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200 Gäste empfangen in Bad Düben das neue Jahr

Neujahrsempfang 200 Gäste empfangen in Bad Düben das neue Jahr

Bad Düben lädt zum Neujahrsempfang ein und rund 200 Gäste aus Politik, Kultur, Gesellschaft und Bürgerschaft kommen in den großen Saal des Heide Spa. Jenes Hauses, das Reiner Heun seit 18 Jahren leitet. Ende Februar übergibt er an seinen Nachfolger und so war der 18. zugleich sein letzter in offizieller Mission.

Reiner Heuns letzter Neujahrsempfang war zugleich Ole Hartjens erster in seiner künftigen Funktion als neuer Kurdirektor.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Bad Düben. Kleine Stadt – großer Neujahrsempfang – viel Redebedarf. Torsten Noll (Klavier) und Gustav Gleißner (Saxophon) von den Torgauer Synkopenmuffeln hatten es schwer, gegen das eifrige Gemurmel der rund 200 Gäste aus Bürgerschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft im Saal des Heide Spa anzukommen. Doch die harmonisch anmutenden Töne waren auch willkommene Begleitung für einen besonderen Start ins neue Jahr.

18 Mal hat ihn Reiner Heun als Hausherr begleitet. Am Donnerstagabend stand neben dem Ende Februar aus dem Amt scheidenden Kurdirektor sein Nachfolger Ole Hartjen und begrüßte gemeinsam mit Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) die Gäste. Die bemühte zu Beginn ihrer Ansprache ein afrikanisches Sprichwort: „Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Aber wenn du weit gehen willst, geh mit anderen.“ Bezogen auf Vergangenes und Bevorstehendes kam die 43-Jährige um das Thema Asyl nicht herum. 25 Flüchtlinge lebten Anfang 2015 in der Kurstadt, ein Jahr später sind es 161, bis Dezember werden es 240 oder gar mehr sein. Ein Kraftakt, der nur gemeinsam zu bewältigen sei. Münster sieht sich mit Bürgern, Stadtrat und Landratsamt auf einem guten Weg, fühlt sich von der großen Politik aber oft allein gelassen. Einer ihrer Appelle an die Entscheidungsträger: „Wir brauchen ausreichend gut ausgebildete Erzieher und Lehrer für Deutsch- und Integrations-Kurse. Wir brauchen gut ausgebildete Polizisten und Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden.“

Gemeinsames Wirken sei auch bei dem gefragt, was in der Kurstadt ansteht. Erste Maßnahmen zum Kurstadt-Entwicklungskonzept, der Bau der Schauwerkstätten, Veränderungen in der Schullandschaft: „Sie und wir gestalten die Region.“ Ausdrücklich begrüßte Münster das Vorhaben einer neuen, weiterführenden Schule, kündigte aber auch an, die städtischen Einrichtungen nicht zu vernachlässigen. Mit Hortanbau und Investitionen in Spatzenhaus und Diakonie-Einrichtung gäbe es konkrete Projekte.

Teil zwei des Abends war dem Mit-Gastgeber gewidmet. Reiner Heun hatte sich als Redner den Geschäftsführer der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH gewünscht. Und der hatte mit dem Heide Spa schnell einen Erfolgsgaranten für die Entwicklung im Tourismusbereich im Freistaat ausgemacht. Selbstverständlich sei dies nicht. Immerhin habe das wegen der aktuelle Ereignisse der letzten Monate in der Öffentlichkeit vermittelte Bild über Land und Leute dazu beigetragen, dass die Branche um 0,5 Prozent zurückgegangene Übernachtungszahlen registrieren musste. „Dass es nicht schlimmer gekommen ist, ist dem Sächsischen Heide- und Burgenland und insbesondere dem Landkreis Nordachsen zu verdanken“, so Goller. Mit 4,4 Prozent Gästezuwachs und 5,3 Prozent mehr Übernachtungen bis Ende Oktober läge die Region landesweit vorn. Und darin hätte auch das Heide Spa Resort, das für Wellness-Angebote nationale und internationale Preise einheimste, einen entscheidenden Anteil. Einer seiner ersten Termine sei im Jahr 2000 die Eröffnung des Heide Spa gewesen und das habe sich mit dem einige Jahre später erfolgten Hotel-Neubau seitdem zu einem Vorzeigebetrieb entwickelt: „Soweit ich das beurteilen kann, gibt es keine Investition in der Größenordnung, die sich so sinnvoll und erfolgreich ausgezahlt hat.“

Und Reiner Heun? Offiziell verabschiedet wird er Ende Februar. Schon jetzt sagt der 67-Jährige: „Es waren 18 spannende Jahre.“ Zu Projekten wie den Hotelneubau, die damals viele als „unsinnige Investition“ kritisierten, kann er heute sagen: „Es war die richtige Entscheidung.“ Heun gewährte zum Schluss einen Blick in eine seiner Lebensmaximen: „Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament feilen.“ Die Grundlagen seien gelegt, jetzt sei es an Ole Hartjen und seinem Team, den Bestand zu sichern und die Qualität zu verbessern.

Von Kathrin Kabelitz

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