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70 Engagierte wollen 100 werden

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Bad Düben. Der Verein Museumsdorf Dübener Heide ist Karsamstag in den Frühling gestartet. Auf dem Gelände der Obermühle loderte ein Feuer und sorgte für wohlige Wärme.

. Außerdem gab die Vereinsvorsitzende Katharina Scharr Einblicke in die Arbeit und Veranstaltungen der Museumsdörfler, die in den nächsten Wochen und Monaten anstehen.

Noch kurz bevor die Mitglieder des Vereins ihr österliches Frühlingsfeuer entzünden wollten, rieselten Schneeflocken vom Himmel. Die Temperaturen fielen in den Keller, so dass Katharina Scharr und ihr Team kurzerhand auf heißen Osterpunsch umstellten.

Bei diesen typischen April-Witterungsbedingungen ließen sich nicht viele vom heimischen Ofen weglocken. Außer den Vereinsmitgliedern und ihren Familienmitgliedern zog es nur wenige Besucher am Sonnabend an die Obermühle. Die versammelten sich am wärmenden Feuer, das Bodo Bochnig entzündete. Doch das trockene Holz brannte wie Zunder und schnell musste Nachschub aus dem weitläufigen Areal organisiert werden. Lange suchen mussten die Frauen und Männer nicht. Die Stürme des vergangenen Winters hatte genügend morsches Holz von den Bäumen geweht. Auch ein großer Baum wurde Opfer einer Windböe und liegt jetzt mitten im Kräutergarten. Dabei verfehlte der dicke Stamm nur um Haaresbreite die alte Wasserpumpe im Blumenbeet.

Die Mitglieder wollen bald die Ärmel hochkrempeln und die Spuren des Winters beseitigen. Das gilt auch für das marode Mühlengebäude der ehemaligen Öl- und Schneidemühle. Hier hat der Verein bereits Fördermittel für die Sanierung beantragt. „Es gibt noch nichts Neues. Wir warten auf grünes Licht", sagt Katharina Scharr. Mit der Sanierung des historischen Mühlenhauses sollen unter anderem zahlreiche historische Schauwerkstätten in das Objekt einziehen. „Seiler, Schuhmacher und eine Druckerei werden es zunächst sein", so Scharr weiter. Bereits im vergangenen Jahr konnten die Besucher des Adventsglühens einen kleinen Vorgeschmack auf die alte Schau bekommen. Denn Schriftsetzer Harald Kriegler aus Bitterfeld-Wolfen brachte eine historische Tiegeldruckmaschine mit. Die hat bereits 60 Jahre auf dem Buckel und soll die geplante Druckwerkstatt vervollständigen. Bei verschiedenen Anlässen wird dann darauf gedruckt. „Wer aber nicht so lange warten will, der sollte uns am 29. April ab 14 Uhr besuchen. Dann hat unsere historische Druckwerkstatt geöffnet", kündigt Scharr den nächsten Vereinshöhepunkt an. An diesem Tag soll auch das neue überdimensionale Mühlenspiel im Garten Kinder anlocken. Das bisherige Spiel war aus Holz und vermodert. Jetzt konnte dank einer anonymen Spenderin das Spielfeld mit Pflastersteinen gebaut werden.

In den zurückliegenden Wochen haben die Mitglieder zudem einen neuen Vereinsvorstand gewählt. Neue und alte Vorsitzende ist Katharina Scharr. Als Stellvertreter fungiert Manfred Lüderitz, Schatzmeisterin ist Bianca Bochnig und weitere Mitglieder im Vorstand sind Klaus Morgenstern, Egon Lauf und Lutz Mehrer. Ganz oben bei der Vereinsarbeit steht auch in Zukunft die Gewinnung neuer Mitglieder. Mit dem Slogan „73 wollen 100 werden" werben die Museumsdörfler um neue Leute, damit das Areal mit der um 1500 urkundlich ersterwähnten historischen Wassermühle weiter gestaltet werden kann und mittlerweile etablierte Veranstaltungen wie Kleinkunst, Kultur, Umweltbildung, Schulprojekte und Regionalvermarktung weiter stattfinden können.

Größtes Projekt war 2006 die Rekonstruktion der Bockwindmühle. „Bei uns gibt es ein reges Vereinsleben. Man trifft sich an jedem ersten Samstag im Monat zum gemeinsamen Arbeiten. Darüber hinaus wollen wir zahlreiche Veranstaltungen professionell organisieren. Die Objekte und Exponate wollen restauriert und gepflegt werden. Wir freuen uns auf jede Unterstützung von A wie Abwaschen bis Z wie Zäune reparieren", sagt Scharr und bittet gleichzeitig um Hilfe.

Vor zehn Jahren wurde mit großer Unterstützung von Bürgern und Firmen ein neues Wasserrad an der Obermühle installiert. In diesem Jahr ist eine Grundüberholung notwendig. Vor allem die 24 Taschen, in die das Wasser fließt, müssen erneuert werden. Die Kosten dafür sind enorm. Denn die Erneuerung einer Wasserradtasche schlägt mit 100 Euro zu Buche. „Wir freuen uns über jede Taschen-Spende, die direkt und zeitnah für das Wasserrad eingesetzt wird", sagt die Vorsitzende und hofft auf Unterstützung.

Spenden-Konto bei der Sparkasse Leipzig:

Konto-Nr. 2230058188 / BLZ 860 555 92

Verwendungszweck: Taschen-Spende

Steffen Brost

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