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Altenburg Zweiter Versuch
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19:11 26.12.2014

Deshalb hat OB Michael Wolf (SPD) sich vom Stadtrat auf dessen jüngster Sitzung grünes Licht geben lassen, das Altstadtfest als eintägige Veranstaltung zu planen, mit den Vorbereitungen zeitnah zu beginnen und die entsprechenden Mittel in den Haushalt 2015 einzustellen. Außerdem wurde Wolf ermächtigt, das Altstadtfest mit der beabsichtigten Open-Air-Veranstaltung des Theaters zu koppeln, um Einspar- und Synergieeffekte zu erreichen. Auch die notwendigen Aufträge darf er nun auslösen.

Geplant hatte die Stadtverwaltung ein solches Zusammengehen schon in diesem Jahr. Am Ende gab es aber "nur" die beiden "Carmina Burana"-Konzerte auf dem Markt, das Altstadtfest konnte erst im Oktober gemeinsam mit dem Bauernmarkt stattfinden. Nun plant das Theater eine Wiederholung des grandiosen Erfolgs vom Sommer. Ob allerdings wieder die szenische Kantate von Carl Orff aufgeführt wird, steht noch nicht fest. Diesmal will der OB aber Nägel mit Köpfen machen, damit die Zusammenlegung mit dem Altstadtfest nicht wieder platzt.

Allerdings hat Wolf vor dem Stadtrat eingeräumt, dass seine Vorgehensweise den zuständigen Mitarbeitern in der Verwaltung nicht unbedingt gefällt. Denn normalerweise dürfe das Stadtoberhaupt in der haushaltslosen Zeit keine Aufträge auslösen. "Die Frage ist also, wie weit kann man gehen, wie weit kann man den rechtlichen Rahmen ausschöpfen, um die Stadt voranzubringen?", so der SPD-Politiker. "Selbst mit Ihrer Willensbekundung trage ich am Ende das Risiko. Ein Stadtrat ist nicht in die Haftung zu nehmen." Doch im Interesse der Stadt möchte er es wagen.

Durch das Zusammengehen mit dem Theater ließen sich seiner Aussage zufolge die Kosten für das Altstadtfest fast um die Hälfte reduzieren, allein durch die schon vorhandene große Bühne. Statt 51 000 Euro würde das Fest dann nur noch mit 29 000 Euro zu Buche schlagen. Außerdem gebe es die Möglichkeit, mehr Altenburger Kulturschaffende in das Altstadtfest zu integrieren. Ein Zusammengehen mit dem Bauernmarkt sei hingegen weit weniger erstrebenswert, weil man diesen beliebten Markt nicht auf die Dauer knebeln könne, so Wolf. Die Einschränkungen durch das am nächsten Tag stattgefundene Altstadtfest seien erheblich gewesen.

An diesem Konzept - Open-Air-Konzert plus Altstadtfest - hatte der Stadtrat schon in diesem Jahr Gefallen gefunden und dem OB Rückendeckung für die Durchführung auch ohne beschlossenen Haushaltsplan geben wollen. Doch Wolf lehnte ab. "Ohne Haushalt kein Altstadtfest", beschied er und blieb hartnäckig. Dass er es nun für 2015 doch so machen will, ist vor allem Pro-Altenburg-Chef Peter Müller sauer aufgestoßen. "Was ist denn diesmal anders? Diesen Spagat oder Unterschied müssen Sie mir erklären", sagte Müller ziemlich erbost und lieferte die Antwort gleich selbst. "Es ist immer wieder dasselbe. Wenn Sie etwas möchten, finden Sie immer Mittel und Wege."

"Wenn das Risiko kalkulierbar ist, bin ich bereit, politische Macht umzusetzen und auszuspielen", erwiderte Michael Wolf. Deshalb habe er diesmal um die Legitimation durch den Stadtrat gebeten.

Die Linke war ebenfalls schon in diesem Jahr der Auffassung, dass trotz vorläufiger Haushaltsführung das Altstadtfest hätte stattfinden können. Doch die Fraktion zeigte sich gegenüber dem Umschwenken des OB weit gnädiger. "Wir sind sehr froh, dass Sie das Altstadtfest nun auf diese Weise durchführen wollen", sagte Fraktions-Vize Harald Stegmann.

Das sah die Mehrheit am Ende ebenso. Bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung erteilten 34 Stadträte dem OB die gewünschte Ermächtigung. © Kommentar

Paul, Ellen

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