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13 Kilometer lange Spundwand gesetzt

13 Kilometer lange Spundwand gesetzt

Das Jahr neigt sich dem Ende und für ein paar Tage ist es ruhig am Deich bei Schnaditz. Veronika Dolezahl kann sich entspannt zurücklehnen, doch die vergangenen Wochen waren Nerven aufreibend.

Anwohnerin Veronika Dolezahl im Gespräch mit Projektleiter Hartmut Creutzmann. Im Gehöft hinter ihnen wohnen die Nachbarn von Familie Dolezahl.

Quelle: Heike Nyari

Bad Düben. Täglich schlängelten sich riesige Schwerlasttransporter an ihrem Grundstück unweit der Mulde vorbei und es wurden riesige Stahlteile abgeladen, um die Deiche zu sichern.

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Die Stahlgiganten wurden unweit von ihrem Haus in den bestehenden Deich gerammt. Dass solche Arbeiten nicht geräuschlos vonstatten gehen, leuchtet jedem ein. "An manchen Tagen wackelte das Geschirr in meinen Küchenschränken, und das bis spät in die Nacht hinein", erzählt die Rentnerin. Doch nun herrscht erst einmal Ruhe, bis die restlichen Arbeiten Anfang Januar weitergehen. Um sich einen genauen Überblick über den Baufortschritt zu machen, ließ sich Hartmut Creutzmann dieser Tage noch einmal in Schnaditz blicken. Er ist der Projektverantwortliche der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen und schaute den drei beauftragten Spezialfirmen, die zwischen Glaucha und Löbnitz tätig sind, bei ihrer Arbeit über die Schultern.

Insgesamt wurde bis zum Jahresende eine fast 13 Kilometer lange Spundwand gezogen, um den Hochwasserschutz in der nordsächsischen Mulderegion zu verbessern. Eine Spundwand wird aus Spundbohlen zusammengesetzt. Die am Muldedamm sind 1,20 bis 1,40 Meter breit und etwa zwei Zentimeter stark. Wie Hartmut Creutzmann erklärte, sind diese je nach Untergrund und Deichbeschaffenheit zwischen 9,50 und 15 Meter lang. Eine zehn Meter lange Spundbohle wiegt im Schnitt eine ganze Tonne. Sie werden fast komplett im Erdreich versenkt und schauen in Teilabschnitten bis zu 30 Zentimeter heraus. Bis dahin wird zu einem späteren Zeitpunkt der Deich aufgeschüttet, sodass von der Wand nichts mehr zu sehen sein wird. Die Spundwand wurde so bemessen, dass sie den Wassermassen standhält, auch wenn das Erdreich der Deiche komplett wegspült werden sollte.

Die Spundwand beginnt unweit von Glaucha und zieht sich vorbei an Bad Düben, Schnaditz, Löbnitz bis zur Landesgrenze in Richtung Pouch. Ein Teilabschnitt in Höhe Profiroll Technologies bei Bad Düben war bereits im Vorfeld fertiggestellt. Weiter geht es ab Bundesstraße 2 in Richtung Altenhof.

Doch bevor an jener Stelle weitergearbeitet wird, erfolgen Schwingungsmessungen an der Brücke über das Vorland. "Im Ergebnis dessen wird festgelegt, welche Ausbauart zum Tragen kommt, um die Brückenbauwerke beim Rammen der Spundwände nicht zu gefährden", erklärt Hartmut Creutzmann. Aus ähnlichem Grund gab es bereits Unterbrechungen am Altenhof und am Gehöft Maresch, das zu Schnaditz gehört. "An den Höfen, die direkt am Deich liegen, kann die Art und Weise des Verbaus nicht fortgesetzt werden", erklärt der Experte weiter und berichtet von einer erschütterungsfreien Technologie, die dort ab Januar zum Einsatz kommen soll. Ein weiterer kurzer Abschnitt, der ebenfalls erst im Januar fertiggestellt werden kann, liegt nördlich von Löbnitz. Dort befindet sich in 10 bis 15 Metern Tiefe eine schwere Tonschicht, was vorher in diesem Umfang nicht bekannt war. An betroffenen Stellen sind Bohrungen nötig, um die Spundbohlen bis in diese Tiefe einbringen zu können. In Höhe des Tiefenseer Weges wurden in einer Tiefe von fünf bis sieben Metern Reste einer Mooreiche vorgefunden. Erst mit schwerer Technik konnte das Hindernis erfolgreich beseitigt werden. Momentan wird außerdem ein Grundwassermodell erstellt, um herauszufinden, wie sich der Grundwasserpegel aufgrund der umfangreichen Deichbauarbeiten einstellen wird. Zur Beruhigung erwähnt Hartmut Creutzmann, dass trotz der Spundwände in der Tiefe ein Grundwasseraustausch stattfinden kann.

Nach kompletter Fertigstellung der 13 Kilometer langen Spundwand werden noch Erdarbeiten an dem Deich und den Deichvorländern, der Rückbau künstlich geschaffener Baustraßen sowie die Schadensbeseitigung beziehungsweise Wiederherstellung an öffentlichen Straßen und Wegen erfolgen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.12.2013
Heike Nyari

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