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Alte Ölmühle in Bad Düben wird abgerissen und neu aufgebaut

Sanierung Alte Ölmühle in Bad Düben wird abgerissen und neu aufgebaut

Der Holzschädling hat an der Obermühle in Bad Düben ganze Arbeit geleistet und schmeißt die Pläne für die Sanierung völlig über den Haufen. Bauexperten und Verwaltung haben jetzt entschieden: Das Gebäude wird bis auf den Südgiebel abgerissen und neu aufgebaut.

Klaus Morgenstern, Vize-Chef des Museumsdorf-Vereins, auf der Baustelle Ölmühle.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Bad Düben. Eigentlich ist es eine schlechte Nachricht. Die Schäden, die der Holzschädling an der Obermühle in Bad Düben verursacht hat, sind größer als bisher angenommen, zudem sei der Grundwasserspiegel auf dem Areal sehr hoch, Ursache für die festgestellte Vernässung der Bausubstanz. Eine Sanierung der alten Ölmühle nebst Wohnung wird damit nicht mehr favorisiert, die Abrissarbeiten, die seit Anfang Februar laufen, nehmen umfangreichere Ausmaße an. Bis auf den Südgiebel, der zum Durchgang des Gebäudes mit Wassermühle steht, wird die alte Bausubstanz komplett zurückgebaut und soll anschließend neu errichtet werden. Dennoch kann Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) dem Ganzen etwas Gutes abgewinnen. „Wir sind froh, dass es rechtzeitig bemerkt wurde. Schließlich wird viel Geld in die Hand genommen.“

Um es konkret zu machen: Auf zwei Jahre verteilt sind das 1,5 Millionen Euro. Und bei dieser Kostenhöhe soll, ja muss es bleiben: „Wir sind noch frohen Mutes“, sagt Münster. 80 Prozent sind als Fördermittel bereits zugesagt. Denkmalschutz und Fördermittelgeber habe man über die neue Situation informiert: „Wir gehen davon aus, dass es keine Einwände gibt“.

Die Anfang Februar begonnenen Abrissarbeiten hatten die zusätzlichen Schäden zutage gefördert. Der Holzschädling, der bereits vor zwei Jahren zu einer Umplanung mit Kostensteigerung geführt hatte, hat mehr Schäden hinterlassen als bisher angenommen. „Die Bausubstanz ist so schlecht, dass wir alles austauschen müssten.“ Zudem steigt Nässe auf, die Wände seien deshalb nicht mehr zu erhalten, bereits einen Meter unter dem Gebäude sei der Grundwasserspiegel. Mittlerweile habe es weitere Auswertungen mit Statiker und Bauexperten gegeben, da im Inneren des Gebäudes die Ausmaße erst jetzt mit den Abrissarbeiten deutlich wurden. Es gilt, das neue Gebäude sicher zu gründen und vor Nässe zu schützen. Einzig der Südgiebel solle soweit stehen bleiben, dass die Brücke zur Mühle nicht gefährdet ist.

Letztendlich habe dies zwar nicht zum Baustopp wohl aber zu einer Änderung der Baumaßnahme hinsichtlich der Gründung, des Fußbodenaufbaus und der Verwendung der alten Bausubstanz geführt. Entgegen der ursprünglichen Planung soll jetzt eine Bodenplatte gegossen werden, die eine Abdichtung erhält, um der Grundwasservernässung entgegenwirken zu können. „Zudem werden vier bis fünf Brunnenfundamente zur zusätzlichen Stabilisierung gesetzt“, so Bauamtsleiterin Heike Dietzsch. Dies sei eine sehr einfache aber althergebrachte Bauweise. Bisher stand das Gebäude auf normalen Fundamenten, eine Bodenplatte gab es nicht.

Das Vorhaben, noch Teile des Gebäudes zu erhalten, müsse damit zu den Akten gelegt werden. Ziel bleibt weiterhin, das Gebäude wieder genauso aufzubauen, wie es war. Dass die Kosten dennoch im geplanten Rahmen bleiben könnten, sei der Tatsache geschuldet, dass der Sanierungsaufwand enorme Ausmaße angenommen hätte. „Diese Aufwendungen haben wir jetzt nicht mehr“, so Heike Dietzsch. Die avisierte Bauzeit sei mit zwei Jahren ungefähr noch gegeben. Die Ausschreibungen sollten diese Woche noch rausgehen. Das verzögere sich aufgrund der aktuellen Lage. Die Bürgermeisterin hatte in diesem Zusammenhang von einem Bauverzug von etwa zwei Monaten gesprochen.

In den nächsten zwei Jahren sollen auf dem Areal der Obermühle die Schauwerkstätten entstehen, die alte Handwerke wie die des Schuh-, Korb- oder Schindelmachers erlebbar machen sollen. Zudem wird Platz für neue Ausstellungs- und Vortragsräume sowie eine Bibliothek geschaffen. Auf dem Gelände der Obermühle soll die Ölmühle auf drei Etagen zu einem der wichtigsten touristischen Ziele in der Kurstadt werden. Der Museumsdorf- Verein hält daran auch weiter fest. „Wir können mit den Neubau leben“, so der stellvertretende Vorsitzende Klaus Morgenstern. Erhaltenswerte Elemente der alten Ölmühle sollen sich im Neubau wiederfinden. Ostersamstag findet auf dem Gelände der Obermühle das alljährliche Frühlingsfeuer statt. Interessierte Besucher können sich dann die Details an der Baustelle anschauen.

Von Kathrin Kabelitz

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