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99 Prozent der Jung-Biber haben das Hochwasser nicht überlebt

99 Prozent der Jung-Biber haben das Hochwasser nicht überlebt

46 Prozent der Biberreviere in der Region waren vom Juni-Hochwasser betroffen, für den Jungtier-Bestand hatte das verheerende Folgen. Um diese und weitere Fakten ging es beim Herbsttreffen des Biberfachgruppe Eilenburg-Delitzsch im Bad Dübener Naturparkhaus.

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Sandra Jarras (links) und Renate Klausnitzer (rechts) mit weiteren ehrenamtlichen Biberbetreuern beim Herbsttreffen.

Quelle: Heike Nyari

Bad Düben. Die Organisatoren Janine Meißner, Bibermanagerin im Naturpark, und Renate Klausnitzer konnten sich über eine gute Resonanz freuen. Zu den Teilnehmern gehörten über 30 ehrenamtliche Revierbetreuer, die allein im Altkreis Delitzsch aktiv sind. Hinzu kamen jeweils drei Betreuer aus dem Bereich Torgau und aus Sachsen-Anhalt sowie Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) sowie Sympathisanten.

Auf der Tagung stand die Aktualisierung der Kartierungsdaten zunächst im Fokus. "Das sind Kartenausschnitte, auf dem bestimmte Aktivitäten im Revier eingetragen werden", erklärte Janine Meißner. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Dämme, Burgen, Sassen und Fraßplätze der Tiere. Des Weiteren werden von den Betreuern Sichtbeobachtungsdaten notiert.

Renate Klausnitzer informierte über die Entwicklung der Biberbestände im vergangenen halben Jahr. Dabei spielte das Juni-Hochwasser eine zentrale Rolle, waren doch 46 Prozent der Reviere direkt davon betroffen. "Viele Burgen wurden tagelang überströmt und teilweise zerstört", erklärte die Koordinatorin der Fachgruppe. Des Weiteren sei davon auszugehen, dass 99 Prozent der Jung-Tiere die Katastrophe nicht überlebt haben. "Bei den Alttieren haben wir drei Todesfälle verzeichnen müssen, aber die Dunkelziffer der verendeten Biber liegt mit Sicherheit höher", so Klausnitzer weiter.

Umso erfreulicher gestaltete sich der Vortrag von Sandra Jarass aus Dahlenberg. "Wir haben einen Biber direkt hinterm Haus", erklärte die junge Biberbetreuerin und präsentierte stimmungsvolle Bilder einer Biberfamilie mit Jungtieren am Dahlenberger Grenzbach. Sogar während des Hochwassers gelangen ihr und ihrem Mann beeindruckende Fotografien von zwei Biber-Babys. Bei einem selbstgedrehten Film sah man die Tiere derselben Familie bei der Körperpflege und beim Fressen sowie beim Tauchen und Schwimmen.

"Rund um Dahlenberg und den Stausee befinden sich außerordentlich viele Reviere und in Trossin liegt eines sogar innerhalb der Ortslage", weiß Renate Klausnitzer, die dorther stammt. Erfreulich sei es daher, dass Sandra Jarras und André Böhm-Jarass, die vor sieben Jahren nach Dahlenberg zogen, als neue Biberrevierbetreuer gewonnen werden konnten. Seit Februar ist das junge Paar aktiv und betreut neben dem Grenzbach zwei weitere Bereiche am Pleckteich und am Melzteich.

Neu im Bibermetier sind auch Maritta und Bernd Hauhälter aus Leipzig. "Wir sind Naturfreunde und seit vielen Jahren mit großer Freude in der Dübener Heide unterwegs", erzählt Bernd Hauhälter. Nachdem sie in der Zeitung lasen, dass ehrenamtliche Betreuer gesucht würden, stand für die beiden Messestädter fest, ein Revier zu übernehmen. Das erstreckt sich beidseitig der Mulde und befindet sich in Höhe Rotes Ufer und Schwemsaler Kiesheger. Auch die Biberpopulation, die im Schnaditzer Schlosspark lebt, zählt dazu.

Neue ehrenamtliche Mitarbeiter sind auch Ines Schliebe aus Wildschütz und Manuela Gerhard aus Leipzig. Sie nahmen während des Herbsttreffens an einer Exkursion entlang der Mulde teil, die von Ronny Papenfuß aus Pristäblich geleitet wurde. Er und auch Peter Stärtzel aus Tiefensee gehören zu den erfahrenen Hasen, die schon viele Jahre Reviere an der Mulde und deren Altarme betreuen.

Biber leben aber auch an Bächen in der Dübener Heide, im Presseler Heidewald- und Moorgebiet, am Seelhausener See, um einige weitere Reviere zu nennen. Dieter Bühring aus Lindenhayn betreute bis vor Kurzem vier Bereiche an der Leine in Badrina, am Rohrgraben, an den Schadebachteichen und am Krautteich. Doch nach 13 Jahren wird sich der 73-Jährige aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. "Die Arbeit in der Natur hat mir immer viel Freude bereitet, doch nun gebe ich meinen Biberstab an die jüngere Generation ab", so der Naturfreund, der aber auch zukünftig immer mal ein Auge auf seine Tiere werfen will.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2013
Heike Nyari

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