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Alte Klinikbaracken sollen jetzt über ein Förderprogramm abgerissen werden

Alte Klinikbaracken sollen jetzt über ein Förderprogramm abgerissen werden

Die Stadt Bad Düben und der Eigentümer des ehemaligen, insgesamt über 74 000 Quadratmeter großen Waldkrankenhaus-Geländes am Rand der Kurstadt sind sich offenbar einig geworden, wie es mit dem verwahrlosten Areal weitergehen soll.

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Das ehemalige Waldkrankenhaus-Gelände ist gesichert - ein Anfang. Mit Hilfe von Fördermitteln sollen die alten Gebäude des Krankenhauses abgerissen werden. Potenzielle Bauherren stehen bereits in den Startlöchern.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. "Es gab Gespräche mit der Stadt. Wir haben in vielen Punkten Einigkeit erzielt", teilte Besitzer Herbert Lischetzki auf LVZ-Anfrage mit. Das bestätigte Bad Dübens Bau- und Bürgeramtsleiterin Heike Dietzsch. "Wir wollen jetzt gemeinsam einen Antrag bei der Landesdirektion stellen, damit der Abriss von Teilflächen gefördert werden kann. Das läuft über die Maßnahme Brachflächenrevitalisierung", so Dietzsch weiter. Die Kosten für einen Rückbau der alten Gebäude werde sechsstellig zu Buche schlagen. "Wir hoffen auf bis zu 90 Prozent Förderung."

Sollte das Geld irgendwann kommen, kann Lischetzki die Gebäude der ehemaligen Stationen eins bis vier abreißen und die Randbebauung entlang der Reinharzer Straße in Höhe des ehemaligen Schwesternwohnheims, heute ein Mehrfamilienhaus, vorantreiben. "Dann haben wir zunächst Platz für acht frei stehende Grundstücke für jeweils ein Einfamilienhaus", so der Geschäftsmann.

Nach LVZ-Informationen gibt es bereits potenzielle Bauwillige, mit denen Verhandlungen geführt werden. Die stehen in den Startlöchern, würden so schnell wie möglich ihr jeweiliges Grundstück erwerben und teilweise über einen Bauträger ihr Haus errichten. Erste Pläne, wie die Häuser einmal aussehen könnten, existieren. Doch bei den Interessenten herrscht derzeit große Unsicherheit, weil der Abriss der alten Klinikgebäude bislang nicht erfolgt ist - sie hätten die Ruinen dann quasi in unmittelbarer Nähe ihres Grundstücks stehen.

Was ist aber, wenn die Fördermittel für den Abriss nicht kommen? Dann soll es nach Angaben der Stadtverwaltung einen Notfallplan geben. "Herr Lischetzki hat in diesem Fall seine Zusage gegeben, die alten Gebäude stufenweise abzureißen", erklärte Dietzsch. Auch über dringend notwendige Sicherungsmaßnahmen sei in den vergangenen Tagen gesprochen worden. Die würden nunmehr umgesetzt. Vielleicht der Beginn eines doch noch positiven Ausganges rund um das alte Klinik-Gelände in der Stadt?

Seit Jahren geht nichts voran

Bereits seit dem Umzug des Krankenhauses auf den heutigen Standort im Kurpark machten sich mögliche Investoren Gedanken um eine sinnvolle Nachnutzung. Denn Unbekannte nutzten das Areal immer wieder für illegale Müllentsorgungen und Jugendliche als Abenteuerspielplatz. 1998 plante dann der Orthopädiemechanikermeister Gotthard Neubert mit einer Investorengruppe eine lockere Bebauung mit rund 60 Eigenheimen. Gemeinsam mit einem Architekt steckte der Bad Dübener viel Geld in einen Bebauungsplan, doch ohne Erfolg. Das größte Problem war, dass das Areal wieder formal zu einem Waldgebiet wurde. Erst 1999 gab es grünes Licht für die notwendige Umwidmung. Zu spät für die Walkrankenhaus-Interessenten.

2008 erwarb dann die Ferienfreizeiten GmbH Dinslaken mit Geschäftsführer Herbert Lischetzki das Gelände über eine Auktion. Der Geschäftsmann hatte viel Ideen: Jugendherberge, Sportzentrum und Reihenhäuser. Doch bei den Ideen ist es seither geblieben. Sie scheiterten bereits in frühen Phasen der Genehmigungsverfahren. Seitdem wurde der schwarze Peter zwischen Stadt und Besitzer immer wieder hin und her geschoben. Das Gelände verwahrloste. Ungesichert konnte es jeder betreten. Doch die Gefahren lauern bis heute: einsturzgefährdete Bereiche, von Gestrüpp überwachsene Keller und offene Gullideckel. Vor einem Jahr kam dann Bewegung in die Sache. Eine Fläche an der Grundstücksgrenze zur Reinharzer Straße wurde gerodet, etliche Festmeter Bäume und Buschwerk wurden entfernt. Nach Aussagen von Herbert Lischetzki sollten als Randbebauung zwischen der Orthopädiefirma Neubert und dem Waldfriedhof zehn bis zwölf exklusive Einfamilienhäuser entstehen. Doch so schnell, wie gerodet wurde, konnte nicht gebaut werden. Das Vorhaben scheiterte am Erschließungsvertrag, weil der vorsah, dass sich der Eigentümer verpflichtet, einen Teil der maroden Klinikgebäude abzureißen. Zwischendurch dachte die Stadt bereits über eine Rückabwicklung des Bebauungsplanes für das Waldkrankenhausgelände nach. Dann zog wieder Ruhe ein bis in den vergangenen Tagen, als sich Stadtverwaltung und Eigentümer offenbar einig geworden sind.

Wie ist ihre Meinung zum Thema? Was soll aus dem ehemaligen Krankenhaus-Gelände werden? Schreiben Sie uns: LVZ, Roßplatz 5, 04509 Delitzsch oder schicken Sie eine E-Mail: bad-dueben@lvz.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2014
Von Steffen Brost und Nico Flie

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