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Zweckverband schließt Dörfer im Altenburger Land ans Fernwassernetz an

Versorgung Zweckverband schließt Dörfer im Altenburger Land ans Fernwassernetz an

Meucha, Dobitschen, Rolika, Pontewitz, Lumpzig, Großbraunshain und Kleintauscha werden zukünftig mit weichem Wasser versorgt. Kürzlich wurden diese Ortschaften der Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land an das Thüringer Fernwassernetz angeschlossen. Damit verringerte sich die Wasserhärte von vormals 28 bis 36 Grad deutscher Härte auf nunmehr 5,3 Grad.

Neue Trinkwasserleitungen sind vorm Anschluss an Thüringer Fernwassernetznötig , weil der Druck in diesem höher ist, als in der regionalen Wasserversorgung.

Quelle: Mario Jahn

Wilchwitz. Die Einwohner von Meucha, Dobitschen inklusive Bereich Bahnhof, Rolika, Pontewitz, Lumpzig, Großbraunshain und Kleintauscha können – soweit vorhanden – ihre Wasserentkalker abstellen, sagt Lars Merten, Werksleiter beim Zweckverband Wasserver- und Abwassserentsorgung Altenburger Land (ZAL). Denn die Ortschaften wurden kürzlich an das Thüringer Fernwassernetz angeschlossen. Damit verringert sich der Kalkgehalt des Wassers, der auch Wasserhärte genannt wird, stark. Bislang wurden die Dörfer mit Tiefbrunnenwasser aus dem Wasserwerk Dobitschen versorgt. 28 bis 36 Grad deutscher Härte hat das heimische Nass, 5,3 Grad das des Thüringer Fernwassernetzes, das im konkreten Fall aus der Talsperre Leibis stammt.

Die Bürger werden es vor allem daran merken, dass Kaffeeautomat und Waschmaschine nicht mehr wie bisher verkalken. „Aber nicht am Preis für das Trinkwasser. Dieser verändert sich mit dem Anschluss ans Fernwassernetz nicht“, sagt Merten auf Anfrage. Zwar erarbeite der ZAL gerade gemeinsam mit einem externen Gutachter die Preise für die kommenden vier Jahre. „Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Wir sind mitten drin. Aber es sieht nicht so aus, als müssten die Trinkwasserpreise angehoben werden“, erklärt Mertin. Das wundert wenig, denn mit dem Rückgriff auf Fernwasser sinkt der Aufwand, den der ZAL für die Aufbereitung des Trinkwassers betreiben muss.

So konnte mit dem Anschluss der Dörfer südöstlich von Starkenberg das Wasserwerk in Dobitschen außer Betrieb gehen. „Damit hatten wir in der Vergangenheit Probleme, weil wir kaum noch die geforderten Grenzwerte für Sulfate einhalten konnten.“ Anders als beim Leitungsnetz in den Ortschaften, das Stück für Stück ertüchtigt wurde, vermied der ZAL Investition in das Wasserwerk. Schließlich war dessen Ende geplant und absehbar. Demgegenüber können und werden die Trinkwasserleitungen weiter verwendet. Durch diese fließt eben nun Fernwasser aus Leibis.

„Dafür mussten Druckerhöhungsstation und Erdhochbehälter gebaut und eine Verbindungsleitung gelegt werden“, erklärt der Werkleiter. Für die jetzt angeschlossenen Ortschaften entstand im ersten Bauabschnitt ein Hochbehälter in der Nähe von Gimmel, der in diesem Jahr fertig wurde. Anschließend machte sich der ZAL daran, im zweiten Bauabschnitt eine Verbindungsleitung von Drogen nach Meucha zu installiert. Finanziert wurden die Vorhaben übrigens allein vom ZAL, weil Projekte, die das Trinkwasser betreffen nicht gefördert werden. Deshalb musste der kommunale Verband für den 300 Kubikmeter großen Speicher etwa 640.000 Euro aus Eigenmitteln bereitstellen und für Kunststoffrohre zwischen Drogen und Meucha rund 202.000 Euro.

„Mit diesen Maßnahmen verbessert sich für die Bürger die Trinkwasserqualität. Aber wir haben zuvor auch einwandfreies Trinkwasser entsprechend der gesetzlichen Vorgaben geliefert. Der Kalkgehalt ist nicht entscheidend, dafür gibt es keine Grenzwerte“, betont Merten. Jedoch weiß er, wie häufig hartes Wasser von Bürgern beklagt wird. Im kommenden Jahr soll mit dem Bau eines weiteren Hochbehälters in Starkenberg die Voraussetzung geschaffen werden, um den Rest der Ortschaften der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Altenburger Land ans Thüringer Fernwasser anzuschließen. Die Modernisierungen hatte der ZAL vor Jahren in der Trinkwasserzielplanung beschlossen.

Von Jörg Reuter

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