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Zweiter Anlauf

Zweiter Anlauf

Bisher haben weltfremde Vorschriften die Bebauung des innerstädtischen Areals entlang der Pauritzer Straße verhindert. Um die Grundstücke mit Schlossblick doch noch vermarkten zu können, sollen nun die Regeln geändert werden.

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Beste Altenburger Innenstadtlage: Das Areal oberhalb der Pauritzer Straße war bisher mit einem Bebauungsplan belegt, der Häuslebauer reihenweise abschreckte. Im Vordergrund das einzige bebaute Grundstück. Fotos: Mario Jahn

Quelle: Mario Jahn

Das beschloss der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit.

 

 

 

Der Blick ist traumhaft, die Lage einmalig: Auf der sonnenbeschienenen Hanglage oberhalb der Pauritzer Straße, unmittelbar gegenüber des Schlosses, hält die Stadt Altenburg seit Jahren erschlossenes Bauland für Einfamilienhäuser bereit. Und findet schon genauso lange keine Käufer. Vor sieben Jahren wurde die Planung angeschoben, seit vier Jahren ist sie rechtskräftig. Doch lediglich ein Einzelgrundstück wurde bisher bebaut.

 

Es gab zwar immer wieder Interessenten, doch mit den vorgegebenen Regeln mochte sich niemand anfreunden, wie Bürgermeisterin Kristin Knitt den Stadträten erläuterte: Die nach einem Architekturwettbewerb vorgeschriebenen Flachdächer - was obendrein für den "Seifenkisten"-Spott sorgte -, aber auch eine starre Baulinie und die Vorgabe einer durchgängigen Mauer seien der Bauverwaltung immer wieder als Ablehnungsgründe genannt worden. "Die Umsetzung war leider nicht die, die wir gemeinsam erreichen wollten." Oder wie Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) sagte: "Nicht jeder städtebauliche Wettbewerb ist das Nonplusultra."

 

Deshalb machte das Rathaus den Stadträten nun den Vorschlag, den Bebauungsplan zu ändern - und zwar, ohne gleich die nächsten Vorschriften festzuzurren. "Wir wollen erst einen Konsens erzielen und in Ruhe diskutieren", warb Knitt um die Zustimmung der Abgeordneten. Erst später solle die förmliche neue Satzung auf den Weg gebracht werden.

 

Auch der OB unterstützte diesen neuen Stil: "Bitte so wenig wie möglich Regulierung, so viel wie möglich Freizügigkeit. Wir sollten aufhören, zu viele städtebauliche Forderungen aufzustellen." Wegfallen sollen laut Vorlage der Verwaltung aber auf jeden Fall die jetzigen Vorschriften für Dächer, Firstausrichtung, Mauern und Parken.

 

Das fand grundsätzlich Zustimmung, doch der Stadtrat machte auch auf neue Probleme aufmerksam. Für die Fläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite sollte ebenfalls schon jetzt eine Planung erarbeitet werden, regte Stefanie Apel von Pro Altenburg an. "Sonst hat man eines Tages den Schlossblick nur noch vom Dach." Auch diese Unsicherheit könne sich als Hemmnis für die Vermarktung herausstellen. Ihr Fraktionskollege Christian Götze wünschte sich parallel eine Überarbeitung der Gestaltungssatzung, Harald Stegmann (Linke) wies auf Probleme des Denkmalschutzes hin.

 

Doch das war dem OB zu viel auf einmal: "Wir sollten die Gelassenheit haben, Flächen auch einmal eine Weile so zu lassen, wie sie sind."

Günter Neumann

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