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Zwei Altenburger Tanzpaare und drei Nobitzer Friseure in Dresden dabei

Semperopernball 2016 Zwei Altenburger Tanzpaare und drei Nobitzer Friseure in Dresden dabei

2500 Gäste in der Oper, 15 000 draußen auf dem Theaterplatz und ein Millionenpublikum vor den Bildschirmen: Der Dresdner Semperopernball ist das größte gesellschaftliche Kulturevent Deutschlands – und zwei Altenburger Tanzpaare und drei Nobitzer Friseure sind am Freitag mit dabei.

Lina Petermann und Johannes Vogel (l.) sowie Maxi Nicole Schicha mit Nico Gruchmann haben viel geübt für das große Ereignis in Dresden.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Dresden. 2500 Gäste in der Oper, 15 000 draußen auf dem Theaterplatz und ein Millionenpublikum vor den Bildschirmen: Der Dresdner Semperopernball ist das größte gesellschaftliche Kulturevent Deutschlands – und zwei Altenburger Tanzpaare und drei Nobitzer Friseure sind mit dabei. Während es für die Meister von Schere, Kamm und Föhn bereits zum wiederholten Mal heißt, hinter der Bühne voraussichtlich zehn der insgesamt 90 Debütantenpaare herauszuputzen, betreten die Tänzer zum ersten Mal das Parkett zum Eröffnungswalzer.

Bereits zum vierten Mal gehören Annett Bauer Nitzsche mit ihrem Ehemann Andreas Bauer – gemeinsam Inhaber des Haarstudios Nitzsche in Nobitz – beim Semperopernball zur Friseurcrew. Zum zweiten Mal ist ihre Mitarbeiterin Peggy Werner mit von der Partie. Alle drei wissen also, was da auf sie zukommt: Frisieren im Akkord. „Um 9 Uhr geht es am Freitag los, und bis 19 Uhr werden wir gut zu tun haben“, erzählt Annett Bauer Nitzsche. Danach heißt es noch, die von ihnen frisierten Paare vom Kongresszentrum in die Oper zu begleiten. „Wir hoffen also auf Windstille und keinen Regen.“ Dann stehen die Friseure bis zum Auftritt der Debütanten hinter den Kulissen mit dem Handwerkszeug bereit, falls doch eine Nadel nicht hält oder sich eine Strähne selbstständig gemacht hat.

Die Nobitzer wissen schon, dass es bei den Herren wieder eine klassische Föhn- und bei den Damen eine Hochsteckfrisur wird – diesmal aber mit einem eingeflochtenen Band in der Farbe des Kleides. Erstmals nämlich in der elfjährigen Geschichte des Balls wird es drei verschiedenfarbige Kleider geben. Die 90 Debütantinnen werden in den Farbtönen Peaches, Wassermelone und Gerberapink übers Parkett schweben. Diese Farben haben bei einer Abstimmung im Internet die meisten Stimmen erhalten.

Welche Farbe ihre Robe haben wird, wissen Lina Petermann und Maxi Nicole Schicha noch nicht. „Das hängt davon ab, an welcher Stelle und in welcher Reihe wir stehen“, erläutert die 17-jährige Lina am Telefon. Denn beide befinden sich mit ihren Tanzpartnern Johannes Vogel (16) und Nico Gruchmann (17) schon seit Dienstag in der sächsischen Landeshaupt. „Wir müssen fleißig trainieren.“ Zwar sind alle vier auf diesem Gebiet schon „vorbelastet“. Sie tanzen seit vielen Jahren im Tanzsportclub Altenburg als Turniertänzer beziehungsweise im A-Team der Standardformation und können einen Wiener Walzer aus dem Effeff. Doch mit 88 anderen Paaren zusammen – das ist etwas ganz neues. Dass sie aber etwas drauf haben, wurde vor allem Lina und Johannes schon vor dem großen Ereignis bestätigt. Sie durften bei der MDR-Sendung „Wir um vier“ mit anderen um das Goldene Ticket tanzen, das ihnen sämtliche Unkosten beglichen hätte, denn die Teilnahme als Debütantenpaar ist nicht ganz billig. Man muss Kleid und Smoking selbst kaufen und auch für die Übernachtung aufkommen. „Doch wir haben als Zweite dieses Ticket leider knapp verfehlt“, bedauert die Gymnasiastin.

Stolz, dass sie sich bei entsprechenden Ausscheiden aber für das Ball qualifiziert haben, sind die vier trotzdem. „Außerdem sind wir nach dem Eröffnungswalzer doch VIPs, denn wir dürfen beim Ball in jeden Bereich“, freut sich Maxi Nicole (17).

Dabeisein dürfen anschließend auch die Friseure. „Doch mehr als zwei Stunden halten wir es nicht aus. Dafür sind wir einfach zu groggy“, weiß Annett Bauer Nitzsche aus Erfahrung.

Von Ellen Paul

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