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Zwischenbericht: Im Landratsamt nicht zu viele Leute

Zwischenbericht: Im Landratsamt nicht zu viele Leute

Für etliche Bürger steht fest, dass in Behörden auf jeden Fall zu viele Leute sitzen. In den Ämtern selbst wird gern das Gegenteil behauptet. Nur wer hat Recht? Dem Zwischenbericht einer Kreistagsprojektgruppe zufolge gibt es im Landratsamt Altenburger Land nicht zu viele Mitarbeiter.

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Das Landratsamt in Altenburg.

Quelle: Mario Jahn

Im Gegenteil. In bestimmten Bereichen fehlt sogar Personal.

 

Im Jahr 2003 startete die CDU-Kreistagsfraktion einen ersten Versuch, der Frage mittels einer Personalentwicklungskonzeption für das Landratsamt nachzugehen. Sie fand für ihren Antrag aber keine Mehrheit, auch weil sich der damalige Landrat Sieghard Rydzewski (parteilos) vehement dagegen wehrte.

 

Zehn Jahre später, im März 2013, wurde Landrätin Michaele Sojka (Linke) nun mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP beauftragt zu überprüfen, ob bei immer weniger Einwohnern die Kreisbehörde auch mit weniger Leuten auskommt. Einige Kreistagsmitglieder unterstellten schon vor dem Gutachten, dass in der Behörde zu viele Leute sitzen und klagten außerdem über fehlende Transparenz. Die Landrätin kam dem Auftrag nach, brüskierte die drei Parteien allerdings mit einem geschickten Schachzug. Als Leiter der Projektgruppe Personalentwicklungskonzept setzte sie den CDU-Fraktionschef Uwe Melzer ein. Dafür wurde sie speziell von SPD-Kreistagsfraktionschef Dirk Schwerd heftig kritisiert. "Einmal mehr hat die Linken-Politikerin damit bewiesen, dass sie keine eigenen Lösungsansätze für die aktuellen Probleme des Landkreises zu bieten hat", grollte der SPD-Politiker.

 

Sojka, zu jener Zeit ohnehin schwer unter Beschuss, begründete ihre Entscheidung damit, eine Vertrauensbasis zwischen Kreistag und Landratsamt herzustellen. In Melzer, einem über die Parteigrenzen hinweg anerkannten kommunalpolitischen Fachmann und darüber hinaus ihr ehrenamtlicher Beigeordneter, sah sie dabei die richtige Person. Er erhielt Einblick in die Personaldaten, Unterlagen, Akten und Briefwechsel. "Aus meiner Sicht hat die Projektgruppe unter Führung von Herrn Melzer bisher gute Arbeit geleistet", sagte Sojka auf der letzten Sitzung des Kreistages.

 

Allerdings liegt auch nach zwei Jahren Arbeit immer noch kein Gutachten zur Personalausstattung in der Kreisbehörde vor. Als Grund nannten Sojka und Melzer die langfristige Erkrankung einer Mitarbeiterin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV), dessen kostenlose Beratung die Projektgruppe in Anspruch genommen hatte. Das taten außerdem vier weitere Landkreise, was den Aufwand in die Höhe trieb und die Zeitpläne über Bord warf. Melzer ging in seinem Zwischenbericht vor dem Kreistag davon aus, dass die Endfassung des Gutachtens im Herbst vorliegt und spätestens im Dezember öffentlich vorgestellt wird.

 

Schon jetzt können sowohl er als auch der KAV einschätzen, dass im Landratsamt kein Personalüberhang besteht und für die Erfüllung der Pflichtaufgaben auch keine unangemessen hohe Personalausstattung vorhanden ist. Indiz dafür ist beispielsweise das sogenannte Vollzeitäquivalent, eine im öffentlichen Dienst gängige Kennziffer beim Personal. Diese liegt im Landkreis bei 1,91 pro 1000 Einwohner und damit weit unter dem Bundesdurchschnitt (2,3 bis 2,6).

 

Herausgefunden wurden lediglich geringfügige Optimierungspotenziale, die teilweise durch punktuelle Verschiebungen noch realisiert werden können. In bestimmten Pflichtaufgaben wird es aber bereits eng, heißt es. Beispielsweise im Bereich Asyl, wo ein massiver Bedarfsanstieg zu verzeichnen sei, der mit dem vorhandenen Personal nicht mehr ausgeglichen werden kann. Im Klartext heißt dies, dass man dort sogar neue Stellen schaffen müsste und mehr Mitarbeiter nötig sind, die aus anderen Fachdiensten nicht abgezogen werden können.

Jens Rosenkranz

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