Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Abwasserbaustelle in Hohenprießnitz – Anwohner sprechen von Fehlplanung
Region Bad Düben Abwasserbaustelle in Hohenprießnitz – Anwohner sprechen von Fehlplanung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Die Dübener Straße in Hohenprießnitz gehört neben der Lindenstraße zum dritten Abschnitt der Abwasserbaustelle und ist noch bis Januar dicht. Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Hohenprießnitz

Neue Rohre hätten elf Jahre ungenutzt in der Erde gelegen, "weil nicht richtig verlegt". Nunmehr müsse alles "neu gemacht werden", was den Hohenprießnitzern im September 2013 auf einer Informationsveranstaltung erklärt worden sei. "Kein Wunder, dass Gerüchte und Falschmeldungen kursieren." Unverständlich für Bewohner der Lindenallee wäre zudem, "dass die alten (neuen) Leitungen herausgenommen und durch andere ersetzt werden. Teilweise wiederum sollen alte Leitungen in der Erde bleiben?" Auf einzelnen Grundstücken habe es vor den Planungen keine Messungen gegeben. Was bei Anliegern die Frage aufwirft, "wie sie sich anschließen sollen". Außerdem schwebe die Frage im Raum, wer den "doppelten Bau eines Abwassersystems" in der Lindenallee bezahlt.

Verbandsgeschäftsführerin Bärbel Deutrich berief sich darauf, Kalkes die Situation mehrfach erläutert zu haben. "Das ist ein individuelles Problem", sagte sie. Und bestätigte, dass 2004 eine Anbindung ans öffentliche System möglich gewesen sei, jedoch nicht für alle Anwohner, da nicht jedes Grundstück über eine Dreikammerklärgrube verfügte. Somit wird die Gemeinschaftsklärgrube genutzt, die in absehbarer Zeit mit dem vorschriftsmäßigen Anschluss des gesamten Ortes an das öffentliche Netz zurückgebaut wird. Zudem gab es eine Projektanpassung, womit die neue Kanalisation besser in Fließrichtungen funktionieren soll. Was für Kalkes aufgrund der Lage ihres Grundstückes und bisherigen Leitungssystem zwei Optionen beinhalte: Mit einer Hebeeinrichtung die Anschlusspflicht an den öffentlichen Kanal über einen kurzen Weg zu erfüllen oder über Nachbargrundstücke auf privatrechtlichem Weg mit Dienstbarkeiten bestehende Systeme anzuschließen. Den Vorwurf, wegen Fehlplanungen 2004 würden Kosten in die Höhe getrieben, wies die Fachfrau zurück. "Dass nach über zehn Jahren Leitungen und Schächte zum Teil ausgewechselt werden müssen, ist nicht ungewöhnlich." Zusätzlich ist der Wasser-Versorgungsverband in diesem Bereich mit Sanierungsarbeiten mit im Boot. Der dritte von fünf Bauabschnitten in Hohenprießnitz läuft noch bis April.

Von Karin Rieck

Anzeige