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Zukunftsdialog - CDU will Zusammenarbeit zwischen Thüringen und Sachsen forcieren

Zukunftsdialog - CDU will Zusammenarbeit zwischen Thüringen und Sachsen forcieren

Für eine weitere Folge der CDU-Veranstaltungsreihe "Zukunftsdialog Thüringen 2020" war am Freitagabend Altenburg Gastgeber. Über die wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit von Thüringen und Sachsen diskutierten in der Destille Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht und die sächsische Sozialministerin Christine Clauß (beide CDU) mit den Präsidenten der Industrie- und Handelskammern Ostthüringen und Leipzig, Albrecht Pitschel und Wolfgang Topf.

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Die Gesprächsrunde: der Ostthüringer IHK-Präsident Albert Pitschel, die sächsische Sozialministerin Christine Clauß, OVZ- Redaktionsleiter Günter Neumann, der das Forum moderiert, Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und der Leipziger IHK-Präsident Wolfgang Topf (v.l.).

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. "Das Altenburger Land ist nicht das Ende Thüringens", pflegt Christine Lieberknecht gern zu sagen, "sondern das Tor zu Westsachsen." Deshalb ging es am Freitag auch darum, wie dieses Tor noch weiter aufgestoßen werden kann. Um das strukturschwache Altenburger Land zu stärken, will sich Lieberknecht für einen Ausbau der Achse zwischen Leipzig, Altenburg und Zwickau einsetzen. "Hier können wir nachbessern", versprach sie eine Berücksichtigung der länderübergreifenden Achse im neuen Landesentwicklungsplan, der aktuell im Bauministerium fortgeschrieben wird.

Das Stichwort zur besseren Integration Altenburgs in die Region Westsachsen lieferte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). Das von ihm erhoffte Signal für eine Anbindung an die A 72 konnte Lieberknecht allerdings nicht bieten. "Wir tun alles, um die Sache zu beschleunigen", versicherte sie. "Doch es ist eine Frage des Geldes" - und zwar leider des Bundes und mehr als Druck machen könne Thüringen auch nicht.

Es wäre ein wichtiger Schritt für das Altenburger Land, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Uwe Melzer. Die Abgeschiedenheit zum Autobahnnetz sei ein Hauptgrund für die geringe Wirtschaftskraft und schwierige Ansiedlungspolitik.

Dass es bei der Kooperation zwischen Sachsen und Thüringen hakt, zeigten die Fragen der Gäste. Eine bessere Abstimmung der Förderinstrumente forderten beispielsweise Hermann Marsch, Präsident von Maicom Quarz in Posterstein, und Schmöllns Bürgermeisterin Kathrin Lorenz. "Wir müssen außerdem die Kompetenzen beider Länder stärker bündeln. Mit der mitteldeutschen Kleinstaaterei werden wir draußen nicht wahrgenommen", sagte Marsch.

"Wir müssen internationaler werden. Bei Bildung, Hochschulen und in der Wirtschaft", stimmte Lieberknecht zu. Die größte Hürde dafür sei allerdings die Kleinteiligkeit der Wirtschaft, warf IHK-Präsident Topf ein. "Was in manchen westdeutschen Ländern als mittelständisches Unternehmen bezeichnet wird, sind bei uns Großbetriebe." Es müsse mehr Wachstum durch Zukäufe und Kooperationen erfolgen - auch die Politik könne hier Hilfestellung leisten, so Topf. Mit Fördermitteln wohl kaum.

Lieberknecht unterstrich ihren Konsolidierungskurs bis 2020: "Wir müssen durch diese Durststrecke durch."

Geras IHK-Chef Pitschel appellierte an die Thüringer Regierungschefin, ein stabiles Berufsschulnetz zu erhalten, auch wenn dies angesichts rückläufiger Schülerzahlen schwierig sei. Topf mahnte zudem eine stärkere Kooperation beider Landesbürokratien an: "Das kann doch bei den Gefängnissen nicht bleiben." Lieberknecht stimmte zwar zu, verwies aber auch auf erfolgreiche Kooperationen, beispielsweise bei der gemeinsamen touristischen Vermarktung.

-Standpunkt

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