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Bad Düben 13 Jahre Kampf um die Ortsumgehung Wellaune - Ende noch nicht in Sicht
Region Bad Düben 13 Jahre Kampf um die Ortsumgehung Wellaune - Ende noch nicht in Sicht
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13:54 19.05.2015
Wieder ist ein Jahr vorbei: Klaus Zimmermann klebt die Ziffer 3 auf das Plakat an der Einmündung zur B 107. Will heißen: Seit nunmehr 13 Jahren kämpfen die Wellauner um die Ortsumgehung. Quelle: Alexander Bley

Das ist an dieser wie auch an vielen weiteren weißen, roten und gelben Plastikflächen im Ort deutlich sichtbar: Insgesamt sind es 13 Jahre und ein wirklicher Erfolg zeichnet sich noch nicht ab.

Kein Wunder, dass sich die Bürgerinitiative um Gisela Jäschke an jeden Strohhalm, der auf Fortschritt oder Erleichterung hindeutet, klammert. Als beim Vor-Ort-Termin mit Politikern, Vertretern von Behörden, des Kreises und der Stadt sowie erstmals auch Stadträten in der vergangenen Woche eine 30-km/h-Geschwindigskeitsbegrenzung und eine Blitzerampel ernsthaft in Erwägung gezogen wurden (wir berichteten), hörten die Wellauner baff erstaunt auf. Bisher sei dies seitens des Landratsamtes strikt abgelehnt worden. Nach dem letzten Wahlsonntag hoffen sie zudem, dass auch der avisierte Parteienwechsel an der Spitze des Wirtschaftsministeriums für neuen Schwung sorgt. Sie hätten den Eindruck, dass die Entwicklung in puncto Verkehrsplanung unter Ägide der FDP stagniert sei. "Stanislaw Tillich hatte ja im Vorfeld angekündigt, dass er das Ministerium wieder in CDU-Hand geben will", so Gisela Jäschke. Über die Zahlen und Fakten, die Tobias Schönefeld in seiner Analyse vorstellte, sind sie auf jeden Fall sehr froh. "Jetzt haben wir endlich mal schwarz auf weiß, wie es um unseren Ort steht", so Jäschke. Der Dresdner Verkehrplaner hatte nachgewiesen, dass aufgrund einer fehlenden Ortseingangsgestaltung, nicht vorhandener Anlagen für Radfahrer und Verkehrsinsel für Fußgänger die Bedingungen für die Anwohner große Nachteile entstehen. Kurzfristige Gegenmaßnahmen wie Verkehrsüberwachung oder Tempo-Limit seien möglich, ebenso bauliche Veränderungen. Doch all das würde die negativen Auswirkungen der 10 000 bis 12 000 Fahrzeuge, die täglich durch den Ort rollen, auf Dauer nicht mindern. Einzige Lösung: die Ortsumgehung. "Natürlich würden die vorgeschlagenen Maßnahmen zunächst Erleichterung bringen. Wir wissen aber, dass all das, was zusätzlich viel Geld kostet, Utopie ist und das Projekt gefährdet. Das wollen wir nicht, wir wollen die neue Straße", sagte Jäschke unmissverständlich. Dass sich die Geduld der Anwohner dem Ende neigt, machte sie zur im Bürgerhaus auf ihre unnachahmliche Art klar. Freundlich lächelnd, aber bestimmt im Ton: "Wir waren geduldig, wir sind es auch noch ein Jahr. Sollte wider Erwarten die Ortsumgehung 2015 nicht im Bundesverkehrswegeplan drin sein, wird es arg."

Die Wellauner setzen nun große Hoffnung in Landrat Michael Czupalla (CDU) und Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG), dass die Übergangslösungen Blitzerampel und 30 km/h auch tatsächlich kommen. Für diesen Fall sieht Klaus Zimmermann vor dem geistigen Auge schon das nächste Plakat, das sich an dann vielleicht genervte Autofahrer richten könnte: "Wenn Sie schneller fahren wollen, kämpfen Sie mit uns um die Ortsum- gehung."

Dass der Werbegestalter die Wechsel-Ziffern 4 und 5 auch schon vorbereitet hat, ist indes ein Fakt. Die Wellauner sind realistisch, selbst, wenn die Straße 2015 im vordringlichen Bedarf des Verkehrswegeplanes auftaucht, wird es noch dauern, bis der Verkehr von drei Bundesstraßen nicht mehr mitten durch den Ort verläuft. "Es wird keine schnelle Lösung geben", davon geht auch Ortsvorsteherin Cornelia Behr aus.

Das Ringen um die 2,5-Kilometer lange Umfahrung geht weiter. Es wird allerdings nur gemeinsam gehen, darüber sind sich alle im Klaren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.09.2014

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