistags befasst. Dirk Nowosatko, zuständiger Fachbereichsleiter für Kinder- und Jugendhilfe, informierte den Ausschuss Ende letzter Woche über das vom MBZ beantragte Insolvenzverfahren. Wegen der zahlreichen öffentlichen Aufträge des MBZ im Sozialbereich sei die Perspektiven des Betriebes durchaus von Interesse, sagte Nowosatko, der deshalb mit dem vom Gericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter Harald Heinze Kontakt aufgenommen habe.

Das MBZ betreibt im Kinder- und Jugendbereich eine Wohngruppe für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Schmölln, eine Tagesgruppe in Meuselwitz und zwei Projekte der schulbezogene Jugendsozialarbeit. All diese Aufgaben sollen fortgeführt, das MBZ finanziell saniert werden, gab der Fachbereichsleiter seine anwaltlichen Informationen weiter.

Ein Bemerkung des Insolvenzverwalters empfand Nowosatko allerdings als problematisch. Danach seien die Einzelheiten der kommenden Gestaltung des MBZ noch völlig offen, sagte er. Aufklärung hätte Matthias Matuszewski als stellvertretendes Mitglied des Ausschusses geben können, der das MBZ als Geschäftsführer leitet. Doch dieser war der Sitzung ferngeblieben.

Wahre Probleme bleiben unbekannt

Damit bleibt es dabei, dass die wahren Probleme des Betriebes nach wie vor nicht bekannt und sowohl von der Geschäftsführung als auch vom Insolvenzverwalter nicht offengelegt werden, obwohl das MBZ als öffentlicher Auftragnehmer im sensiblen Bereich der Kinder- und Jugendhilfe tätig ist. So blieb MBZ-Chef Matuszewski der OVZ auf mehrere Fragen eine Antwort schuldig, worin die finanziellen Probleme begründet und wie hoch sie sind.

Jetzt wird Gutachten erstellt

Auch Insolvenzverwalter Harald Heinze wollte der OVZ darauf keine Antwort geben. Bis Juli würde ein Gutachten erstellt, dass den Schwierigkeiten auf den Grund geht. Bis dahin werde der Betrieb problemfrei und im vollen Umfang aufrechterhalten, sagte Heinze. Alle Projekte würden fortgesetzt, alle Mitarbeiter blieben an Bord. In einem zweiten Schritt werde untersucht, wie das MBZ sich langfristig konsolidieren könne.

Im MBZ sind derzeit 39 Mitarbeiter beschäftigt. Von diesen werden in den einzelnen Projekten insgesamt 66 hilfsbedürftige Menschen betreut. Dass dieses Verhältnis möglicherweise ungesund ist, wollte Heinze so nicht bestätigen, da eine intensive Betreuung auch personell untersetzt sein müsse. Heinze bestätigte, dass der Anlass des Insolvenzverfahrens allerdings auch das ersatzlose Auslaufen von 60 Arbeitsgelegenheiten Ende März gewesen war.

Von Jens Rosenkranz

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