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Bad Düben Ärztin will nicht wieder zurück an den Lauch
Region Bad Düben Ärztin will nicht wieder zurück an den Lauch
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16:50 19.05.2015
Fluthelfer Helmut Tischer zeigt, wie hoch das Muldewasser in der Arztpraxis von Monika Ruf-Lehmann gestanden hat. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Am Wohnhaus sieht man noch, wie hoch das Wasser der angrenzenden Mulde gestanden hat. Einen Meter hoch - 20 Zentimeter mehr als 2002. Überall ist noch die schlammige Masse zu sehen. Auf der Wiese liegen Schränke, die vollkommen durchnässt sind.

Jetzt ist das Wasser wieder weg. Aber es hinterließ eine Spur der Zerstörung und jede Menge Feuchtigkeit. Ans Aufgeben denkt die Bad Dübener Ärztin nicht. Seit Tagen ist sie im Dauerstress. Das Telefon klingelt im Minutentakt. An viel Schlaf ist zurzeit nicht zu denken. Jede Menge muss organisiert werden. Schließlich will sie ab Montag wieder ihre Patienten versorgen.

Begonnen hatte alles am Sonntag. Ihr Mann Matthias hatte beim ökumenischen Gottesdienst im Rahmen des Stadtfestes noch musiziert, als die Information von der nahenden Flut kam. "Direkt von dort ist mein Mann mit rund 25 Helfern in die Praxis gefahren. Wir hatten entschieden, vorsorglich alles auszuräumen und die Patientenakten, die medizinischen Geräte und das Mobiliar in Sicherheit zu bringen", erzählt Ruf-Lehmann. Bis 16 Uhr wurde am Sonntag ausgeräumt. Rechtzeitig, bevor das Wasser dann in der Nacht zum Montag kam und alles überspülte. Doch der materielle Schaden der Ärztin hielt sich dank der vielen Helfer in Grenzen. Lediglich ein paar Schränke fielen dem Wasser zum Opfer.

"2002 stand die Mulde schon mal in diesen Räumen. Damals noch bei meinem Vorgänger Doktor Zapf. Als wir am Sonntag die Schränke rausgeholt haben, haben wir sogar noch Restfeuchte von vor elf Jahren festgestellt", so Ruf-Lehmann. Jetzt muss das Haus, was einem Besitzer aus den Altbundesländern gehört, erst einmal gründlich austrocknen. Die Bausubstanz ist nicht mehr die beste. Das Mauerwerk wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.

Zurück will Monika Ruf-Lehmann eigentlich nicht mehr. Seit einigen Wochen baut die Allgemeinmedizinerin in der Gustav-Adolf-Straße 36 ein neues Gebäude, wo sie Ende dieses Jahres ihre Patienten behandeln will. "Für mich war die Entscheidung, hier rauszugehen, letztendlich die richtige", sagt sie. Bis zur Fertigstellung der neuen Praxis behandelt sie ab Montag ihre Patienten in der ehemaligen Praxis von Wolfhard Fischer in der Bitterfelder Straße 34. "Mein Sohn Felix hatte die Idee, bei Herrn Fischer mal nachzufragen. Der sagte spontan zu", bedankt sich Ruf-Lehmann.

Für den ehemaligen Arzt war das Hilfsangebot nichts außergewöhnliches. "Unter Kollegen hilft man sich doch. Ist Ehrensache", sagt Fischer. Mit drei Mitarbeiterinnen sowie vielen Helfern wurden die Räume in den vergangenen Tagen entsprechend eingerichtet. Einer von ihnen ist der Bad Dübener Helmut Tischer, der seit Sonntag mit anpackte. "Es ist Wahnsinn, wie viele Menschen spontan gekommen sind und beim Umzug mitgeholfen haben. Das zeigt doch, dass im Notfall alle zusammenstehen", so Tischer. Ab Montag ist die Praxis zu den bekannten Zeiten wieder offen. Auch die alte Telefonnummer 034243/71447 ist auf die neue Adresse geschaltet. Steffen Brost

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2013

Steffen Brost

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