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Altenburg Zwei Lehrer aus Leidenschaft
Region Altenburg Zwei Lehrer aus Leidenschaft
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19:59 15.05.2013
Bildunterschrift Quelle: Mario Jahn
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Und so haben gleich mehrere Generationen Kinder bei ihnen schreiben, rechnen oder schwimmen gelernt. Dementsprechend groß war gestern die Zahl der Gratulanten, die dem Ehepaar zur eisernen Hochzeit alles Gute wünschten.

"Mein Vater war ein bisschen abergläubisch, deshalb wollte er, dass wir unbedingt bei zunehmendem Mond heiraten. Damit sich das Geld vermehrt", erzählt Else Geithel amüsiert. Damals, 1948, war sie gerade erst mit ihrer Familie aus Ostpreußen in Wildenbörten bei Schmölln gelandet. Dort war ein sportbegeisterter junger Mann zu Hause, der genauso alt war wie sie.

Als dieser aus dem Krieg zurückgekommen war, hatte er sich gleich daran gemacht, in seinem Heimatort einen Sportverein aufzubauen. "Wir haben hauptsächlich geturnt", erzählt der agile 89-Jährige. Ende der 1940er-Jahre hatte er dann im Sportverein seine zukünftige Frau kennengelernt.

"Ich wollte eigentlich schon immer Lehrer werden, durfte es am Anfang aber nicht studieren", erinnerte sich Else Geithel an jene Zeit. Sie ließ aber nicht locker und überredete auch ihren inzwischen angetrauten Mann, die Laufbahn eines Pädagogen einzuschlagen. Sie besuchte später in Altenburg das Institut für Lehrerbildung und er absolvierte sein Studium zum Diplom-Sportlehrer in Potsdam. "Und bekam am Ende eine bessere Note in Deutsch als ich", findet Else Geithel immer noch erwähnenswert.

"Aber im Herzen bin ich Zimmermann geblieben", meint Willy Geithel, der den Beruf vor den Krieg erlernte. Nicht ohne Stolz erzählt er, dass er in der Freizeit viele Dächern mitgebaut hat. Auch seine Frau war in ihrer Freizeit ehrenamtlich aktiv. Sie leitete die Ortsgruppe der Volkssolidarität und des Deutschen Roten Kreuzes und war in der Kirchgemeinde. Deswegen durfte sie für drei Jahre zu DDR-Zeiten auch nicht als Lehrerin arbeiten. Noch heute bewundert ihr Mann die Standfestigkeit seiner Frau damals. Später konnte sie zurück vor die Klasse. Es sei der schönste Beruf, sind sich beide einig, denn dieser hat sie glücklich gemacht und zwar bis heute. Jörg Reuter

Jörg Reuter

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