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Alles ein Märchen? In der Dübener Heide taucht immer wieder der Wolf auf

Alles ein Märchen? In der Dübener Heide taucht immer wieder der Wolf auf

Mit einem Schild "Dübener Heide - Wolf nein!" demonstrierte kürzlich der Bad Dübener Ralf Behne vor dem Naturparkhaus gegen das Wolfsmanagement in der Region.

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Der scheue Jäger: Ein Wolf wurde in den vergangenen Jahren schon des Öfteren in der Dübener Heide beobachtet. Doch dabei handelt es sich offenbar nur um Durchzügler.

Quelle: Janine Meißner

Bad Düben. Der Heidefreund fordert spezielle Wolfsgebiete und ist gegen ein wahlloses Ausbreiten der Tiere in der Dübener Heide. Behne ist nicht gegen den Wolf, sondern will erreichen, dass man den Tieren bestimmte Gebiete zuweist, wo sie sich aufhalten. Allerdings forderte er auch Gebiete, wo Wölfe bejagt werden dürfen (wir berichteten).

In Sachsen ist der Wolf seit 1999 wieder heimisch und sorgt seitdem immer wieder für reichlich Diskussionsstoff in der Bevölkerung. In Deutschland gibt es mittlerweile schätzungsweise 300 frei lebende Wölfe. Die meisten davon leben in insgesamt 30 registrierten Rudeln.Wenn er in einem neuen Gebiet auftaucht, kommen zugleich alte Ängste hoch. "Mit dem Wolf kommt Unsicherheit und Panik auf. Denn über 100 Jahre galt der Wolf in unseren Breiten als ausgerottet. Wir hatten damit keine Erfahrung mehr", erklärte jetzt Nordsachsens Wolfsmanager Giso Damer von der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes.

In Sachsen rechnen die Experten mit einer weiteren Ausbreitung des Wolfes, in der Dübener Heide mit einer Ansiedlung - Stcihwort: Wolfserwartungsgebiet. Deswegen habe man ein Management für den Freistatt an den Start gebracht und versucht, Interessengruppen an einen Tisch zu bekommen, so Damer. "Wir arbeiten dabei mit den drei Säulen Prävention und Schadensregulierung, Öffentlichkeitsarbeit und Monitoring."

Im Mai des vergangenen Jahres wurde ein Wolf nahe Roitzsch in der Dübener Heide erstmals mit einem Bild einer Wildtierkamera (Fotofalle) festgehalten. Auch ein Hobbyläufer machte im Spätfrühling des gleichen Jahres eine Entdeckung nahe Bad Düben. Er sah einen Wolf auf dem Reinharzer Weg, etwa 500 Meter vor der Siebenarmsäule. Der ließ sich jedoch nicht stören und verschwand, als er den Läufer bemerkte.

"Mit ziemlicher Sicherheit kann man derzeit sagen, dass sich in der Dübener Heide noch keine Wölfe angesiedelt haben. Wenn das der Fall wäre, würden Sichtungen deutlich zunehmen", so Damer. Das kann auch Janine Meißner als Wirbeltierarten-Managerin, so ihr offizieller Titel, bestätigen. "Es ist kein Geheimnis, dass er Wolf wieder da ist. Derzeit gilt die Dübener Heide aber als wolfsfrei. Es sind keine Rudel feststellbar, aber auch nicht von der Hand zu weisen, dass im Einzelfall Tiere die Gegend durchstreifen", weiß Meißner. Für die Mitarbeiterin im Bad Dübener Naturparkhaus ist es ohnehin sehr fraglich, ob der Wolf die Heide irgendwann einmal als eigenes Revier auswählt. Denn die gute touristische Erschließung könnte die Tiere eher verschrecken. "Wölfe brauchen ungestörte Gebiete. Vor allem, wenn sie ihre Welpen aufziehen", so Meißner. Doch für Giso Damer ist eine touristische Erschließung kein Hemmnis für Wölfe. "Die Tiere suchen sich abgeschiedene Areale, wo sie ungestört sind. Und die gibt es bei uns zur Genüge. Gefahren lauern vielmehr auf der Straße, die sie auf der Suche nach Futter ständig überqueren müssen. Denn die Tiere legen ohne Probleme bis zu 50 Kilometer am Tag zurück", so Damer.

Doch was, wenn man plötzlich einem Rudel oder einem Wolf begegnet? Laut Experten soll man zunächst ruhig stehen bleiben und die Situation für sich beurteilen. Wenn man sich wohlfühlt, kann man die Tiere ruhig beobachten. Jüngere Tiere seien bisweilen neugieriger als ältere. Doch: In der Regel halten die Wölfe einen gewissen Abstand ein und ziehen dann in die andere Richtung ab. Man könne auch in die Hände klatschen oder Stöckchen werfen, um das Tier zu vertreiben. Weglaufen wird nicht empfohlen, um die Situation nicht zu beunruhigen oder den Jagdtrieb des Wolfes zu wecken. Am besten sollte man sich zurückziehen. Bisher wurde seit der Rückkehr der Wölfe jedoch noch kein einziger Zwischenfall gemeldet.

Wer Wölfe in der Region beobachtet hat oder Wolfshinweise wie Spuren und Kot sichtet, sollte seine Informationen an das Landratsamt des Landkreises Nordsachsen oder an das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" (Telefon 035772 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland (Telefon 035727 57762, kontakt@buero-lupus.de) melden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2015
Von Steffen Brost

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