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Altenburg Zwischen Drogen und Knast: Altenburger geht zwei Jahre hinter Gitter
Region Altenburg Zwischen Drogen und Knast: Altenburger geht zwei Jahre hinter Gitter
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18:02 21.03.2016
Ein 31-jähriger Altenburger ist am Montag vom Amtsgericht Altenburg zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Immer wieder schüttelt Marcel M. mit dem Kopf, als Richter Sandy Reichenbach das Urteil verliest und begründet. Zwischendurch huscht dem Angeklagten sogar ein Grinsen übers Gesicht. Dass der Altenburger die am Montag vorm Amtsgericht kassierte zweijährige Haftstrafe locker nimmt, liegt an seinem Lebensweg. Den hat der 31-Jährige nach eigener Aussage bewusst gewählt: Er besteht aus nunmehr gut 90 abgeurteilten Straftaten und zehn von 17 möglichen Jahren Knast. Diesmal hat der Drogensüchtige zwischen 2013 und 2015 neunmal gegen das Betäubungsmittel- und viermal gegen das Waffengesetz verstoßen sowie zwei Diebstähle begangen.

„Sie gehören zu der Art Tätern, die Taten routinemäßig begehen, aber auch dazu stehen“, stellt Reichenbach nach fast vier Stunden Verhandlung und in Bezug auf das Geständnis des Angeklagten fest. Zudem habe sich gezeigt, dass die Drogensucht Ursache für die angeklagten Delikte gewesen sei. Das gelte neben dem Besitz von Crystal und Marihuana und den der Beschaffungskriminalität zuzuordnenden Diebstählen einer Spielekonsole und aus einem Supermarkt auch für das Herumtragen mehrerer Schreckschusspistolen und eines Luftdruckgewehrs. Denn diese, so M., hatte er nur dabei, um sie gegen Crystal zu tauschen. Woher er sie bezog, wollte er nicht sagen.

Allerdings konstatierte der Richter auch: „Reue sieht ein bisschen anders aus. Seit über 15 Jahren begehen Sie Diebstähle, Betäubungsmittel-Delikte, Körperverletzungen und haben sich weder von Geld- und Haftstrafen, noch von Führungsaufsicht oder Bewährung davon abhalten lassen. Seit ihrem 14. Geburtstag haben sie deutlich länger in Haft verbracht als in Freiheit.“ Er wisse aber nicht, ob das angesichts einer Tochter und der Lebensgefährtin so weitergehen solle.

Mit beiden hat M., der nach eigener Aussage seit 18 Jahren Drogen nimmt, schon eine Therapie absolviert, weil auch seine Freundin ein Suchtproblem hat. Über ein halbes Jahr war er clean, landete dann aber erneut im Drogensumpf der Skatstadt. „Ich hab’s halt nicht geschafft“, erklärte der Angeklagte dazu lapidar. „Wer ist auf die blödsinnige Idee gekommen, nach Altenburg zurückzukehren“, fragte Richter Reichenbach. Die Freundin, die ebenfalls im Gerichtssaal saß, meldete sich. Wie M. sagte, folgte „ein völligster Absturz“. Er habe „Crystal geraucht und gezogen“. Sein Verbrauch dabei: 1,5 bis zwei Gramm pro Tag – bis zu seiner Inhaftierung.

Im Gefängnis sitzt der gelernte Mauerer aber wegen etwas anderem: Er wird beschuldigt, am Diebstahl eines Autos der Beratungsstelle Horizonte beteiligt gewesen und damit ins Geschäft Fahrradwelt gerauscht zu sein. Zudem läuft ein weiteres Verfahren wegen ähnlicher Delikte wie der nun bestraften. Das hat aufgrund der zweijährigen Haftstrafe jedoch gute Chancen, eingestellt zu werden.

Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Sowohl die Staatsanwaltschaft, die für eine Gesamtstrafe von zwei Jahren und vier Monaten plädierte, als auch die Verteidigung, die insgesamt ein Jahr für angemessen hielt, verzichteten auf Rechtsmittel.

Von Thomas Haegeler

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