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100 Jahre Kurwesen in Bad Düben: Museum plant Sonderschau

100 Jahre Kurwesen in Bad Düben: Museum plant Sonderschau

Der Terminkalender für das Landschaftsmuseum der Dübener Heide ist für 2015 gut gefüllt. Vier Sonderausstellungen sind geplant, zwei öffentliche Führungen - unter anderem.

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Kinder der Evangelischen Grundschule Bad Düben zeichnen im Landschaftsmuseum Bad Düben ein Exponat nach. Im vergangenen halben Jahr lernten sie das Museum ihrer Stadt intensiv kennen. Nach den Winterferien beginnt ein neuer Kurs. Es ist dann der 16.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. Ob allerdings all das stattfinden kann, ist unklar. Denn mit Sichtbarwerden der Folgen des Juni-Hochwassers 2013 rücken mehr und mehr notwendige Arbeiten auf dem Burgberg-Gelände in den Fokus.

Der Burgberg ist nur aufgeschüttet und bereitet jetzt statische Probleme für das Museum. Die Schäden sind im Inneren des Gebäudes bereits als Risse erkennbar, erste Sicherungsmaßnahmen wurden getroffen. Die Stadt will auf die Umstände mit einem ermäßigten Eintritt reagieren. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) spricht dazu in dieser Woche mit dem Ältestenrat. Die wichtigste Aussage bleibe aber, dass Untersuchungen des Statikers zufolge "alles sicher ist", für Mitarbeiter und Besucher keine Gefahr bestehe. Eine Sperrung des Gebäudes sei derzeit nicht geplant. "Ob wir das während der Bauarbeiten tun, müssen wir uns überlegen", so Münster. Nicht auszuschließen sei zumindest, dass die am 12. Juli beginnende Schau anlässlich des Kur-Jubiläums nicht im Museum stattfinden könnte.

Nach ersten Schätzungen beliefen sich die Sanierungsmaßnahmen auf rund 100 000 Euro. Mittlerweile steht fest: Die Kosten steigen aufs Zehnfache. Die Stadt hat den Hochwasserschaden beim Landratsamt gemeldet. Am 4. Februar tagt der Aufbaustab, danach kann der Fördermittel-Antrag gestellt werden. "Bis Mitte des Jahres wissen wir, ob Mittel verfügbar sind. Die bisherigen Signale sind aber erst mal gut", so Münster.

Ungeachtet der statischen Probleme laufen die Vorbereitungen auf das Ausstellungsjahr weiter. Bis 22. Februar läuft die Sonderschau zum Wahrzeichen der Stadt Bad Düben. "Die Besucher sind immer wieder erstaunt, wie viel Material es zur Burg Düben gibt. Die Spannweite reicht vom Abfallkalender bis hin zu alten Ölgemälden oder Souvenirs wie Flaschenöffner, die Abbildungen zeigen", sagt Museums-Chefin Yvette Steuer. Dass so vielschichtig ausgestellt werden konnte, sei auch den Dübenern zu verdanken. "Die Bereitschaft war groß, uns Exponate leihweise zur Verfügung zu stellen."

Dieses Interesse wird das Museums-Team auch 2015 brauchen. Ab Mitte Februar geht es zunächst weiter mit einer Schau vor Lore und Reiner Jacobi. "Begegnungen mit Ton und Papier. Kleinplastiken und Papierschnitte" werden vom 1. März bis 3. Mai gezeigt. Der Kontakt zu den Jesewitzer Künstlern sei nach einem Telefonat vor rund zwei Jahren zustande gekommen. Reiner Jacobi zeige Figürliches, Erklärendes und Überraschendes, seine Frau - diplomierte Buchgestalterin und Grafikerin - präsentiere Arbeiten aus Papier, widme sich thematisch Märchen, Geschichten und Kuriosem. "Das ist eine interessante Künstler-Kombination. Beide bestehen auf ihren Unterschiedlichkeiten", so Steuer. Geplant sei zudem ein Keramik-Workshop im Burgwächterhäuschen.

Im Jahr des 100. Kur-Jubiläums darf natürlich eine Ausstellung zur Geschichte des Moorbades nicht fehlen. Drei Tage vor dem eigentlichen Jahrestag soll eine solche am 12. Juli eröffnet werden. "In der Dauerausstellung gibt es bereits einen kleinen Abriss dazu. Der endet aber 1948", so Steuer. Darüber hinaus gebe es einiges an Material mehr, und jetzt bestehe die Möglichkeit, den Bestand nach weiteren Ausstellungsstücken wie Fotos, Akten, Prospekten zu durchforsten. Steuer startet in diesem Zusammenhang einen Aufruf an die Bad Dübener. "Wir sind natürlich interessiert, noch mehr Material zu bekommen. Vielleicht schlummert ja bei dem einen oder anderen etwas in der Wohnung wie Fotos, Zeichnungen, illustre Abbildungen, Berufsbekleidung, Geschirr oder anderes." Ab Oktober geht es dann mit Klaus Deubel auf Fotopirsch in den Goitzschewald. Seit 2001/2002 beschäftigt sich der Wahl-Bitterfelder mit Naturfotografie und hat sich die Goitzsche als fotografisches Heimatrevier erschlossen. Über 8000 Aufnahmen von Insekten und Vögeln zählen zu seinem Repertoire. Fest im Kalender verankert sind auch die beiden öffentlichen Führungen: am 29. März durch die Dauerausstellung und am 13. September durch die Sonderschau "100 Jahre Einweihung des Moorbades Düben an der Mulde." Erfolgreich fortgeführt wurde zudem das Ganztagsprojekt mit der Evangelischen Grundschule. 30 Mal im Jahr findet mittwochs ein Kurs zur Stadtgeschichte statt. "Die Kinder haben Zeit, das Museum intensiv kennenzulernen", so Yvette Steuer. Nach den Winterferien startet der 16. Kurs.

Mit rund 7500 Besuchern wurde 2014 der Durchschnittswert der vergangenen Jahre erreicht. Die Eintrittspreise sind mit drei Euro für Erwachsene, zwei für Ermäßigte und je einen Euro pro Schüler/Gruppe seit 2012 stabil. In der Regel würden sich die Besucher um die 45 Minuten lang in den 16 kleinen und großen Räumen aufhalten, auch das sei ein guter Wert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.01.2015
Kathrin Kabelitz

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