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Bad Düben Abwasserbau in Kossa: Was der Bürger zahlt, ist weiter offen
Region Bad Düben Abwasserbau in Kossa: Was der Bürger zahlt, ist weiter offen
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00:37 19.05.2018
Die gesamte Kossaer Ortslage bekommt neue Abwasserkanäle. Noch in diesem Monat startet das Großprojekt, das bis 2020 verwirklicht werden soll. Quelle: Steffen Brost
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Kossa

Eine Kossaerin fasste ihre Erwartungen an die von der Gemeinde einberufene Einwohnerversammlung am Dienstagabend so zusammen: „Die Leute wollen doch eigentlich nur wissen, wie lange dauert es und was kostet es.“

So gesehen wurden die Erwartungen im Bürgerhaus nur zu 50 Prozent erfüllt. Denn was in Sachen Abwasser- und Straßenbau sowie bei der Offenlegung des Schleifbaches wann passieren soll, konnte das achtköpfige Präsidium den 150 Bürgern relativ konkret benennen. Hier waren das fehlende Mikrofon und die zu kleine Leinwandprojektion das größte Problem.

Unklar, was Bürger zahlen müssen

Doch keine Aussage gab es zu den Belastungen der Bürger. Da es in der Gemeinde Laußig keine Straßenausbaubeitragssatzung gibt und beim Schleifbach die Gemeinde den zehnprozentigen Eigenanteil trägt, stand das Abwasser im Fokus.

Bärbel Deutrich, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Abwassergruppe Dübener Heide, blieb jedenfalls bei der Frage, ob ein neuer Anschlussbeitrag droht, bei ihrer schon wiederholt getroffenen Aussage: „Das kann bisher seriös einfach nicht beantwortet werden.“

Nicht bei allen Bürgern fand das Verständnis, die dahinter steckende Materie macht es allerdings tatsächlich kompliziert.

Rechnung mit zu vielen Unbekannten

Einfach zu viele unbekannte Größen spielen auch noch kurz vor dem Baustart rein. So wisse man nicht, ob die einst grob geschätzten vier Millionen Euro bei den heutigen Baupreisen tatsächlich ausreichen. „Für die ersten Aufträge Pumpwerk in Kossa und Druckleitung von Kossa nach Authausen sind wir mit 600 000 Euro im Kostenrahmen geblieben“, so Thomas Bauer, technischer Leiter des Verbandes. Doch ob das bei dem Ende 2018 beginnenden Kanalbau so bleibe, sei völlig offen. Andererseits kämpfe man aber auch um zwei Dinge, die dem Verband und damit letztendlich den Bürgern zugute kommen könnten.

Zum einen, so informierte Bärbel Deutrich, gebe es jetzt doch eine gewisse Chance auf eine 50-prozentige Förderung. Zum anderen, und darauf hatte Thorsten Hindemith als Vorstandsvorsitzender der Teilnehmergesellschaft Kossa aufmerksam gemacht, könnte dank des gleichfalls laufenden Flurbereinigungsverfahrens in Sachen Baustraße gespart werden. „Wir sind optimistisch“, so Hindemith, „dass wir statt einer nur Kosten verursachenden Baustraße einen dauerhaften landwirtschaftlichen Weg bauen können.“ Wird die Baustraße ein landwirtschaftlicher Weg, fällt diese nicht nur aus der Abwasserrechnung raus, sondern würde den Landwirtschaftsverkehr dauerhaft aus der Ortslage Kossa lenken. Konkret handelt es sich dabei um rund 900 Meter, die von Authausen kommend südwestlich an Kossa (und dem Sägewerk) vorbeiführen sollen.

Der große Nachteil: Welche Kosten überhaupt in die Abwasserberechnung einfließen müssen, ist damit derzeit völlig unklar. Thomas Bauer: „Abwasserbau lässt sich nicht mit dem Kauf eines Autos aus dem Katalog vergleichen.“

Was wird wann gebaut?

Was nach derzeitigem Planungsstand wann gebaut wird, war dagegen recht einfach.

Ab diesem Monat: Bau des pneumatischen Hauptpumpwerkes in Kossa und der Druckleitung Kossa-Authausen

ab Herbst: 1. Bauabschnitt Kanalbau (Hauptstraße von der Kreuzung Authausen bis Bürgerhaus)

ab 2019: Straßenbau nach Beendigung des Kanalbaus im Bereich des 1. Bauabschnittes

ab 2019: Renaturierung des Schleifbaches in Kossa auf einer Länge von 1,15 Kilometer entlang der Teichhäuser Straße und Rückbau der dort drin liegenden Abwasserleitungen

ab 2019 bis 2020: 2. und 3. Bauabschnitt Kanalbau Hauptstraße von der Kreuzung Authausen in Richtung Falkenberg sowie der Söllichauer Straße in Durchwehna sowie der Nebenkanäle in Kossa und sich jeweils anschließender Straßenbau der Kreisstraße

2020: Bau der Nebenkanäle in Durchwehna sowie Rückbau der Kläranlage Durchwehna.

Von Ilka Fischer

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