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Zum Weihnachtsmarkt öffnet Luckaer Sammler seine Schatztruhe

Mineraliensammlung Zum Weihnachtsmarkt öffnet Luckaer Sammler seine Schatztruhe

Seit vier Jahrzehnten sucht Ralf Schütze nach besonderen Fundstücken aus den Bereichen Mineralien und Fossilien. Zum Luckaer Weihnachtsmarkt öffnet der Sammler seine Schatztruhe und zeigt neue und ältere Objekte. Dabei erklärt er, warum Edelsteine und Mammutzähne bei ihm ganz hoch im Kurs stehen.

Ralf Schütze aus Lucka zeigt regelmäßig zur Weihnachtszeit seine Schätze. Hier ist es ein Achat aus Brasilien.

Quelle: Mario Jahn

Lucka. Auf dem Weihnachtsmarkt in Luckas Altstadt herrschte am Sonnabend reges Treiben. Vor allem Familien mit Kindern zog es auf den Platz an der Kirche, wo es ein weihnachtliches Kinderprogramm, Geschenke vom bärtigen Alten und allerlei Leckereien gab.

Wem das Gewusel zu groß war oder wen die bizarre Welt der Steine interessiert, der konnte einen Abstecher in die Schatzkammer von Ralf Schütze machen. Die hatte der Luckaer extra zum Weihnachtsmarkt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Drei Stunden lang wurde er nicht müde, den Besuchern seine zum Teil einzigartigen Fund- und Sammelstücke aus aller Welt zu präsentieren und über deren Herkunft zu berichten. Das tat der 50-Jährige standesgemäß in Bergmannstracht.

Auf etwa 50 Quadratmetern bekommen die Besucher einen Einblick in die Sammelleidenschaft des Unternehmers, dem es die Wunderwelt der Steine schon als Kind angetan hatte. Zwei Bergkristalle sind seine beiden ersten Sammelstücke, die er noch heute hat. „Die habe ich von einem Geologen bekommen, die er in einer Flussspatgrube im Vogtland gefunden hatte “, berichtet Schütze. Zu diesen beiden Kristallen sind inzwischen Hunderte andere Stücke in einer Vielzahl von Formen und Farben hinzugekommen.

Edelsteine, Halbedelstein und Mineralien haben in mehreren Vitrinen ihren Platz gefunden. „Da ist nichts Künstliches dabei“, versichert er. Zu jedem Schatz hat Schütze eine kleine Geschichte parat. Da sind zum Beispiel die geschliffenen Achate, die er als Kind selbst in Schlottwitz im Erzgebirge gefunden hat. „Dorthin bin ich zu DDR-Zeiten an den Wochenenden mit meinem Vater gefahren. Den habe ich mit meinem Hobby angesteckt, denn ich braucht ihn ja als Fahrer“, erinnert er sich.

Schön anzusehen sind auch die Amethysten, die aus der Region um Geyer stammen. „Zu DDR-Zeiten konnte man die Mineralien noch schleifen lassen. Heute wäre das viel zu teuer“, erklärt Schütze, warum nicht alle seine Sammlerstücke eine glatte Oberfläche haben. Ins Schwärmen gerät der Chef einer Elektrofirma beim Anblick eines Baryts, der in seiner Form einmalig in Europa sei. Sein Exemplar stamme aus dem Wismutbergbau.

Im Laufe der Jahrzehnte haben Fundstücke aus aller Herren Ländern die Sammlung bereichert. Rauchquarzkristalle aus dem Ural, Pyrit aus Peru oder Lapislazuli aus Afghanistan sind in den unterschiedlichsten Formen und Farben zu bestaunen. In all diese Länder wäre Schütze gern selbst gereist, doch bisher sei ihm das noch nicht vergönnt gewesen. In Bolivien und Österreich sei er allerdings schon auf Suche nach Steinen gewesen.

„Viele meiner Stücke habe ich bei einer Börse in München gekauft oder getauscht“, erzählt er. „Einmal im Jahr fahre ich mit der Geraer Mineraliengruppe nach München. Da habe ich immer Tausch- und Verkaufsobjekte dabei. Denn so eine Sammlung muss sich am Ende selbst tragen. Sollte ich doch mal etwas zusätzlich ausgeben, dann setzte ich mir immer ein Limit“, so Schütze.

Doch der Vater dreier Kinder, der im Luckaer Stadtrat sitzt und beim Karnevalsverein mitmischt, taucht nicht nur gern in die Welt der Steine ab. Angetan haben es ihm außerdem Fossilien. Von denen gibt es eine ganze Vitrine voll. Sein Fundus ist jedoch viel größer. Doch in den kleinen Ausstellungsraum passt nicht mehr hinein. „In der angrenzenden Scheune sollen in Zukunft mal nur Fossilien Platz finden. Doch bis es so weit ist, steht noch jede Menge Arbeit an“, sagt er. Bis dahin können sich die Besucher jedoch einen Mammutzahn, der aus dem Harzvorland stammt, oder das Schulterblatt eines Mammuts, das von einem Schleppnetzfund aus der Nordsee ist, anschauen. Aber auch der Rippenbogen eines Wollhaarmammuts, das Horn eines Auerochsen oder Fischabdrücke in Flusskiesel gehören zur Sammlung.

Wer es am Sonnabend einfach nicht in die Ausstellung geschafft hat, kann das laut Schütze nach telefonsicher Absprache jederzeit nachholen.

Von Marlies Neumann

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