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Abwasserverband dreht an der Preisschraube - Gebühr wird teurer

Abwasserverband dreht an der Preisschraube - Gebühr wird teurer

Hiobsbotschaft für etwa 3000 Kunden des Zweckverbands Abwassergruppe Dübener Heide (ZAWDH). Nachdem der Verband erst im Februar 2012 die Gebühren von 2,45 Euro auf 1,78 Euro pro Kubikmeter Abwasser gesenkt hatte, werden sie jetzt per 1. Januar - und das rückwirkend für das gesamte Jahr 2013 - wieder auf 2,45 Euro erhöht.

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Blick auf das Klärwerk Altenhof. Dort fließen die Abwässer zusammen.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Entsprechende Beschlüsse sind in der Verbandsversammlung am Donnerstagabend einstimmig gefallen.

Dass etwas nicht stimmen konnte, war der ZAWDH-Führungsriege und den Mitgliedern der Verbandsversammlung - das sind Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte - im Lauf der vergangenen Monate immer deutlicher geworden. Es bestand Handlungsbedarf. So kam das kommunale Beratungsunternehmen Allevo zum Einsatz, hat sämtliche Einnahmen und Ausgaben des ZAWDH unter die Lupe genommen und nunmehr eine neue Gebührenkalkulation vorgelegt. Ergebnis: Die seit 1. Januar 2012 gültigen Gebührensätze, insbesondere für die Schmutzwasserentsorgung mit zentraler Klärung - das betrifft die meisten Haushalte im Verbandsgebiet - ermöglichten "kein kostendeckendes Arbeiten des Verbandes", sagte Bärbel Deutrich, die ZAWDH-Geschäftsführerin. Man sei dazumal bei der Kostenaufteilung mit einer anderen Betrachtungsweise herangegangen, habe der Straßenentwässerung einen höheren Kostenanteil zugeordnet als der Schmutzwasserentsorgung. Deshalb konnten die Gebühren seinerzeit gesenkt werden. Doch das habe sich "relativ schnell als nicht haltbar erwiesen", so Deutrich weiter. Ergo muss es jetzt zu der Erhöhung auf das alte Gebührenniveau kommen, um den Verband nicht in finanziell unsicheres Fahrwasser driften zu lassen. "Die Zahlen damals waren nicht falsch, sie sind nur falsch dargestellt worden", erklärte Betriebswirtin Cathleen Winkler vom Beratungsunternehmen Allevo in der Verbandsversammlung.

Für die Mitglieder sind die Ergebnisse alles andere als erfreulich, schließlich müssen sie die gegenüber den Bürgern erklären und verteidigen. "Das ist natürlich ein echter Hammer", sagte Zschepplins Bürgermeisterin Roswitha Berkes (parteilos). Man habe sich damals auf das Büro verlassen - das war übrigens auch schon Allevo.

Anders sah das Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos): "Wir sollten das ganze positiv sehen. Wenn man so will, haben wir den Bürgern sogar einen Kredit gegeben." Schneider sprach von der 2012 abgesenkten Gebühr von einer "politischen Gebühr". "Jetzt haben wir eine tatsächliche Gebühr und nehmen niemandem etwas weg." Dem Verband habe zuletzt etwa eine halbe Million Euro an Liquidität gefehlt. "Wir hatten eine nicht kostendeckende Gebühr." Das unterstrich auch Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG): "Liquidität und Einnahmen waren extrem auseinandergefallen." Auf Dauer würde das den ZAWDH in finanzielle Schieflage bringen.

Es gibt aber auch Kunden, die ab Januar weniger zahlen müssen, nämlich jene, die ihr Schmutzwasser ohne Anschluss an die Dübener Kläranlage entsorgen, zudem sinkt die sogenannte Regenwassergebühr leicht (siehe Tabelle).

Die neuen Gebühren gelten einheitlich für alle Mitgliedsgemeinden. Dem ZAWDH gehören die Stadt Bad Düben mit allen Stadtteilen, die Gemeinde Laußig ohne Laußig, Gruna und Pristäblich sowie die Gemeinde Zschepplin mit den Dörfern Glaucha und Hohenprießnitz an.

Gebühren im Überblick:

In den Abwassergebührenbescheiden für 2013, die im Zeitraum März/April 2014 verschickt werden, sind folgende Gebührensätze der Abrechnung zugrunde gelegt:

• Schmutzwasserentsorgung mit Anschluss an Kläranlage: neu 2,45 Euro/m³ (2012: 1,78 Euro/m³)

• Schmutzwasserentsorgung ohne Anschluss an Kläranlage: neu 1,82 Euro/m³ (2012: 2,45 Euro/m³)

• Niederschlagswasserentsorgung: neu 0,60 Euro/m² (2012: 0,68 Euro/m²)

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.12.2013

Nico Fliegner

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