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Altenburg Zweiter Arbeitsmarkt bricht weg – MBZ Meuselwitz droht Insolvenz
Region Altenburg Zweiter Arbeitsmarkt bricht weg – MBZ Meuselwitz droht Insolvenz
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00:28 10.06.2018
Die Firmenzentrale des MBZ in Meuselwitz. Von dort aus werden 66 hilfsbedürftige Menschen betreut. Quelle: Foto: Jens Rosenkranz
Meuselwitz

Das Mitteldeutsche Bildungszentrum (MBZ) Meuselwitz hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das bestätigte MBZ-Geschäftsführer Matthias Matuszewski gegenüber der OVZ. Der Antrag sei bereits vor einigen Tagen gestellt worden. Darüber sei mittlerweile auch Bürgermeister Udo Pick (BfM) unterrichtet. Der wiederum informierte seine Beigeordneten und die Fraktionschefs im Stadtrat.

Auslaufen von Arbeitsgelegenheiten war Rückschlag

Wie groß die finanziellen Probleme der GmbH sind, wollte Matuszewski nicht sagen. Als Grund für den Antrag nannte er eine schwierige Marktsituation, veranlasst durch eine restriktive Politik, die zu wegbrechenden oder rückläufigen Elementen auf dem zweiten Arbeitsmarkt führte. So lief Ende März ein seit über fünf Jahren laufendes Projekt für 60 sogenannte Arbeitsgelegenheiten aus, die im Raum Altenburg und Meuselwitz angesiedelt waren. Das sei für das MBZ der größte Rückschlag gewesen. Die betreffenden Personen kamen dadurch zwischen einem halben und einem dreiviertel Jahr in Arbeit.

MBZ betreibt Wohngruppe für minderjährige Flüchtlinge

Das MBZ bezeichnet sich selbst als Bildungsdienstleister, dessen Angebote im gewerblich-technischen sowie kaufmännischen Bereich liegen und sich an Firmen und private Interessenten richten. Bekannt wurde die Gesellschaft auch durch ihre Unternehmungen im sozialen Bereich. So betreibt das MBZ in Schmölln eine Wohngruppe mit derzeit elf unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Diese sorgte im Oktober 2016 für weltweite Schlagzeilen, als sich ein junger Somalier aus dem Fenster der Unterkunft in den Tod stürzte (OVZ berichtete).

66 Menschen profitieren von den Hilfsangeboten

Des Weiteren betreibt das MBZ eine Tagesgruppe für Jugendliche im firmeneigenen Verwaltungsgebäude in Meuselwitz sowie verschiedene Projekte, um Menschen in schwierigen Lebenslagen zu helfen oder sie auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Insgesamt profitieren im Moment 66 Personen von solchen Hilfsangeboten.

Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens diene dazu, die Jobs der Mitarbeiter zu sichern und das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, erklärte Matuszewski, der selbst als beratendes Mitglied dem Jugendhilfeausschuss des Kreistages angehört. „Ich warte nicht, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Die Belegschaft sei in einer Versammlung über die prekäre Lage unterrichtet worden.

Bevollmächtigter eingesetzt

Als Bevollmächtigter im beantragen Insolvenzverfahren wurde Rechtsanwalt Peter Suffel aus Jena bestellt. Ab sofort prüft das Amtsgericht Gera, ob der Antrag zulässig und begründet ist. Gründe wären die Zahlungsunfähigkeit, die drohende Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung. Wesentliche Voraussetzung der Eröffnung eines Verfahrens ist das Vorliegen eines dieser Gründe.

Das MBZ gehört zu 93 Prozent der gemeinnützigen ÜAG (Über Alle Grenzen) GmbH mit Sitz in Jena. Die ÜAG wiederum gehört zu 73 Prozent der gemeinnützigen GmbH JUL in Weimar, einem freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Jugendberufshilfe. 27 Prozent an der ÜAG hält der Verein „Ausweg“.

Von Jens Rosenkranz

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