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100 Jahre Moorbad: Mit Bad Dübens Amtmann auf Streifzug im Kurpark

100 Jahre Moorbad: Mit Bad Dübens Amtmann auf Streifzug im Kurpark

Torsten Gaber in der historischen Kluft des Amtmannes - wer an einer Stadtführung in Bad Düben teilgenommen hat, kennt dieses Bild. Seit 1999 führt er die Gäste durch die Altstadt, im bisherigen Rekordjahr 2014 waren es 71 Führungen mit 1008 Teilnehmern.

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Torsten Gaber als Amtmann im Kurpark.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. In diesem Jahr ist der 45-Jährige auch in Frack und Zylinder unterwegs. Anlässlich des 100-jährigen Kur-Jubiläums bietet der Chef des Naturparkhauses Führungen durch den Kurpark an. Auftakt ist am 26. April.

Gaber hat den gediegenen Aufzug nicht ohne Grund gewählt. Nicht nur "weil Optik immer einer Rolle spielt". 100 Jahre seien schließlich ein Anlass, würdevoll aufzutreten. Dazu lädt er durchaus auch seine Gäste ein, ein Muss ist ein solches Outfit aber keinesfalls. Dennoch handele es sich bei dem Areal um ein historisch gewachsenes. Schön wäre es, wenn ein bisschen was vom Flair des letzten Jahrtausends spürbar ist. Führt Gaber als Amtmann durch die Straßen und Gassen, ist der Kurpark nicht dabei. Eine Zeitfrage. Rund 90 Minuten will er sich nun nehmen, um Interessierten weite Teile des acht Hektar großen und rund vier Kilometer Wegenetz umfassende Gebiete näher zu bringen.

Immerhin reicht die Geschichte des Kurparks über die des Moorbades hinaus. Am 13. September 1846 fassten Verschönerungsverein und Stadtrat den Entschluss, ein ungenutztes, nördlich der Stadt gelegenes Gelände in einen Park zu verwandeln. "Das ganze ist auf bürgerschaftliches Engagement zurückzuführen", sagt Gaber. Will heißen: Hätte es das nicht gegeben, gäbe es heute den Kurpark nicht. Ab 1849 wurde der westliche, später der östliche Abschnitt des Bürgerparkes geplant. 1861 gab es das erste Parkfest, in den 1870er-Jahren wurde der Rosentempel gebaut, 1878 gab es die erste Restauration. Der Kurgarten vor dem Moorbad wurde in den 1940er-Jahren umgestaltet. 2004/05 wurde das Areal umfassend saniert.

Die Idee für die Führungen ist so neu nicht. 2006 zog Gaber zum Tag des offenen Denkmals schon einmal mit Besuchern durch die Anlage. "Damals hatte mich Hans-Joachim Böttcher auf die Idee gebracht. Er hatte von dem Motto des Veranstaltungstages erfahren, das sich dem Thema Gärten widmete." Zusammen mit dem Bad Dübener Heimat-Autor recherchierte Gaber alles, was zum Kurpark in Erfahrung zu bringen war. "Das Material ist heute meine Basis. Schon damals haben mir die Gäste einiges Neues erzählt. Das füge ich mit ein." Damit die Veranstaltungs-Reihe zu 100 Jahre Kur nicht ohne Einbeziehung des Parks über die Bühne geht, ließ Gaber die Idee neu aufleben, suchte und fand in der Mediclin AG einen Sponsor, der die Rundgänge möglich macht. "Damit sind sie kostenfrei. Dennoch will ich sie nutzen, um Spenden für die Park-Denkmäler zu sammeln."

Und was gibt es zu entdecken? "Geheime Ecken kann ich nicht zeigen, aber viele Geschichten erzählen", sagt Gaber, der sicher ist, dass selbst Bad Dübener, die glauben, das Gelände gut zu kennen, den Park neu entdecken können. Ihn selbst faszinieren die Sichtachsen, die verschlungenen Pfade, die schattigen Plätzchen zwischen den groß gewachsenen Bäumen, die alt-ehrwürdige Atmosphäre, die von dem Park ausgehe, und die Germania. Die 2005 aufwendig sanierte Skulptur galt besonders im 19. Jahrhundert als die nationale Personifikation Deutschlands im Sinne Germaniens. "Für mich ist es das schönste Denkmal, das ich in mit Bad Düben vergleichbaren Orten kenne", sagt Gaber. Vor allem, wenn die Sonne das helle Denkmal noch mehr erstrahlen lasse. Bei den rund 90-minütigen Touren, die im ältesten Teil nahe der Bitterfelder Straße beginnen, werden neben historischen Denkmalen auch moderne Elemente wie das Kurhaus gestreift. Oder die Moortaschen des Barfußpfades. Dessen Zustand ihm allerdings bitter aufstößt. "Er ist meistens verdreckt und mit Unrat übersät." Hier müssten regelmäßiger Kontrollen erfolgen.

Termine: 26. April, 14. Juni, 27. September, 14 Uhr. 26. September (Lichterfest), 13 Uhr. Treff am Moorbad. Anmeldung ist nicht erforderlich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2015
Von Kathrin Kabelitz

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