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Aktion "Drei Engel für Gruna" - Gemeinde Laußig erreichen immer mehr Spenden

Aktion "Drei Engel für Gruna" - Gemeinde Laußig erreichen immer mehr Spenden

Laußig. Die Spendenflut kommt über Laußig. Sei Tagen erreichen die Gemeinde kleine und große Fahrzeuge, beladen mit Hilfsgütern für die vom Hochwasser betroffenen Einwohner.

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Über Facebook organisierten Friederike Zieger, Melanie Gensheimer, Kristin Bassler und Erhard Steglich (von links) Hilfe für Gruna.

Quelle: Steffen Brost

Der ehemalige Penny-Markt in Laußig ist nunmehr zu einem großen Spendenlager umfunktioniert worden.

Am Donnerstagmorgen kam ein 40 Tonnen schwerer Sattelschlepper aus Jüchen bei Grevenbroich in der Gemeinde an. Das Fahrzeug gehört einer holländischen Spedition, die den Transport übernahm. Hinter der Aktion steht Mark Karlstedt. Der Jüchener betreibt mit seiner Frau eine Hundeschule. Über Fernsehen, Facebook und Internet ist er auf die vom Hochwasser betroffenen Regionen in Sachsen aufmerksam geworden. "Meine Frau hat dann in Facebook eine Gruppe gegründet, mit dem Ziel, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Ursprünglich hatten wir die stark betroffenen Grimmaer im Visier. Doch deren Spendenlager sind voll und wir haben dann einen Kontakt zum Laußiger Bürgermeister vermittelt bekommen", erzählt Karlstedt.

Die geplante Spendenaktion für Gruna und Laußig machte im 23 000 Einwohner zählenden Jüchen schnell die Runde. "Der Malteserhilfsdienst stellte für die Spenden eine Lagerhalle bis zum Abtransport kostenfrei bereit. Viele Bürger und Geschäftsleute brachten die dringend benötigten Sachen wie Baumaterial, Elektrogeräte, Kühlschränke, Möbel und Bekleidung vorbei."

Mittwoch Nacht ging die Reise dann ins 600 Kilometer entfernte Laußig los. Pünktlich am Donnerstagmorgen stand der große Laster vor den Toren des Heidecenters und wurde von Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) und dem Team vom Sammellager empfangen. Viele fleißige Helfer brauchten Stunden, bis der Lkw entladen war. Nächste Woche will Mark Karlstedt wieder vorbei schauen. Dann hat er hauptsächlich Möbel, Kühlschränke und Elektrogeräte an Bord.

Eine weitere außergewöhnliche Spendenaktion hat sich auch Kristin Bassler aus dem rheinland-pfälzischen Wachenheim einfallen lassen. Unter dem Namen "Drei Engel für Gruna" ist die Aktion dort beworben worden. Bis 1997 lebte die junge Frau mit ihren Eltern in Laußig. "Wir haben das Hochwasser im Fernsehen verfolgt und spontan die Idee gehabt, zu helfen. Eigentlich wollten wir sofort los und beim Sandsackschleppen mitmachen. Doch das klappte nicht und deswegen haben wir uns die Spendenaktion überlegt", erzählt sie.

Rings um ihren Wohnort wurden Betriebe und Privatleute aufgefordert, zu spenden. Sogar im Radio gab es einen Aufruf für das Muldedorf Gruna, das nach 2002 erneut im Wasser versunken ist. Das Ergebnis war mehr als überwältigend. "Wir haben mit einem Transporter geplant. Aber es waren so viele Spenden, dass wir noch ein zweites Fahrzeug organisierten. Bis Sonntag wollen wir in Gruna mithelfen", sagt Kristin Bassler.

Im Spendenlager in Laußig sind derweil Ein-Euro-Jobberin Elke Lange und ihre Frauen eifrig am Sortieren der Sachen, Möbel und elektrischen Geräte. Während von Bekleidung mittlerweile mehr als genug eingegangen ist, wünschen sich die engagierten Helferinnen Besteck, Baumaterialien, Kühlschränke, Elektrogeräte und Möbel. "Es ist genug Platz. Alles wird von uns gesichtet und notiert, bevor es dann an die Betroffenen ausgegeben wird", so die 61-Jährige.

Unterdessen hat Laußigs Bürgermeister die Strategie des Verteilens der Spenden geändert. "Wir mussten das tun. Es gibt bereits große Diskussionen, wer was aus dem Lager bekommt. Deswegen haben wir ein gerechtes Verteilungsprinzip entwickelt. Gegenwärtig werden nur Spenden angenommen, aber nicht ausgegeben. Wer Bedarf hat, kann sich jederzeit im Spendenlager melden und seine Wünsche äußern. Das wird alles notiert. Danach können die Menschen die Spenden abholen", erzählt er. Grund sei auch, dass sämtliche Elektrogeräte erst noch von einem Fachmann überprüft werden müssen, ehe sie die Gemeinde ausgeben könne.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.06.2013

Steffen Brost

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