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Zwischen Clownerie und Landschaften

Heinz-Tetzner-Ausstellung im Schloss Altenburg Zwischen Clownerie und Landschaften

Auf dem Residenzschloss wurde am Sonntag eine neue Sonderausstellung eröffnet. Auf dem Flur zwischen Bachsaal und Festsaal ist Expressives zu sehen. Clownerie, Kinderbildliches und Landschaftliches. Es sind Arbeiten von Heinz Tetzner. Der Maler, Zeichner und Grafiker wurde 1920 in Gersdorf, einer kleinen Gemeinde bei Hohenstein-Ernstthal, geboren. Ein Ort, der mehr als acht Jahrzehnte sein Zuhause war und in dem er am 20. August 2007 verstarb.

Großes Interesse an expressiver Kunst. Die neue Sonderausstellung auf dem Altenburger Schloss hatte zu ihrer Eröffnung am Sonntag viele Besucher.

Quelle: Klaus Peschel

Altenburg. Tetzner war ein Maler jenseits der Märkte der Kunst. Aber in keiner Weise ein Maler der ostdeutschen Provinz. Auch wenn ihn wohl nur die kennen, die die Brücke-Künstler kennen und verstanden haben, dass Heinz Tetzner in deren Tradition steht, ohne sie zu kopieren.

Nach dem Krieg lernte Tetzner während seines Studiums an der Hochschule für Bau- und Bildende Kunst in Weimar Karl Schmitt-Rottluff und Erich Heckel kennen. Beide sowie der Maler Max Pechstein beeinflussten ihn. In seiner Pinselführung, in seiner Grafik in seinen Aquarellen. Die Retrospektive des künstlerischen Schaffens von Heinz Tetzner im Altenburger Schloss trägt den Titel „Ich male, wie ich atme …“. „Zeichnen und Malen war für Heinz Tetzner die Luft, die er zum Überleben brauchte“, sagte Monika Zscheppanek am Sonntag zur Ausstellungseröffnung. Sie ist Vorsitzende des Fördervereins Tetzner-Museum in Gersdorf.

Die Gesamtschau auf das Werk des Künstlers im Altenburger Schloss kam zustande in Kooperation mit dem Förderverein des Schlossmuseums sowie der Familie des Künstlers. Die Arbeiten sind Leihgaben aus Privatbesitz, hinzu kommen Bilder aus dem Tetzner-Museum in Gersdorf. Dieses gibt es bereits seit 2001.

Eine derartige Zusammenstellung von Ölgemälden, Aquarellen und Druckgrafiken des sächsischen expressiven Realisten war bisher noch nicht zu sehen. In ihrer Laudatio umriss Monika Zscheppanek den schwierigen künstlerischen Weg Tetzners Anfang der 1950er-Jahre in der DDR. Sein eigener expressiver Stil passte nicht zum sozialistischen Realismus. 1953 verlor er seine Dozentur an der Hochschule in Weimar. Man verwehrte ihm die Mitgliedschaft im Verband der Bildenden Künstler. Erst durch persönlichen Einsatz von Otto Nagel und Kulturminister Johannes R. Becher wurde ihm die Mitgliedschaft ermöglicht. Was für ihn lebensnotwendig war, um als Maler weiter arbeiten zu können.

Wenn der Besucher den Flur der ersten Etage des Altenburger Schlosses betritt, empfängt ihn „eine Versammlung der Spaßvögel“, so Monika Zscheppanek in ihrer Laudatio. Der Harlekin, der Clown, das war ein bevorzugtes Thema des Heinz Tetzner. „Es ist ein Verstecken hinter der Clownsmaske, und der Harlekin schaut den Betrachter an und zugleich durch ihn hindurch“, sagte Monika Zscheppanek in ihrer Rede. Die Aquarelle des Künstlers charakterisierte sie als Situationsbeschreibungen, die sich durch ein souveränes Setzen der Farben auszeichnen.

Die Holzschnitte indessen sind kraftvoll, kantig und beziehen die natürliche Maserung des Holzes mit ein. In einer Vitrine sind einige Druckstöcke ausgestellt. Für sein Lebenswerk wurde Heinz Tetzner 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse geehrt. Das Interesse an der neuen Sonderausstellung war ausgesprochen groß. Die Ausstellung „Ich male, wie ich atme …“ ist noch bis zum 31. August zu sehen.

Von Klaus Peschel

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