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Bad Düben 20-Millionen-Projekt: In Bad Düben soll ein Funsport-Zentrum entstehen
Region Bad Düben 20-Millionen-Projekt: In Bad Düben soll ein Funsport-Zentrum entstehen
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22:02 15.04.2016
So könnte das Gelände im Alaunwerk mal aussehen.   Quelle: Carlo Becker / Alaunwerk GbR
Bad Düben

 Diese Bad Dübener Stadtratssitzung hatte es in sich. Nicht nur, dass sie mit der alten Heide-Kaserne am Donnerstag einen ungewöhnlichen Sitzungsort hatte. Vielmehr ist das, was die Eigentümer-GbR um Detlev Kutscher, Gerald Klemm und Manfred Ballüer gemeinsam mit Architekt Carlo Becker vor über 100 Gästen vorstellte, Vision pur für die Kurstadt. Geplant ist ein Funsport-Trainings- und Leistungszentrum, das gar zum Olympiastützpunkt ausgebaut werden könnte. Weltweit gibt es bisher vier – drei in den USA, eines in Japan. Europaweit wäre das Dübener Projekt das erste, weltweit, so Kutscher, dann eines der größten.

Ungewöhnlicher Tagungsort, ungewohnt großes Besucher-Interesse: Der Stadtrat tagt im Tanzsaal der ehemaligen Heide-Kaserne, wo die Alaunwerk GbR die ehrgeizigen Pläne für das Leistungszentrum vorstellt. Quelle: Heike Nyari

Die Zahlen sind beeindruckend: 33 000 Quadratmeter Außenbereich, 16 000 Quadratmeter Trainingshallen und 17 000 Quadratmeter Unterkünfte. Das Vorhaben: ein Bundesleistungszentrum für Funsportarten wie BMX, Skateboard, Inliner, E-Crosser, Mountain Bike, Freestyle. Geplant sind unter anderem ein Skatepark, eine Sprunganlage, eine Waschbrettpiste, eine Gebäudewand oder ein Hügel mit Treppen und Brücken. Fachleute reden da schon eher von Boulder, Big Experience, Conrete Dream, Heavens Jump, Bunker Hill, Devils Holeshot, Small Washboard oder Jump’n Roll. In den Indoor-Hallen sind Anlagen für Free MX, Skateboard, BMX, Slacklining, Parkour vorgesehen. Kosten: 20 Millionen Euro. Erhoffter Jahresumsatz: 10 Millionen Euro. Mitarbeiter: rund 100 in der Hauptsaison, 60 ganzjährig. Letztlich soll es auch eine medizinische Abteilung/Arztpraxis, Werkstätten, Leistungsdiagnostik, Entwicklungslabore für neue Sportarten und -geräte, TV- und Videostudios geben.

Carlo Becker von den bgmr Landschaftsarchitekten stellte die Ergebnisse der positiv beschiedenen Machbarkeitsanalyse vor. Erwartet werden 1000 Besucher bei Veranstaltungen, 500 täglich in Ferienzeiten (volle Auslastung), 250 im restlichen Jahr (durchschnittliche Auslastung) – heißt: rund 16000 jährlich, zwei Monate ist geschlossen. Gewinnen, so das Fazit, werden alle: die Einwohner mit Chance auf neue Beschäftigung, Tourismus und Handel mit Umsätzen, die Stadt mit Einnahmen und einem verjüngten Image, Inhaber und Investoren mit attraktiver Umnutzung und Wertschöpfung für ein brach liegendes Industrie-Gelände. Wichtig sei, so Becker, dass die Pläne Flächen in Schutzgebieten nicht berühren, der Abstand zum Wald gegeben sei, zudem Schutzwälle aufgeschüttet werden, der Zaun erhalten bleibe und auch die Altbau-Bestände auf dem Gelände bestehen bleiben.

Unbestritten ist aber auch – und das war der Punkt, der Anwohner auf den Plan rief – es wird lebendiger und lauter. Lautstarke Kritik einiger, die der Aussage, dass die Verkehrsbelastung nicht größer werde, keinen Glauben schenkten, gab es bereits. Dass die Zuwegung über das Alaunwerk erfolge, sei noch nicht geklärt, wies Kutscher die Kritik zurück. Die Pläne sehen zudem Entlastungs-Möglichkeiten wie Shuttle-Service zum Bus oder zur S-Bahn in Eilenburg, ein Ruf-Abholsystem oder Leihfahrräder vor.

2017/18 könnte es losgehen. Noch steht das Projekt am Anfang, die Frage der Finanzierung ist nicht geklärt, das B-Plan-Verfahren nicht angeschoben. Die Reaktionen der Stadträte zeigten: Sie sind bereit, diese Visionen mitzuverfolgen. „Wir haben die Chance, mit externer Unterstützung Bad Düben deutschlandweit bekannt zu machen“, verdeutlichte Stefan Lange (SPD/Bürgerkreis). Natürlich bedürfe es dazu Mut. Es könne aber nicht sein, dass solche Pläne vorgestellt werden und „wir grundsätzlich gegen alles sind.“ Gisbert Helbing (CDU) rief mit Blick auf notwendige Entwicklungen, sich vorurteilsfrei dem Thema zu nähern. Der Appell aus den Rats-Reihen sagte aber ebenso deutlich aus: Es muss für alle Bürger akzeptabel sein.

Von Kathrin Kabelitz

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