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Zwei Drittel schon älter als 40: Sanierungsbedarf an Häusern

Zwei Drittel schon älter als 40: Sanierungsbedarf an Häusern

Das Landratsamt sieht im Altenburger Land einen erhöhten Sanierungsbedarf bei Immobilien und begrüßt die neuen Förderdarlehen der Thüringer Aufbaubank (TAB).

Altenburg. Von Thomas Haegeler

Laut der Erhebung des Pestel-Instituts, die sich auf Zahlen des Statistischen Landesamtes stützt, sind rund 64 Prozent aller Wohnungen im Kreis 40 Jahre oder älter. Viele davon stammen sogar aus der Nachkriegszeit oder entstanden noch früher. Nur etwa 14 Prozent der Wohnungen wurden nach der Wende gebaut. "Ein Großteil ist weit von dem entfernt, was heute Standard ist", schätzt Institutsleiter Matthias Günther aufgrund der Zahlen ein. Das gelte für den Energieverbrauch für die altersgerechte Ausstattung, aber auch für Grundrisse.

Dem stimmt Wenzlau prinzipiell zu. "Damals wurde unter anderen Gesichtspunkten gebaut, war etwa die Wärmedämmung noch in den Anfängen", so der Fachmann. "Je nachdem, welcher Standard verbaut wurde, sind neben den alten Gebäuden auch jüngere, die 20 bis 25 Jahre alt sind, betroffen." Nicht zuletzt, weil man mitunter einiges an Geld braucht, um die Häuser etwa in punkto Energie-Effizienz auf den heutigen Stand zu bringen, unterstützt das Landratsamt die neuen Kreditangebote des Landes Thüringen.

Über die TAB stellt der Freistaat zur Förderung der eigenen vier Wände und deren Sanierung wieder ein Darlehensvolumen von zwölf Millionen Euro zur Verfügung. "Die Angebote richten sich vor allem an junge Familien mit mittleren Einkommen und an Leute, die Schwierigkeiten haben, Kredite zu bekommen", erklärt Roland Erdtmann von der TAB. "Selbst bei einer bestehenden Belastung im Grundbuch gibt es bei uns die Chance, ein Darlehen zu bekommen."

Die Zinssätze dieser belaufen sich derzeit auf 0,75 bis 2,65 Prozent. Gefördert werden die drei Säulen Bauen/Kaufen, Modernisieren und energieeffizient Sanieren. Beim Bauen/Kaufen finanziert die TAB anteilig bis 50 000 Euro als Ergänzung zur vorrangigen Finanzierung durch andere Banken. Gefördert werden junge Ehepaare auch ohne Kind, Haushalte mit mindestens einem Kind (Schwangerschaft reicht) sowie Haushalte ab zwei Personen, von denen mindestens eine 50 Prozent oder mehr behindert ist.

Beim Modernisieren werden bei Kosten ab 10 000 Euro bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten (maximal 75 000 Euro) finanziert. "Dabei ist es egal, ob ein neues Dach gemacht werden soll, neue Fenster oder eine Elektroinstallation", sagt Erdtmann. Antragsberechtigt seien Eigentümer von selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern. Beim energieeffizienten Sanieren gelten dieselben Darlehensbeträge und Voraussetzungen. Gefördert wird die Sanierung zum Effizienz-Haus, daneben sind Einzelmaßnahmen wie etwa neue Heizungsanlagen, Wärmedämmung oder neue Fenster förderfähig.

Allerdings weist Erdtmann darauf hin, dass bei allen Förderprogrammen ein Arbeitsvertrag zwingend ist und Einkommensgrenzen einzuhalten sind. "Diese liegen bei einer Familie mit zwei Kindern bei etwa 61 000 Euro brutto jährlich", sagt er. "Dennoch kann auch bei einem höheren Einkommen die Grenze eingehalten werden, weil Freibeträge abgezogen werden können. Das ist nicht sehr großzügig bemessen, aber wir achten darauf, dass die Tilgung machbar ist." Zudem erlaubten die Modalitäten feste Zinssätze für fünf oder zehn Jahre. "Die Tilgungssätze können wahlweise auf 1,7 Prozent oder 3,0 Prozent jährlich zuzüglich ersparter Zinsen ab dem zweiten Jahr festgesetzt werden." Wichtig sei, dass der Kredit vor Baubeginn oder Kaufvertrag beantragt werde.

Landrätin Michaele Sojka bewertet das Programm als positiv, sieht darin neben dem Potenzial, die ältere Bausubstanz zu sanieren, sogar eine Möglichkeit, dem demografischen Wandel zu begegnen. "Ich finde das gerade für unseren Landkreis ein sehr interessantes Angebot, weil die Einkommen unter dem Schnitt liegen", meint die Linken-Politikerin. "Außerdem wollen wir junge Leute und Familien hier halten. Und wer hier eigene vier Wände hat, zieht nicht so schnell weg."

Heute findet von 13.30 bis 17 Uhr im Spiegelsaal des Landratsamtes eine Informationsveranstaltung zur Wohnraumförderung statt.

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