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Bad Düben Alarmierende Zahlen: Nordsachsens Feuerwehren gehen die Mitglieder aus
Region Bad Düben Alarmierende Zahlen: Nordsachsens Feuerwehren gehen die Mitglieder aus
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08:00 13.03.2017
Fahneneinmarsch bei der Delegiertenkonferenz des Kreisfeuerwehrverbandes Delitzsch. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

„Wir haben ein Kommunikationsproblem“, stellte der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Delitzsch (KFV) Peter Schwenckner fest. Ihm ist aber ebenso bewusst, dass „wir uns gegenseitig brauchen. Wir müssen deshalb enger zusammenrücken“, erklärte er am Samstag vor 106 Delegierte und zahlreichen Gästen, die der Einladung zur 25. Delegiertenkonferenz ins Delitzscher Bürgerhaus gefolgt sind.

2420 Feuerwehrmänner im Verband

Die Aufforderung klang dringender denn je. Schwenckner bezog sich auf die immer schwerer zu sichernde Tageseinsatzbereitschaft der Wehren. Der Mitgliederschwund in den 76 Feuerwehren des KFV hält weiter an, in den vergangenen zehn Jahren verlor der Verband 286 Feuerwehrleute, derzeit sind 2420 Blauröcke im Verband organisiert. „Das ist traurig, da müssen wir unbedingt gegensteuern.“ Schwenckner forderte die Bürgermeister auf, als Dienstherren der Feuerwehrleute noch enger mit ihnen zusammenzuarbeiten, um auch den einen oder anderen nötigen Impuls zu geben.

Ein Schritt in die richtige Richtung sei die Gewinnung von mehr Frauen für die Feuerwehren. Ihnen mehr Verantwortung zu übertragen, sei wichtig, so Schwenckner weiter. Der Anteil steige, die absolute Zahl liege jetzt bei 381 Kameradinnen. Auch die Aufnahme von Migranten rücke deutlich mehr in den Fokus. Mit einer Werbekampagne soll zudem Quereinsteigern der Zugang zur Feuerwehr ermöglicht werden.

Kreisjugendfeuerwehr hat Zuwachs

Positiv bewertete Schwenckner die Entwicklung und den Aufwärtstrend in der Kreisjugendfeuerwehr. Die Mitgliederzahl stieg auf 465. Holm Grüttner, Kreisjugendfeuerwehrwart, sprach von 90 Neuaufnahmen. Derzeit gibt es 37 Jugendwehren.

Im vergangenen Jahr rückten die Wehren im Verbandsgebiet zu 1179 Einsätzen, darunter 65 Fehlalarmierungen, aus und konnten 178 Menschen retten. Kritik äußerte Schwenckner an der Integrierten Rettungsleitstelle (IRLS) in Leipzig. Dort seien Nachbesserungen erforderlich. Für Landrat Kai Emanuel (parteilos) funktioniere die IRLS grundsätzlich gut. Eine neue Alarm- und Ausrückeordnung soll künftig aber die individuelle Leistungsfähigkeit der einzelnen Wehren besser berücksichtigen.

Investitionen

2016 wurden 1,6 Millionen Euro für die Feuerwehren im Landkreis ausgegeben. „Für dieses Jahr liegen bereits 100 Vorhaben im Gesamtumfang von 2,9 Millionen Euro vor“, erklärte Emanuel. Vom Freistaat gäbe es allerdings nur 1,7 Millionen Euro.

Der „Dauerbrenner“ wenige Lehrgangsplätze an der Landesfeuerwehrschule Nardt griffen alle Redner der Veranstaltung auf. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Kiesewetter und Frank Reichel (KFV Torgau/Oschatz, Vertreter des Landesfeuerwehrverbandes) reduzierten das Problem vor allem auf fehlende Ausbilder. Die Infrastruktur selbst sei eine der modernsten überhaupt. Mit Zuschlägen für die Ausbilder wolle man sie für die dortige Arbeit gewinnen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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