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Bad Düben Ärger um Dübener „Stadtwald“: Grundstück wuchert mit Unkraut zu
Region Bad Düben Ärger um Dübener „Stadtwald“: Grundstück wuchert mit Unkraut zu
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09:07 19.08.2016
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Bad Düben

Schön sieht anders aus. In der Lutherstraße 2 in Bad Düben wuchert seit Monaten ein Grundstück zu. Die wilden Pflanzen haben bereits stattliche Höhen von über zwei Meter erreicht. Jetzt stellte ein bislang unbekannter Scherzkeks ein Schild mit der Aufschrift „Stadtwald Am Anger“ auf und will so auf die Missstände aufmerksam machen. Auch in den sozialen Medien wird das Ganze eifrig diskutiert. Ein Bad Dübener schreibt: „Stadtwald Am Anger in Bad Düben mitten in der Stadt. Kann man glatt als Sehenswürdigkeit empfehlen. Echt schlimm sowas. Kein gutes Bild für Gäste der Kurstadt“.

Doch wem gehört das Areal? LVZ recherchierte und wurde fündig. Das Grundstück gehört einem Bad Dübener, seinen Namen will er nicht öffentlich machen. Er will dort bauen: „Hier soll Wohnraum für junge Familien entstehen. Die Lage ist ideal. Vor allem, weil die evangelische Grundschule gleich um die Ecke ist.“

„Bis es soweit ist, werden wohl sowieso viele Gespräche geführt werden müssen“, äußerte sich der Eigentümer. Kern des Problems sind zum einen zwei Fenster am Haus der Nachbars-Familie, deren Grundstück an das zugewucherte Areal grenzt. Sollte der neue Eigentümer bauen, dann würde der Nachbar nur noch auf die nördliche Giebelmauer schauen können. Diese Problematik ist im Bad Dübener Rathaus angekommen. Wie Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wählergemeinschaft) mitteilte, ist das Fensterproblem aber bereits älteren Datums.„Das war schon Mitte der 1990er-Jahre. Damals haben die Nachbarn gebaut und wollten die beiden Fenster eigentlich in westliche Richtung zum Hinterhof einbauen. Das wurde aber vom Bauordnungsamt so nicht genehmigt, der Einbau musste in südliche Richtung erfolgen“, sagte Münster. Der Stadt-Chefin ist mit Blick auf den Bebauungsplan schon klar, dass ein neuer Bauantrag, wenn dieser gestellt werde, gute Chancen zur Genehmigung hat. „Das würde dann aber auch Probleme bringen, die wir nicht haben wollen. Deshalb besteht hier dringender Handlungsbedarf“, so Astrid Münster.

Laut Kenntnisstand der Bürgermeisterin soll das neue Gebäude zudem größere Ausmaße annehmen als das abgerissene. Deswegen möchte sie jetzt die Angelegenheit so schnell wie möglich vom Tisch und hat dem Eigentümer auch einen Vorschlag unterbreitet, ihm das Areal sogar abzukaufen. „Dann könnten hier noch ein paar Stellflächen für Autos und eine schicke Grünanlage entstehen, die den Charakter des Rosengässchen bewahren“, sagt Münster.

Von Steffen Brost

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