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Bad Düben 3500 Besucher beim Kettensägen-Fest
Region Bad Düben 3500 Besucher beim Kettensägen-Fest
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16:49 31.07.2011
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. Die Bedingungen für die Künstler waren wettertechnisch bedingt nicht die besten. Bemerkenswert motiviert machten sich die Schnitzer dennoch ans Werk und zauberten imposante Figuren.

Die einen nahmen kein Blatt vor den Mund, sprachen von einem Mistwetter. Andere drückten es fast schon poetisch aus. „Du verlässt die Dübener Heide, und jetzt weint sie." Das sagte Wilfried Rahn, Mitarbeiter des Regionalmanagements Dübener Heide, zum scheidenden Köhlerliesel Birgit Rabe. Siegfried Borgwardt, CDU-Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt, wollte sein Auto kurzerhand mit einer Standheizung aufrüsten und Sanitäter Dirk Sehmisch aus Tornau spottete: „Nächstes Jahr feiert ihr aber wieder im Sommer und nicht im Herbst."

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Tornau. 39 Künstler, 30 einheimische Händler, viel Regen und am Ende etwa 3500 Besucher – das ist die Bilanz des Festes Kunst mit Kettensägen, das am Wochenende im Heidedorf Tornau stattfand.

Ja, um das Wetter machte sich so jeder seine Gedanken, die Künstler besonders. „Man sieht aus wie ein Schwein", sagte Frank Müller aus Doberschütz in einer kreativen Pause. Von oben bis unten war er mit klebender Sägespäne bedeckt. „Die bleibt durch den Regen haften." Und dann stand der Wind noch ungünstig. Kein Wunder, dass er seiner Figur spontan den Namen gab „Durch den Wind". Müller gab einem Baumstamm ein Gesicht mit viel wehenden Haaren ringsherum. Wie passend zur Wetterlage.

Heidemaler Wolfgang Köppe bescheinigte seinen Akteuren trotz schlechter Bedingungen „Qualität", die sie aus den wuchtigen Baumstämmen entstehen ließen. „Da sind gute Ideen dabei", sagte der 85-Jährige auf einem seiner vielen Rundgänge.

Und tatsächlich trennte sich wie jedes Jahr die Spreu vom Weizen. Einige boten die Klassiker von der Eule bis zum Eichörnchen, die besonders beim Publikum beliebt sind, andere schnitzten abstrakte Werke, die dem Betrachter viel Spielraum zum Nachdenken und für Interpretationen gaben. Ein Ukrainer nahm sich den Altmeister selbst vor und sägte aus einem Baumstamm das Porträt des Heidemalers.

Die gastronomischen Versorger und Heide-Händler hatten am Wochenende weitaus weniger Umsatz, als in Vorjahren. „Wenn es nicht Bindfäden regnet, ist das schon gut", sagte Gabriele Pretzsch-Bley vom Dübener Ambiente-Stübchen, die mit Silvana Schneider von der Tischlerei und Restaurationswerkstatt in Laußig übers Wetter sinnierte.

Die Fußballer des ortsansässigen VfL 96 Tornau, die den Ausschankwagen in ihrer Regie hatten, schwenkten spontan um und boten Glühwein mit und ohne Schuss an. Auch Kaffee und Tee ging bei den Händlern gut. Und wer trotz miesepetrigem Wetter Lust auf ein Eis verspürte, musste sich diesmal in keine Schlange einreihen.

Tornaus Bürgermeister Enrico Schilling (CDU) zog am Ende dennoch ein positives Fazit der beiden Tage: „Wir sind ganz zufrieden. Bei gutem Wetter kann ja jeder feiern."

Nico Fliegner

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