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Abschied im Streit: Maler Andreas Tüpke verlässt Düben

Abschied im Streit: Maler Andreas Tüpke verlässt Düben

Er hat seinen Namen weg: Andreas Tüpke, Bad Dübens "van Gogh". Maler, seit vielen Jahren mit eigenem, angemietetem Atelier am Markt, kehrt jetzt seiner Heimatstadt den Rücken.

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Enttäuscht packt Andreas Tüpke seine Bilder ein. In Gossa in der Dübener Heide will er sein neues Glück versuchen.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Und er geht im Streit. "Ich ziehe die Reißleine. Ich habe hier keine Perspektive mehr", sagt er enttäuscht.

Der 53-Jährige fühlt sich unverstanden. Als Grund nannte er auch fehlende Kommunikation. "Viele reden gar nicht mehr mit mir. Früher war ich der Andreas, heute bin ich Herr Tüpke. Es gibt sicherlich im Rathaus und im Naturparkhaus einige, die mich verstehen. Aber das Gros will mich anscheinend nicht. Auch unsere Bürgermeisterin hat mir mehrmals versprochen, mal vorbeizukommen und das Gespräch zu suchen. Bisher kam es leider nicht dazu", so Tüpke verärgert. Der Bad Dübener nennt unzählige weitere Gründe für seine Entscheidung: Anfang der Woche konnte er nicht in die Lounge am Naturparkhaus. Dort darf er bis Oktober vorübergehend die Räume als Atelier nutzen. Kurzfristig fand dort aber eine Beratung statt. "Ich stand einfach da und konnte nicht rein", erzählt er. "Man hätte mir doch das im Vorfeld einfach mal sagen können. Ich habe auch ein Telefon. Es wäre kein Problem gewesen." In der Woche davor habe es eine ähnliche Situation gegeben. Eine Kundin hatte ein Bild bei ihm bestellt. Sie verspätete sich aber. Doch 17 Uhr wird das Naturparkhaus verschlossen. "Da ich keinen Schlüssel habe, musste ich mit der Frau dann auf den Parkplatz gehen. Das sind Dinge, die in meinen Augen nicht gehen und letztlich ausschlaggebend waren, dass ich jetzt weggehe. Ich habe die Nase voll."

Naturparkhausleiter Torsten Gaber hat indes eine andere Sicht auf die Dinge. "Wie wir mit der Lounge und den anderen Räumen im Gebäude umgehen, regelt ein Nutzungsvertrag mit der Stadt, der das Haus gehört. Daran halten wir uns. Bürgermeisterin Astrid Münster hat nach Absprache mit uns Herrn Tüpke für einen gewissen Zeitraum die Lounge als Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt", so Gaber weiter. Tüpke müsse sich jetzt aber den Vorwurf gefallen lassen, bis heute die seit Monaten bei Gaber liegende Vereinbarung über die Nutzung der Lounge nicht unterzeichnet zu haben. "Weitere Aussagen des Künstlers möchte ich nicht kommentieren", so Gaber abschließend.

Der Maler hatte bis April seine Galerie am Markt 18 in Bad Düben. Dort musste er raus, weil das Gebäude derzeit saniert wird und sich Tüpke die neue Miete nicht mehr leisten kann. Lange suchte er eine neue Bleibe. Nach etlichen Gesprächen und Hilfsangeboten fand er in der Lounge am Naturparkhaus vorübergehend ein Atelier. Aber auch hier waren seine Tage gezählt. Bis Oktober hätte er bleiben können. Bis dahin sollte etwas anderes gefunden werden. Doch bis heute fand er nichts Bezahlbares. "Nur einiges weg vom Schuss. Ich muss in Marktnähe, sonst macht es keinen Sinn. Das mit dem Naturparkhaus hätte mir wirklich gut gefallen. Dort war immer viel Publikumsverkehr."

Seit fast 14 Jahren ist die Kurstadt die Heimat des "van Gogh von Düben". Schon als 20-Jähriger entdeckte der gelernte Maurer Vincent van Gogh. Als er dessen Bilder sah, wollte er sie nachmalen. Viele belächelten ihn anfangs. Doch Tüpke hielt bis heute durch. Mittlerweile ist er in der Szene kein Unbekannter. Seine Werke hängen in Amtsstuben, Arztpraxen und Behörden. Auch dutzende Ausstellungen konnte er gestalten.

Jetzt zieht es Tüpke vorerst nach Gossa in die Dübener Heide. Dort hat er sich in einem ehemaligen Kindergarten eingerichtet. Die Gemeinde steht hinter ihm und bot die Räume an. In Gossa plant er eine Galerie der Erlebnisse sowie einen Mittelaltergarten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.09.2015
Steffen Brost

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