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Zwischen Baum und Borke: Die verzwickte Lage des ZFC im Nachwuchs-Bereich

Zwischen Baum und Borke: Die verzwickte Lage des ZFC im Nachwuchs-Bereich

In Sachen Nachwuchs-Fußball ist der ZFC Meuselwitz nicht zu beneiden, steht zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite bietet der Klub jungen Kickern kreisweit beste Möglichkeiten, sich zu entwickeln.

Meuselwitz.

Andererseits wissen die Verantwortlichen, dass sie an die Bedingungen der Leistungszentren und Sportschulstandorte Leipzig, Jena, Chemnitz oder Halle nie herankommen werden. Da kann Vereinschef Hubert Wolf noch so viel Geld in die Hand nehmen. Über 100 000 Euro investiert der ZFC bereits pro Saison in die Youngster und damit in die eigene Zukunft.

 

 

 

Eingerichtet in der Nische

 

 

 

"Der Nachwuchsetat ist mit dem Gesamtetat in den vergangenen Jahren sukzessive gewachsen", sagt Wolf, der davon ausgeht, dass sich das künftig nicht ändert. Das meiste Geld gehe für Übungsleiter, Fahrtkosten und Trainingslager drauf. "Unser Ziel ist es, jedes Jahr einen Spieler herauszubringen, der den Sprung ins Training des Regionalliga-Kaders schafft." Das funktioniere zwar dieses Jahr nicht ganz, weil das beste Talent fürs Studium weggeht, aber dennoch: Das Ziel bleibe. "Wir fühlen uns nicht schlecht in der Rolle zwischen den kleinen Vereinen und den Leistungszentren."

 

Zumal der ZFC davon auch profitiert. Denn nicht alle Talente schaffen den Sprung von den mitteldeutschen Kaderschmieden in Profi-Teams. "Wir wollen mit den Talenten weitergehen, die wieder zurückkommen", erklärt Wolf. "Dafür brauchen wir ein hohes Trainingsniveau und interessierte Spieler." Mit beidem können die Meuselwitzer aufwarten - auch wenn es bei einzelnen Jahrgängen, wie derzeit etwa bei den 2000/01 Geborenen personell schon mal dünner wird.

 

Das Niveau in den derzeit elf Teams mit 182 Aktiven von der A-Jugend bis zu den Bambini gewährleisten insgesamt 24 Übungsleiter, zu denen neben Spielern der ersten Mannschaft auch gestandene Ex-Kicker gehören - alle von ihnen mit entsprechender Lizenz oder Erfahrung. Zudem messen sich die ZFC-Spieler mit den landesweit besten ihres Jahrgangs. Denn von den A- bis zu den E-Junioren laufen die Schnauderstädter in der Verbandsliga auf - in der B- bis E-Jugend gibt es zudem zweite Mannschaften, die in der Kreisoberliga kicken. Bis zu den C-Junioren geht es nicht höher.

 

 

 

Das Rundum-Sorglos-Paket

 

 

 

Doch nicht nur wegen der Konkurrenz und den gut ausgebildeten Coaches kann der Nachwuchs im Altenburger Land kaum besser trainieren. Schließlich verfügt das Areal der Bluechip-Arena über vier Plätze, inklusive eines mit Kunstrasen - ein weiterer Trainingsplatz sowie eine eigene Halle sind in Planung.

 

Das ist aber noch nicht alles, was der ZFC seinen und künftigen Spielern zu bieten hat. "Für die A- und B-Junioren gibt es einen Fahrdienst, der sie zum Training und wieder zurück bringt", sagt ZFC-Geschäftsführer und -Nachwuchschef Jochen Slawinsky (46). "Außerdem muss niemand Dresse waschen oder das bezahlen, wir haben eigene Busse, um zu den Auswärtsspielen zu kommen, dazu bekommen die Eltern Fahrgeld und sind unfallversichert." Der Fahrdienst konzentriert sich derzeit auf Schmölln und Umgebung, soll aber auf Altenburg ausgedehnt werden.

 

"Wir denken zudem darüber nach, den Fahrservice auch auf die C-Jugend zu erweitern", so B-Jugend-Trainer Heiko Weinert (45) und E-Junioren-Kollege Michael Thiem (44) ergänzt: "Außerdem bekommt jeder Nachwuchsspieler eine Freikarte für die erste und zweite Mannschaft." Und wer die nötige Qualität für die Regionalliga oder Landesklasse besitzt und bleiben will, erhält einen Vertrag - im Zweifel auch mit Ausbildung oder Job. "Etwa ein Drittel der Azubis sind Fußballer", sagt A-Jugend-Coach Karsten Pitschel (49) zum Rundum-Sorglos-Paket.

 

Die Ergebnisse geben den ZFClern Recht. "Nach den Sportschulen spielen wir in Thüringen die dritte Geige, belegen bei A-, B- und C-Junioren vordere Plätze", erklärt Slawinsky und Pitschel, dessen Team vor zwei Wochen knapp den Landesmeistertitel verpasste, ergänzt: "Seit Jahren sind wir da unter den ersten drei, vier Teams, das ist eine stabile Basis." Ähnlich sieht es auch bei den Jüngeren aus. Nur die D-Junioren tanzen mit dem zwölften und letzten Rang in der Landesliga und dem zehnten und vorletzten in der Kreisoberliga aus der Reihe.

 

 

 

Offener Umgang mit Vorurteilen

 

 

 

Damit man dieses Level halten oder verbessern kann, braucht man die besten Talente des Kreises. "Unser Ziel ist die Entwicklung der Jugendlichen in der ganzen Region", so Slawinsky. "Daher suchen wir in jeder Altersklasse Verstärkung." Deswegen sieht man sich jedoch immer wieder dem Vorwurf der Wilderei ausgesetzt. "Dabei werden die Spieler in der Verbandsliga nicht schlechter und außerdem ist der Schritt von uns zu RB oder nach Jena leichter, weil deren Scouts regelmäßig da sind."

 

Vor allem bei kleineren Vereinen seien noch Vorurteile vorhanden, sagt C-Jugend-Coach Enrico Rudolph (40). "So nach dem Motto: Ihr wollt mir meinen besten Spieler wegholen." Im Laufe der Jahre habe da aber bereits ein Umdenken eingesetzt, meint Weinert, weil schon einige zurückgegangen seien. "Die Klubs sehen ein, dass sie mit einer guten Ausbildung mehr gekonnt haben." Im Gegensatz zu manch anderem Klub gebe es beim ZFC weder Sperren noch Ablösen beim Rückwechsel. Das unterstreicht Pitschel: "Wenn es bei uns nichts wird, kümmern wir uns sogar, dass der Spieler leistungsgerecht woanders unterkommt."

 

 

 

Info: Sichtungstag für Kinder und Jugendliche (7 bis 17 Jahre), 5. Juli, 10 bis 13 Uhr, Bluechip-Arena Meuselwitz, inklusive Führung durchs Vereinsgebäude, Verpflegung und Probetraining an Stationen.

Thomas Haegeler

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