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Zweifel an sonniger Zukunft

Zweifel an sonniger Zukunft

Die nächste große Fotovoltaikanlage der Skatstadt nimmt Gestalt an. Sie soll an der Zwickauer Straße entstehen. Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan gegeben.

Allerdings wurde erneut Kritik geäußert und die Überarbeitung des städtischen Konzepts für solche Sonnenenergie-Großanlagen gefordert.

 

 

 

Willi Präger formulierte es drastisch: "Wenn uns nichts mehr einfällt, machen wir einen Solarpark." Den SPD-Stadtrat ärgerte es sichtlich, dass ausgerechnet zwischen Krankenhaus und Sportstätten, Teich-Areal und Stadtwald eine solche Fotovoltaik-Großanlage entstehen soll. Praktisch direkt am Eingangstor zur Stadt Altenburg. "Mit etwas mehr Weitsicht wäre eine andere Nutzung möglich gewesen", monierte er.

 

Dabei sind die knapp 20 000 Quadratmeter, auf denen die GAP Energy GmbH aus Hallbergmoos ihre Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 942 Kilowatt aufbauen will, längst kein Schmuckstück mehr. Zwischen Zwickauer Straße, Kleingartenanlage und Tennisplätzen gelegen, prägen das ehemalige Betriebsgelände des Baukombinats Leipzig heute nur noch zerfallende Fundamente, Lagerflächen und Straßen samt Wildwuchs, wie Bürgermeisterin Kristin Knitt in ihrer Begründung der Beschlussvorlage des Rathauses betonte. Gegenwärtig werden die Flächen als Lagerplatz für Schüttgut genutzt.

 

Doch das beruhigte die Zweifler nicht, die es gerade auch in der CDU-Fraktion gab. Immerhin hatte sich die Union noch im OB-Wahlkampf für eine ausgewogenen Entwicklung und touristische Erschließung des Areals zwischen Teich und Stadtwald ausgesprochen. "Wir sprechen hier über die nächsten 20 Jahre", mahnte prompt Sandy Reichenbach.

 

Doch stoppen mochten die Christdemokraten die schon weit gediehenen Planungen nun auch wieder nicht. Die CDU unterstütze das Projekt, stellte Fraktionschef André Neumann deshalb klar. Zugleich forderte er jedoch, das vom Stadtrat erst kürzlich beschlossene Fotovoltaik-Gesamtkonzept rasch zu überarbeiten: "Es ist zu unverbindlich. Wir müssen dieses Thema dringend neu behandeln."

 

"Wir verbauen uns Entscheidungsmöglichkeiten", stellte auch Detlef Zschiegner (FDP) fest. Er wies in diesem Zusammenhang aber ebenfalls darauf hin, dass es für die geplanten Freizeitanlagen in dieser Region zwischen Teich und Stadtwald genauso wenig ein schlüssiges und verbindliches Konzept gebe.

 

Oberbürgemeister Michael Wolf (SPD) warnte schließlich davor, wegen eines einzelnen Projekts gleich ein "Angstszenario" zu entwerfen. Der Stadtrat sei jederzeit in der Lage, Flächen aus dem Gesamtkonzept wieder herauszunehmen. Andererseits habe es für das neue Projekt aber keine Alternativen gegeben: Der benachbarte Tennisverein könne eine Nutzung der Flächen nicht stemmen und die Stadt sei nicht in der Lage, jede Fläche zu kaufen.

 

Mit jeweils sieben Gegenstimmen und wenigen Enthaltungen wurden der vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Solarprojekt und die nötige Änderung des Flächennutzungsplanes gebilligt. Beide Dokumente werden nun öffentlich ausgelegt.

Günter Neumann

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Von Redakteur Gabriele Neumann

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