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Ärger in Bad Düben: Bauherr darf im Wald bauen - jetzt sollen die Bäume weg

Ärger in Bad Düben: Bauherr darf im Wald bauen - jetzt sollen die Bäume weg

Bauordnungsamt und Stadt haben nichts gegen die Bäume, der Bauherr schon gar nicht. Die Untere Forstbehörde dagegen schon. In Bad Düben ist jetzt eine Diskussion zum Thema Wald im Gange und hat das Zeug, zu einer Behördenposse zu werden.

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Diese Bäume stehen laut Kreis-Forstbehörde zu nah am Haus und sollen weg. Doch Stadt und Kreis-Bauordnungsamt sehen das wiederum nicht so.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Eigentlich ging es jüngst im Stadtrat nur um geänderte Dachneigungen und Baufelder für das neue Wohngebiet an der Reinharzer Straße in der Hammermühle. Doch die Forstbehörde des Landkreises mahnte überraschend die Einhaltung des Waldgesetzes an. Heißt: Vorhandene Bäume im Radius von 30 Meter zu einem Wohnhaus müssen gefällt werden. Eine Umwidmung in eine private Grünfläche - dann könnten Bäume stehen bleiben - sei nicht möglich. Ausnahmen soll es nicht mehr geben. Für Bauwillige am ehemaligen Schwesternwohnheim ein neuer Umstand, zumal sie vom Bauordnungsamt - ebenfalls beim Landkreis angesiedelt - eine Baugenehmigung haben und der Rohbau längst steht.

Ein weiteres, ähnliches Problem gibt es auch woanders in der Hammermühle. Bezüglich eines leerstehenden Hauses liegt eine Bauvoranfrage vor - in einem Waldgebiet, das seit Jahrzehnten bereits als Bauland ausgewiesen ist. "Es kann nicht sein, dass dies jetzt nur noch als eingeschränktes Bauland gilt", zeigt sich Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) verärgert. Ihrer Meinung nach bestehen hier bei Kommune und Forstbehörde unterschiedliche Auffassungen zum Begriff Waldgebiet. Ansätze, dass vor allem nach den Erfahrungen von Orkan Kyrill Sicherheitsabstände einzuhalten sind, seien nachvollziehbar: "Aber 10 bis 15 Meter reichen aus", verweist Münster auf Verfahrensweisen andernorts, wo es bauherrenfreundlicher zugeht. Beispiele sind Machern, Brandis und Dresden. Erschwerend käme hinzu, dass die jetzige Regelung zur Folge hätte, dass der Grundstückseigentümer keine Zäune setzen darf. Münster hat jetzt einen Fachanwalt eingeschaltet.

Das Landratsamt pocht indes auf das Waldgesetz und mögliche Gefahren für die Menschen - gibt aber zu, dass es "gravierende Unterschiede in den Ansichten" gebe, so Sprecher Rayk Bergner. Ob der Bauherr jetzt die Bäume tatsächlich fällen muss, ist noch unklar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2015
Kathrin Kabelitz

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