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Zwei junge Frauen aus der „Mu-Ki“ erzählen, wie sie in Not gerieten und Hilfe bekamen

OVZ-Spendenaktion ist auf der Zielgeraden Zwei junge Frauen aus der „Mu-Ki“ erzählen, wie sie in Not gerieten und Hilfe bekamen

Die OVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ ist auf der Zielgeraden. Eine Wohngruppe für Mütter und Kinder („Mu-Ki“) in Not hatte sich ein Gerätehäuschen gewünscht. Zu den Bewohnern gehören zwei junge Frauen, die in eine seelische Notlage gerieten und in der „Mu-Ki“ Hilfe fanden. Sie erzählen ihre Geschichte.

Nancy Ritter mit Söhnchen Pascal-John, Erzieherin Mirjam Weber sowie Sarah Bendel (v.l.) mit Töchterchen Sophie freuen sich in der „Mu-Ki“ auf Weihnachten.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. „Mu-Ki“ heißt die Wohngruppe für Mütter und Kinder in Not des Innova-Sozialwerks, für die die OVZ eine Spendenaktion gestartet hat. Sie läuft noch bis morgen, womit nun der Endspurt eingeläutet ist. Zahlreiche OVZ-Leser haben sich an der Hilfsaktion zur Adventszeit bereits beteiligt. Dafür soll an dieser Stelle schon einmal Dankeschön gesagt werden. Die Bewohner in der Molbitzer Straßen wünschen sich ein kleines Gerätehäuschen für Kinderwagen und Spielsachen, denn für beides herrscht Platznot.

Eine der drei Muttis in der „Mu-Ki“ ist Nancy Ritter. Sie wohnt schon seit Oktober 2014 dort. Zu jener Zeit war die damals 18-Jährige schwanger und in einer seelischen Notlage. Denn Unterstützung konnte sie von ihrer Mutter, bei der sie lebte, nicht erhoffen. Sie war ohnehin nie da und wenn, dann gab es ständig Krach. Auch das Jugendamt kam jetzt immer öfter vorbei und schlug schließlich vor, dass Nancy Ritter in die „Mu-Ki“ einzieht. „Ich habe lange gebraucht, um mich auf die angebotene Hilfe einzulassen“, erinnert sich die junge Mutti im OVZ-Gespräch. Schließlich zog sie ein, und dann kam auch schon Söhnchen Pascal-John auf die Welt.

Mittlerweile ist Nancy Ritter 21 und hat seit Anfang September eine Ausbildung als Beiköchin bei der Innova begonnen. Zuvor absolvierte sie eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, um zu testen, welcher Beruf sich für die junge Frau mit Förderbedarf eignet. Fast zwei Jahre und drei Monate lebt Nancy Ritter nun in der „Mu-Ki“ und freut sich nun darauf, bald, nämlich Anfang 2017, in eine Trainingswohnung zu ziehen. Ziel der Innova ist natürlich, dass Nancy Ritter irgendwann auf eigenen Beinen steht, Beruf und Erziehung alleine meistert. Nach Hause zurück möchte sie auf keinen Fall. Dem bevorstehenden Auszug sieht sie mit gemischten Gefühlen entgegen. „Es war eine schöne Zeit, man hat mir hier sehr geholfen.“ Auf der anderen Seite freut sie sich auf die eigenen vier Wände.

Seit etwas über acht Monaten wohnt Sarah Bendel in der „Mu-Ki“. Als ihre Eltern erfuhren, dass sie damals 17-Jährige schwanger war, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. „Sie waren damit völlig überfordert“, denn schließlich musste die junge Frau auch die Schule abberechen, statt eines angestrebten Real-, hatte sie jetzt nur einen Hauptschulabschluss. Auch in ihrem Fall empfahl das Jugendamt, in die Molbitzer Straße zu ziehen. „Es war eine richtige Entscheidung“, sagt Sarah Bendel heute. Im Mai kam dann Töchterchen Sophie auf die Welt. Im August begann die junge Frau eine Ausbildung zur Kinderpflegerin. Das sieben Monate alte Töchterchen wird derweil in der „Mu-Ki“ betreut.

Mittlerweile freuen sich ihre Eltern, dass dies alles so gut klappt. Wenn Sarah Bendel im August 2017 einen Kita-Platz bekommt, könnte sie dann auch in eine Trainingswohnung ziehen. Das ist ihr Ziel. Auch Sarah Bendel weiß, wie sehr ihr in einer kritischen Lebensphase durch die Mu-Ki geholfen wurde. „Diese Zeit werde ich nicht vergessen“, sagt sie.

Für etliche sehr junge Mütter sei das Kinderkriegen zwar ein Problem, das sie aber mit Hilfe der Familie meistern, weiß Andrea Teuber, die Bereichsleiterin Kinder- und Jugendhilfe bei der Innova. Einige aber brauchen Hilfe von außen, wie zum Beispiel durch die „Mu-Ki“. Es ist sehr mutig, von diesen Frauen, dass sie Hilfe suchen und dann auch annehmen und sich schließlich dazu durchringen, in einer Wohngruppe zu leben. Das ist oft nicht leicht. Denn niemand weiß, wie es in ihnen aussieht.“

Von Jens Rosenkranz

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