Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Ärger mit brüchigen Weiden in Bad Düben: Umweltamt verbietet Pflegeschnitt
Region Bad Düben Ärger mit brüchigen Weiden in Bad Düben: Umweltamt verbietet Pflegeschnitt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 14.04.2016
Anzeige
Bad Düben

Die vier Weiden, die zwischen Mulde und Burg auf städtischem Grundstück in Bad Düben stehen, sind so stark gewachsen, dass sie Stürmen nicht mehr standhalten. Der Julisturm des vergangenen Jahres brach eine von ihnen jedenfalls erdbodennah ab. Sie liegt nun teilweise in der Mulde. Während diese damit im Wachstum stark zurückgeworfen wurde, treibt die Bürokratie mächtige Blüten in der Kurstadt. Die Anregung des Bad Dübener Stadtrates Michael Noack (CDU), etwas für den Unterhalt der Bäume zu tun, lässt sich jedenfalls nicht so einfach realisieren.

Naturschutz verhindert Pflegearbeiten

Astrid Seydewitz, Sachbearbeiterin im Bau- und Bürgeramt der Kurstadt, hat die Möglichkeit eines Pflegeschnitts, mit dem zugleich der Blick auf die Burg gewinnen würde, abgeklärt. Doch weit gekommen ist sie nicht. Lediglich für die Entnahme eines angebrochenen Astes, der auf den Geh- und Radweg zu fallen droht, gab es von der Umweltbehörde beim Landratsamt grünes Licht. Die abgebrochene Weide selbst kann dagegen nicht so einfach geborgen werden. Und das angestrebte Einkürzen der Kronen um ein Drittel, das verhindern könnte, dass die anderen drei Weiden umbrechen oder Kronenteile abbrechen, ist ein bürokratischer und teurer Kraftakt. „Die Umweltbehörde teilte uns mit, dass sich die Weiden im Flora-Fauna-Habitat Vereinigte Mulde und Muldeauen, im Vogelschutzgebiet Vereinigte Mulde, weitgehend im Landschaftsschutzgebiet Mittlere Mulde sowie in einem Vorranggebiet Natur und Landschaft befinden“, so Astrid Seydewitz.

Gutachten gefordert

Pech für die Weiden, sie dürfen nicht einfach so einen Pflegeschnitt erhalten, da der Bereich „ein Biotopkomplex für natürlich und naturnahe Bereiche fließender Binnengewässer“ ist. Im Amtsdeutsch klingt das so: „Für die Beurteilung der Genehmigungsfähigkeit bedarf es der Nachreichung einer artenschutzfachlichen Einschätzung, die plausibel darlegt, dass durch die Maßnahme keine artenschutzrelevanten Verbotstatbestände betroffen sind.“ Das betrifft zum Beispiel Fledermaus-Quartiere. „Außerdem sind entsprechende Erheblichkeitsabschätzungen vorzulegen.“ Ergo, die Baumpflege geht nur mit einem Gutachten. Was bei einem solchen herauskommt, ist offen, Fest steht dagegen, dass es mit rund 1200 Euro wohl mehr als die Pflegemaßnahme selbst kosten würde.

Ob die Stadt diesen Weg geht oder Natur eben einfach Natur sein lässt, ist offen. „Das muss der Stadtrat entscheiden“, so Astrid Seydewitz weiter. Eine schriftliche Information über den Sachverhalt wurde inzwischen an die Räte verteilt. Die Entscheidung eilt übrigens nicht, denn ohnehin wäre die Pflegemaßnahme erst wieder im Herbst und damit nach Ausflug des Fledermausnachwuchses möglich.

Von Ilka Fischer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Bad Düben Orchester auf Reisen - Oper mobil in Bad Düben

Große Aufregung in der Heidegrundschule Bad Düben. Mit Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ in der Inszenierung von Gundula Nowak reisen Solisten der Oper und das Gewandhausorchester in die Schulen, Turnhallen, Gemeindesäle oder Stadthallen und spielen große Opernvorstellungen für kleine Leute.

12.04.2016

Ab Sommer bildet die Stadtverwaltung Bad Düben eine neue Verwaltungsfachangestellte mit dem Schwerpunkt Recht aus. Und setzt damit ihren Weg fort, eigenen Nachwuchs heranzuziehen, der perspektivisch auch übernommen wird.

12.04.2016

Große Wiedersehensfreude im Bürgerhaus in Schnaditz. Hier trafen sich jetzt Einwohner und ehemalige Schnaditzer, die 1940 ihre Heimat Galizien verließen. Sechs von ihnen leben auch heute noch im Bad Dübener Ortsteil.

11.04.2016
Anzeige