Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Altersgerechtes Wohnen: Kühne plant 27 Wohnungen in der Dübener Grünstraße
Region Bad Düben Altersgerechtes Wohnen: Kühne plant 27 Wohnungen in der Dübener Grünstraße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:53 05.02.2016
In der Grünstraße in Bad Düben sollen 27 Wohnungen für altersgerechtes Wohnen entstehen. Quelle: chek AG
Anzeige
Bad Düben

Ein neues Gebäude für altersgerechtes Wohnen und eines neues Pflegeheim für Bad Düben? Eines dieser Projekte hat in dieser Woche eine weitere Hürde genommen. Und auch das zweite Vorhaben soll in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden, wenn ein drittes, betriebsinternes realisiert ist. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Denn nach dem Brand auf dem Betriebsgelände von Mercedes-Kühne in der Torgauer Straße im April verlagert das Unternehmen seinen Betriebssitz komplett in die Görschlitzer Straße und zieht sich aus dem vor allem von Wohnbebauung geprägten Gebiet zurück. Eine Entscheidung, die sich städtebaulich gesehen bestens einfügt. Denn Planungen, wie das Gelände wiederum ganz im Sinne eines attraktiven Stadtbildes und einer Aufwertung sinnvoll genutzt werden kann, gibt es bereits. Für Mike Kühne, Geschäftsführer der Kühne-Gruppe Bad Düben, sind es damit gleich mehrere Bauprojekte, die er gemeinsam mit Partnern in den nächsten Monaten angehen will.

Doch der Reihe nach. Mit dem gemeindlichen Einvernehmen, das der Verwaltungsausschuss des Stadtrates in dieser Woche erteilte und der positiv beschiedenen Bauvoranfrage sind die Voraussetzungen für den Neubau eines Mehrfamilienhauses für altersgerechtes Wohnen in der Grünstraße geschaffen. „Wir warten jetzt auf die Baugenehmigung“, sagt Mike Kühne. Die Ausschreibungen werden erstellt, für März ist der Spatenstich geplant, im ersten Quartal 2017 sollen die Mieter einziehen. Laut der vom örtlichen Planungsbüro Paak erarbeiteten Unterlagen sind 27 Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen vorgesehen, die zwischen 45 und 65 Quadratmeter groß sind. Alle Wohnungen sind barrierefrei, haben Balkon, die Türen sind breiter, sodass auch Rollstuhlfahrer durchfahren können. Es gibt Parkplätze für Rollatoren und in jeder Wohnung einen Schwestern-Notruf. „Wir empfehlen den Betreuungspartner Arbeiterwohlfahrt. Jeder Mieter kann aber selbst wählen“, so Kühne. Auch Gemeinschaftsräume soll es geben. Rund drei Millionen Euro kostet das Ganze. Schon jetzt gäbe es eine rege Nachfrage von Interessenten, die zu 95 Prozent aus Bad Düben und der näheren Umgebung kommen. Bei zwei Veranstaltungen bei der Arbeiterwohlfahrt habe er das Vorhaben vorgestellt. Zu genauen Mietpreisen könne er aber noch keine Aussagen machen, eine Kalkulation liegt noch nicht vor.

Zurück zur Torgauer Straße. Bis Ende des Jahres will die Kühne-Gruppe einen Betrag im siebenstelligen Bereich investieren, um für alle 52 Dübener Mitarbeiter, auch die des derzeit noch bestehenden Standortes in der Stadt, dann in der Görschlitzer Straße ein modernes Arbeitsumfeld zu schaffen. Die Fertigstellung ist bis Ende dieses Jahres geplant. Ist das realisiert, wollen Mike Kühne und eine Investorengruppe ein weiteres Großprojekt angehen. Die Projektentwicklung dafür läuft bereits. Dort, wo jetzt noch Pkw und Lkw repariert werden, könnte ein neues Pflegeheim für 100 Pflegeplätze entstehen, „wenn wir uns mit dem künftigen Mieter einig werden.“ Eigentlich war dieses Projekt für den Standort Ex-Gymnasiums angedacht. Die Verkaufs-Gespräche mit der Stadt waren schon weit gediehen, im Mai hatte der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Dann lehnte die Stadt den Kaufantrag ab. Grund: Die einstmalige Schule ist für die neue, weiterführende Schule vorgesehen.

Der Bedarf für weitere Pflegeplätze in der Kurstadt ist da. Das Awo-Pflegeheim solle erweitert werden, dort gäbe es bereits Wartelisten. Auch die Einrichtung der Diakonie sei gut ausgelastet. Bedarf bestehe zudem bei Angeboten der Tagespflege. Die Stadt steht diesem Vorhaben mit Blick auf die demografische Entwicklung und bestehenden Nachfragen aufgeschlossen gegenüber. gäbe es den Trend von Bewohnern aus dem Umland, selbst aus Großstädten wie Leipzig, im Alter in Grundzentren wie Bad Düben zu ziehen, hatte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) bereits im Zuge der Pläne zum Gymnasiums-Umbau gesagt.

Von Kathrin Kabelitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Bad Dübener Bibliothek wird 100 Jahre alt – 1916 wurde sie „Städtische Volksbibliothek“ gegründet. Und viel gibt es über diese Zeit zu erzählen: Es gab Schließungen nach Krieg und Wiedervereinigung, die Nazis sortierten unliebsame Bücher aus, in der DDR-Zeit mussten immer die begehrtesten und zerlesenen Bände immer wieder neu geflickt werden.

05.02.2016

Auf dem ehemaligen Bauhofgelände im Bad Dübener Windmühlenweg läuft der Abriss der alten Gebäude auf Hochtouren. Dort will die Supermarkt-Kette Aldi einen neuen Markt bauen.

04.02.2016

An der Obermühle in Bad Düben leisten die Abrissbagger in diesen Tagen ganze Arbeit. Sichtbar wird damit, was in diesem Jahr ganz groß auf der Agenda in der Kurstadt steht: Mit der Sicherung und dem Rückbau der Obermühle Bad Düben startet die lange geplante Sanierung „Wohnhaus mit Ölmühle.“

03.02.2016
Anzeige