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Abschied von Reiner Heun: Chef des Dübener Heidespa geht in Ruhestand

Kurbad-Direktor zieht nach Heidelberg Abschied von Reiner Heun: Chef des Dübener Heidespa geht in Ruhestand

Mister Heide Spa verlässt nach fast 18 Jahren Bad Düben. Kurdirektor Reiner Heun geht in Rente. Der 68-Jährige hat am Donnerstag seinen letzten Arbeitstag, der am Abend mit seiner offiziellen Verabschiedung im Saal des Kurhauses endet. Zukünftig wird die Gegend um Heidelberg der Lebensmittelpunkt des Pensionärs sein.

hat bald ganz viel Zeit für Privates: Heidespa-Chef Reiner Heun geht in Rente.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. Ein Gentlemen zieht in den Westen: Der Chef des Bad Dübener Heidespa Reiner Heun geht in den Ruhestand und verlässt nach 18 Jahren seine Wahlheimat. Im Interview zieht der 68-Jährige Bilanz.

Wie fühlen Sie sich so wenige Stunden vor dem Wechsel in die Voll-Rentnerei?

Die Situation ist relativ gleichbleibend. Ich habe vermutlich bis zur letzten Stunde voll zu tun, das hätte ich so auch nicht gedacht.

Wie schwer fällt Ihnen dieser Schritt?

Es ist für mich ein geordneter Abgang, mit dem ich leben kann. Jetzt kommt eine neue Phase. Es wird nicht so sein, dass ich gar nichts mehr mache. Aber es erfüllt mich auch mit einer gewissen Wehmut, Abschied zu nehmen von Menschen, die mir lieb und teuer sind.

Wie geht es jetzt weiter beim und mit dem Pensionär Reiner Heun?

Da steht noch kein Fenster offen, aus das ich mich rauslehnen könnte. Ich habe jetzt alle Zeit der Welt, das zu sondieren und für mich zu organisieren.

Haben Sie etwas Spezielles im Blick, womit Sie sinnvoll Zeit verbringen möchten?

Spontan fällt mir das Malen ein.

Aktmalerei?

Hat sich leider nie ergeben. Ich möchte aber auch die Musik nicht vergessen, ich bin ein großer Klassik-Fan von Mendelssohn bis Beethoven. Ich habe es genossen, die Oper und das Gewandhaus in Leipzig zu besuchen.

Auch mal was Modernes?

Ich finde inzwischen auch Schlager gut, mag sogar Helene Fischer, die macht mich atemlos.

Sie hatten ihre Zweitwohnung in Bad Düben. Bleiben Sie der Region erhalten, wo wollen Sie zukünftig leben?

Wir haben ein Haus in der Nähe von Heidelberg, das wird nun unser Lebensmittelpunkt. Aber es stimmt, ich habe auch schon laut über eine Wohnung in Leipzig nachgedacht. Machen wir aber nicht. Wir bleiben jedoch der Region eng verbunden, haben hier viele Freunde. Da sind Besuche programmiert.

Wie organisiert man sich neu, wenn nun beispielsweise plötzlich Platz für Zwei im Kühlschrank sein muss?

Ich bin jetzt 68, da muss auch mal eine neue Situation kommen. Das Thema Arbeit wird langsam abgelegt. Ich habe vor wenigen Wochen zu meiner Frau Marita gesagt, dass ich mich auf die Zeit danach freue.

Freut Sie sich auch?

Sie ist zusammengezuckt und hat geantwortet: ,Das habe ich von Dir ja noch nie gehört’. Es ist natürlich eine neue Situation, auf die wir uns einstellen müssen. Wir hatten beide 18 Jahre Freilauf. Nun müssen wir uns wieder zusammenfinden. Das fängt damit an, wer früh die Zeitung holt. Wir sind seit 43 Jahren verheiratet, das klappt gut. Darum freuen wir uns auf die gemeinsame Zeit ohne große berufliche Einschränkungen. Ich bin zudem leidenschaftlicher Hobbykoch, habe mir vorgenommen, für meine Frau und für Freunde zu kochen.

Sie sind ein Gentleman vom Scheitel bis zu den Sohlen. Ein Mann mit Krawatte und Einstecktuch, der Frauen immer mit Handkuss begrüßt. Was wird aus dem Gentlemen im Westen?

Das gehört zu meinem Leben. Schon immer. Und daran wird sich auch nichts ändern. Vielleicht trage ich nicht mehr so oft Krawatten.

Zurück nach Bad Düben. Was hätten Sie gern noch vollbracht, welches Projekt, welche Vision hätten Sie gern noch umgesetzt?

Ich hätte gerne die Ferienwohnungen, für die schon die Baugenehmigung vorliegt, umgesetzt. Das Projekt kam leider zum Erliegen, weil keine Fördermittel ausgereicht werden konnten.

War es das für die Ferienwohnungen?

Ich hoffe nicht, habe einen anderen Weg beschritten, um das auf den Weg zu bringen. Ich wünsche meinem Nachfolger, dass er das umsetzen kann.

Wo sehen Sie das Heide Spa in
20 Jahren?

Es geht jetzt vor allem darum, den Bestand und die Anlagen zu erhalten und zu sichern. Perspektivisch würde ich das Spa zu einem Ressort wachsen lassen, klein und fein. Das Fundament ist gelegt, wir haben das Hotel und Ferienwohnungen in Aussicht. Darüber hinaus könnte ein kleines Feriendorf entstehen mit Bungalows eingebettet um einen Badeteich.

Was erzählen Sie zu Hause, wenn Sie von Bad Düben erzählen?

Dass der erste Eindruck nicht immer der beste ist. Als ich das erste Mal nach Bad Düben kam, konnte ich mir nicht vorstellen, dass es was wird mit mir und der Stadt. Sehr schnell habe ich mit Freude festgestellt, wie bunt und lebhaft die Region ist, wie freundlich und engagiert die Menschen sind. Ich habe die Entwicklung als Bad Dübener erlebt, darauf bin ich stolz.

Was haben Sie Ihrem Nachfolger Ole Hartjen mit auf den Weg gegeben?

Dass er ein sehr kompetentes Team um sich hat. Er kann Verantwortung übertragen, weil die Mitarbeiter sehr selbstständig arbeiten. Natürlich werden von ihm auch neue Ideen gefordert, er wird seinen eigenen Stil haben.

Worauf freuen Sie sich jetzt? Wie starten Sie in die dritte Halbzeit?

Am 25. Februar ist mein letzter Arbeitstag, am 26. freue ich mich auf einen Tag mit der ganzen Familie. Dann fahren wir für eine Woche in den Urlaub an die Ostsee.

Von Frank Pfütze

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